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Kurzhals ist „heilfroh“: Trainingstage statt Sommerturnier beim RVD

Dieses Hindernis des RV Drensteinfurt weist am Kreisverkehr Hammer Straße/Sendenhorster Straße auf die Veranstaltung hin. Die wird diesmal allerdings nicht als Turnier ausgerichtet. Das Bild zeigt: (von links) den 1. Vorsitzenden Andreas Kurzhals, Springreiterin Lara Overmann, deren Chef und RVD-Sponsor Ralf Borgmann sowie den 3. Vorsitzenden Bernd Overmann. Foto: Kleineidam
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Dieses Hindernis des RV Drensteinfurt weist am Kreisverkehr Hammer Straße/Sendenhorster Straße auf die Veranstaltung hin. Die wird diesmal allerdings nicht als Turnier ausgerichtet. Das Bild zeigt: (von links) den 1. Vorsitzenden Andreas Kurzhals, Springreiterin Lara Overmann, deren Chef und RVD-Sponsor Ralf Borgmann sowie den 3. Vorsitzenden Bernd Overmann.

Wegen des erneuten Lockdowns im Kreis Warendorf richtet der Reiterverein Drensteinfurt kein Sommerturnier aus, sondern „nur“ Trainingstage ohne Zuschauer. Für die „sportliche Aktivität im Freien“, so Andreas Kurzhals, gibt es 567 Anmeldungen. Auf die Teilnahmeplätze gab es einen Ansturm.

Drensteinfurt – Es ist ein Novum in der Geschichte des 1924 gegründeten Reit- und Fahrvereins Drensteinfurt (RVD). Seit zirka 30 Jahren, schätzt der 1. Vorsitzende Andreas Kurzhals, richtet der RVD alljährlich sein Sommerturnier aus, doch eine Veranstaltung ohne Zuschauer hat es in dieser Zeit noch nicht gegeben. An diesem Wochenende werden die Teilnehmer auf das Publikum verzichten müssen. Und statt eines Turniers gibt es Trainingstage. Schuld sind das Coronavirus und die (verschärften) Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Doch mit diesen und weiteren Einschränkungen (siehe unten) können die Sportler leben. Sie sind froh, dass überhaupt etwas stattfinden kann. Während es andernorts, darunter Rinkerode, reihenweise Absagen gab und gibt, hatte sich der RVD dazu entschlossen, seine Traditionsveranstaltung auch in diesem besonderen Jahr auf der Anlage am Merscher Weg durchzuführen.

„In abgespeckter Form“

„Ich habe schon viel erlebt: Schlammschlachten und größte Hitze mit 35 Grad beim Sommerturnier. Auch diese Situation werden wir überstehen“, hatte Kurzhals im April angesichts der Corona-Krise gesagt und gehofft, das Event stattfinden lassen zu können. Zwischenzeitlich sah es allerdings nicht gut aus. „Wir hatten das Turnier schon abgesagt“, berichtet Kurzhals. Doch dann sei der Pferdesportverband Westfalen an den Stewwerter Reiterverein herangetreten und habe die Verantwortlichen gebeten, dass Event „in abgespeckter Form“ zu veranstalten.

Nun wird es laut Kurzhals eine „sportliche Aktivität im Freien“ für Springreiter auf dem Hauptplatz, der im vergangenen Jahr erneuert worden war und „top Bodenverhältnisse“ biete. „Nur ein Drittel der üblichen Prüfungen wird durchgeführt“, sagt Kurzhals. Die Teilnehmerzahl war schon in der Ausschreibung stark eingeschränkt. Gerade deswegen gab es einen Ansturm auf die wenigen Startplätze. „Innerhalb von 15 Minuten waren bis auf die Springpferdeprüfung der Klasse L am Samstag und den Springwettbewerb am Sonntag alle Prüfungen voll“, freut sich der Vorsitzende über die Resonanz. Dabei müssen die Reiter mehr pro Start bezahlen als üblich.

567 Nennungen

Nach 1410 Nennungen im Vorjahr gibt es dieses Mal 567 Nennungen. Reiter aus den Vereinen der Kreisreiterverbände Warendorf, Unna-Hamm, Coesfeld und Soest sowie des Reiterverbandes Münster kämpfen um Platzierungen, darunter Lara Overmann, Torben Kurzhals und Jette Schouwstra vom gastgebenden RVD.

Acht Prüfungen – jeweils vier an beiden Tagen –, die größtenteils in zwei Abteilungen aufgeteilt sind, stehen auf dem Zeitplan. Beginn ist am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Juni, jeweils um 8 Uhr. 70 Nennungen liegen für die Springprüfung Klasse M*, den Höhepunkt zum Abschluss, vor. Diese Prüfung startet am Sonntag um 16.15 Uhr.

Hygienebeauftragter

Vier Richter aus Westfalen werden im Einsatz sein – neben Kurzhals sind das Bernhard Brüggemann, Hubert Brinkmann und Harald Hoffmann. Parcourschef ist wieder Hermann Cortemme aus Oelde. Die Leitung bilden RVD-Geschäftsführer Andreas Rak, der 2. Vorsitzende Heiner Mackenbrock, der 3. Vorsitzende Bernd Overmann und Kurzhals, der auch noch als Hygienebeauftragter tätig ist. „Der Vorstand muss alles neu organisieren, vom Parkplatz bis zum ganzen Ablauf“, sagt Kurzhals. Allein das Hygienekonzept, das der Verein vorlegen musste, hat fünf Seiten.

Während die Zuschauer zu Hause bleiben müssen, haben neben den Sportlern – jeder Teilnehmer darf eine Begleitperson mitbringen – nur die Helfer Zutritt, also der Ordnungsdienst, die Richter, die Ansager, der Sanitätsdienst und der Tierarzt.

Ohne Ehrungen, mit Geldpreisen

Auch Siegerehrungen und Schleifen – die Erfolge werden aber anerkannt – wird es nicht geben, dafür allerdings Geldpreise. „Die Sponsoren halten uns die Stange“, freut sich Kurzhals, dass mit deren Hilfe die Ausrichtung der Trainingstage möglich ist.

Ein Statement von Andreas Kurzhals zur Genehmigung der „sportlichen Aktivität im Freien“ auf dem Privatgelände sowie den Zeitplan gibt es in der Freitags-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA), eine Geschichte über Springreiterin Lara Overmann in der Wochenend-Ausgabe.

Vorgaben müssen beachtet werden

Der Reiterverein Drensteinfurt bittet darum, die Vorgaben in Folge der Coronavirus-Pandemie zu beachten. Sie sind Bestandteil der Ausschreibung und umfassen unter anderem folgende Punkte:

  • Das Formular Anwesenheitsnachweis ist ausgefüllt mitzubringen. Ohne Vorlage ist kein Start möglich.
  • Für je zwei Pferde eines Teilnehmers ist eine Begleitperson zulässig.
  • Teilnehmer und Begleitpersonen dürfen nur am Prüfungstag anwesend sein.
  • Für Zuschauer sowie sonstige Personen, die nicht Teilnehmer oder einem Teilnehmer zuzuordnende Begleitpersonen sind und nicht auf einer Liste des Veranstalters geführt werden, ist der Zutritt auf das Gelände nicht gestattet.
  • Die Einlassberechtigung (Tagesband) ist ständig zu tragen und bei Verlangen vorzuzeigen.
  • Schutzmasken sind mitzuführen und zu tragen, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann.

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