Fußball

„Richtig cool“: Der Nachwuchs trainiert wieder

Sind glücklich: die U11-Mädchen des SV Rinkerode mit ihren Trainern Dirk Bartelt und Vanessa Jürgenschellert (hinten).
+
Sind glücklich: die U11-Mädchen des SV Rinkerode mit ihren Trainern Dirk Bartelt und Vanessa Jürgenschellert (hinten).

Nach den Golf- und Tennisspielern profitieren weitere Sportler von den Lockerungen im Lockdown. Der Nachwuchs im Alter bis einschließlich 14 Jahren darf an der frischen Luft in Gruppen wieder trainieren. Der erste heimische Verein fackelt nicht lange.

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – Sie mussten sich lange gedulden. Am Dienstag hatte die Zeit des Wartens für die U11- und U13-Mädchen des SV Rinkerode ein Ende. Nach einer mehr als viermonatigen Pause startete am späten Nachmittag das erste Training auf dem Kunstrasenplatz der Sportanlage Im Breul.

„Ich bin froh, dass es losgeht“, sagte Thea Wierbrügge aus der U13 von Peter Zillmann, Jörg Pälmke und Ralf Schwede. Die Zwölfjährige hatte ihre Mannschaft und das Training vermisst. Auch Mia Bartelt ist glücklich, dass sie sich wieder mit ihren Teamkolleginnen aus der U11 treffen darf. „Ich finde es richtig cool und es macht richtig Spaß“, so die Zehnjährige, deren Vater Dirk die Truppe zusammen mit Vanessa Jürgenschellert coacht.

Alle haben sehnsüchtig darauf gewartet: Eltern, Kinder und Trainer.

SVR-Jugendobmann Peter Zillmann

Der SVR war wie alle anderen Vereine am Montag von der Stadtverwaltung darüber informiert worden, dass die Sportplätze fürs Mannschaftstraining der jüngeren Jahrgänge wieder freigegeben sind. „Daraufhin hatten wir uns kurz beraten, in welcher Form man Fußball spielen darf“, berichtet Jugendobmann Peter Zillmann. Die Trainer setzte er über eine Whatsapp-Gruppe umgehend über die Neuigkeiten in Kenntnis. Es habe nur Sekunden gedauert, bis die ersten Nachfragen kamen. „Die Resonanz war sehr gut. Alle haben mit den Hufen gescharrt“, sagt Zillmann und spricht von „großer Begeisterung. Alle haben sehnsüchtig darauf gewartet: Eltern, Kinder und Trainer.“

Die ersten Mannschaften legten am Dienstag los. Trainieren dürfen alle Teams ab der D-Jugend abwärts. Eine Besonderheit gibt es bei den C-Junioren, die als JSG Rinkerode/Albersloh in die Saison gestartet waren. Zu dieser Altersklasse gehören 14- und 15-Jährige. „Da ist es so, dass wirklich nur die angeschrieben worden sind, die das Alter haben“, erklärt Zillmann. Der Jungjahrgang darf also zurück auf den Platz, die älteren U15-Kicker müssen sich weiter gedulden.

Die D-, E- und F-Juniorinnen trainieren ebenfalls wieder. „Die Mädels wollen alle loslegen“, sagt U13-Coach Zillmann. Da es bei den B-Juniorinnen (U17) sehr viele 14-Jährige gebe, darf ein Teil des Teams auch schon wieder Einheiten absolvieren. Alles wird natürlich auf freiwilliger Basis angeboten.

Ältere Jugendliche müssen weiter pausieren

Größtenteils wird beim SVR in kleineren Gruppen und nicht gleich mit 20 Kindern trainiert. „In meiner Mannschaft sind es 18 oder 19 Mädels“, sagt Zillmann. In den anderen Teams gebe es maximal 15 Spieler. Mehr als zwei Gruppen, die den Mindestabstand einhalten müssen (siehe Infokasten unten), würden nicht zeitgleich auf dem Sportplatz sein. „Das passt bei uns ganz gut“, so Zillmann. Schließlich müssen die älteren Nachwuchs- und die Seniorenmannschaften weiter pausieren. Ansonsten könnten die Teams ja auf die Termine ausweichen, die normalerweise den A- oder den B-Junioren gehören.

Um auf Nummer sicher zu gehen, dass Kontaktsport für die bis 14-Jährigen wieder erlaubt ist, hat der SVR Rücksprache mit der Stadt gehalten. Außerdem hat sich Zillmann das Okay des 1. Vorsitzenden Udo Nees geholt, der auch Hygienebeauftragter des Vereins ist. „Trotzdem haben wir den Trainern den Hinweis gegeben, die Sache erst mal locker anzugehen. Es muss ja noch nicht übertrieben werden“, betont Zillmann und mahnt nicht nur zur Vorsicht, sondern auch dazu, das Hygienekonzept einzuhalten.

SVD und Fortuna zurückhaltend

Beim SV Drensteinfurt stehen die Verantwortlichen zumindest in den Startlöchern. In dieser Woche – vor der digitalen Generalversammlung am Sonntag (11 Uhr) – passiert im Sportzentrum Erlfeld noch nichts. „Eigentlich dürften wir schon jetzt, aber Christoph und ich planen, dass wir nächste Woche wieder starten. Wir wollen erst mal gucken, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln. Nicht, dass wir eine Woche aufmachen und danach direkt wieder schließen müssen“, sagt Jugendobmann Manfred Drepper. Christoph Semptner ist sein Stellvertreter.

Auch beim SVD werden die Teams ab der D-Jugend abwärts die Möglichkeit haben, auf den Plätzen zu trainieren. „Ich denke mal, dass wir jeder Mannschaft erst mal nur eine Trainingseinheit pro Woche anbieten“, sagt Drepper. So könnten die Einheiten zeitlich getrennt werden. Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen.

Sollte die Zahl der Neuinfizierten stabil bleiben oder doch sinken, hofft Drepper, dass die älteren Nachwuchsfußballer nach Ostern wieder auf den Platz und wie die jüngeren Kontaktsport betreiben dürfen.

Diese Regeln gelten

Bis zu 20 Kinder dürfen seit Montag gemeinsam Sport treiben, maximal zwei Übungsleiter oder Aufsichtspersonen die Gruppe betreuen. Zwischen Gruppen, die gleichzeitig auf einer Sportanlage aktiv sind, ist laut Coronaschutzverordnung des Landes NRW „dauerhaft ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten“.

Fortuna Walstedde lässt vorerst Vorsicht walten. Die Teams, die dürften (D-, E-, F- und G-Junioren), sind noch nicht ins Training eingestiegen. Die Anlage am Böcken ist zwar von der Stadt freigegeben, allerdings hat der Gesamtvorstand des Sportvereins entschieden, dass es vor Montag keine Einheiten geben wird. „Wir gucken von Tag zu Tag, wie es sich entwickelt. Das ist keine einfache Sache“, sagt Michael Reckmann. Der Jugendkoordinator von Fortuna vermisst eine einheitliche Linie beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). „Sie sagen zwar, ihr könnt öffnen, aber sie empfehlen, noch zu warten.“

Zurückhaltend seien zum Teil auch die Trainer. „Sie sind ein bisschen verhalten, weil sie nicht wissen, was heißt das eigentlich für meine Verantwortlichkeit“, sagt Reckmann und zeigt Verständnis angesichts der vielen Unwägbarkeiten: „Es gibt so viele Fallstricke.“

Auf dem Kunstrasenplatz in Walstedde könnten zwei Gruppen mit Abstand trainieren. Klar ist laut Reckmann, dass das Konzept, das die Fortunen aufgestellt haben, beim Mannschaftstraining der Jüngsten eingehalten werden muss. Die Kabinen bleiben geschlossen. „Die Toiletten dürfen wir wohl öffnen“, sagt Reckmann.

Infos vom FLVW

Die Verantwortung für die Regeleinhaltung liegt beim Verein (auf vereinseigenen Anlagen) beziehungsweise bei der Kommune (auf kommunalen Anlagen), heißt es in einer Mitteilung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW). Die Rückverfolgbarkeit ist in §4a nicht zwingend für den Sport vorgeschrieben. Sollte ein Kindertraining stattfinden, so empfiehlt der FLVW dringend die Nutzung der App FLVW-CheckIn oder anderweitiger datenschutzkonformer Dokumentation. Zuständig für die Öffnung der Sportanlagen sind die örtlichen Ordnungsbehörden (§17). Die beim Re-Start 2020 erprobten Hygienekonzepte der Vereine sollten notwendige Hilfestellung und Orientierung geben.

Weitere Fotos vom ersten Jugendtraining des SV Rinkerode nach der langen Pause gibt es in der Freitags-Ausgabe des Westfälischen Anzeigers (WA Drensteinfurt 12. März 2021).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare