Fußball

Vorzeitige Winterpause: Das sagen die Trainer von SVD, SVR und Fortuna

Vor Januar werden Yannick Niehues (rotes Trikot) und seine Teamkollegen vom Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt auf keinen Fall das nächste Spiel absolvieren.
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Vor Januar werden Yannick Niehues (rotes Trikot) und seine Teamkollegen vom Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt auf keinen Fall das nächste Spiel absolvieren.

So früh wie in diesem Jahr ging es noch nie in die Winterpause. Fußballspiele im Amateurbereich wird es auch im Dezember nicht geben. Wie geht es für die heimischen Seniorenmannschaften von SV Drensteinfurt, SV Rinkerode und Fortuna Walstedde weiter?

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde – So früh wie in diesem Jahr ging es noch nie in die Winterpause. Weil die Zahl der Coronavirus-Infektionen steigt und um den Vereinen Planungssicherheit zu geben, hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) in einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise entschieden, die Unterbrechung der Saison im Amateur- und Jugendbereich um mindestens einen Monat zu verlängern. Der Ball wird in Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde damit auch im Dezember nicht rollen. Wie geht es für die heimischen Seniorenmannschaften weiter?

Für Oliver Logermann ist der Entschluss der Verbandsfunktionäre keine Überraschung. „Das ist das, was zu erwarten war, wenn man die Zahlen verfolgt“, sagt der Coach des Landesligisten SV Drensteinfurt. Planungssicherheit hatte er schon vor zwei, drei Wochen. „Da war mir eigentlich schon klar, dass wir dieses Jahr nicht mehr spielen werden. Es wäre für mich ein Wunder gewesen, wenn wir noch mal an den Ball gekommen wären.“

Ich bin skeptisch, ob es im Januar weitergeht.

Oliver Logermann

Logermann ist gespannt, wie sich die Situation entwickelt. „Ich bin skeptisch, ob es im Januar weitergeht“, sagt der Münsteraner. Es gebe ja scheinbar ein paar Pläne in den Schubladen beim FLVW. „Ich habe gelesen, dass sie gegebenenfalls versuchen wollen, die ganze Saison durchzuziehen. In 16er oder 18er Staffeln soll es möglich sein, wenn du die Winterpause verkürzt und Mitte Januar schon wieder anfängst zu spielen.“ Logermann hält das für unwahrscheinlich und geht nach wie vor davon aus, dass nur die Hinrunde beendet wird. „Das wäre realitisch“ – und hieße für den SVD, er hätte im neuen Jahr nur noch zehn Partien zu absolvieren.

Daran, dass die SVD-Fußballer im Dezember zumindest wieder trainieren dürfen, glaubt Logermann nicht. „Das werden sie auch nicht machen. Bei den Kindern und Jugendlichen gibt es Überlegungen, aber bei uns steht es eh nicht zur Debatte. Auch das würde mich sehr wundern, wenn es passieren würde.“ Logermann vermutet, dass Bund und Länder die Maßnahmen noch mal anziehen werden. „Ich weiß auch nicht, ob es vernünftig wäre, wieder zu trainieren, und wir es überhaupt machen würden.“

Heinsch hört auf

Auch für Dominik Heinsch ist es gut zu wissen, dass er die nächsten Wochen anders verplanen kann. Allerdings hatte der Spielertrainer des B-Kreisligisten SV Drensteinfurt II einen ganz anderen Plan. „Meine größte Sorge ist jetzt, wie es mit der Saison weitergeht – ob sie nur die Hinrunde spielen lassen oder komplett durchziehen wollen“, sagt der 31-Jährige. Schließlich wollte er das Amt zum 30. Juni 2021 offiziell niederlegen, weil er dann eine (weitere) Ausbildung zum Gerichtsvollzieher beginnt. „Das hätte perfekt gepasst“, sagt Heinsch, der den Senioren-Obmann Jan Wiebusch und die Mannschaft schon über seine Entscheidung informiert hat.

„Die Situation jetzt ist ein bisschen blöd.“ Sollte der FLVW beschließen, die Saison über den Juni hinauszuziehen, müsse jemand anderes übernehmen, sagt Heinsch. Er hofft daher, dass nur die Hinrunde gespielt und gewertet wird. Auch dann hätten die Stewwerter „gute Chancen, oben anzugreifen“. Hätte die SVD-Reserve die beiden Nachholspiele, die Ende Oktober und wegen des Teil-Lockdowns Anfang November ausgefallen sind, gewonnen, „wären wir jetzt Zweiter“.

Wenn es im Dezember wieder erlaubt wäre, würde Heinsch „sehr gerne“ wieder trainieren – auch wenn es nur einmal pro Woche wäre. „Man kommt mal raus, kann Sport machen und trifft seine Teamkollegen“, sagt er. Allerdings befinde er sich angesichts der hohen Fallzahlen „im Zwiespalt“. Sollte sich das Infektionsgeschehen weiter auf hohem Niveau bewegen, stelle sich die Frage erst gar nicht. Von daher geht auch Heinsch davon aus, dass er uns seine Jungs in diesem Jahr nicht mehr gemeinsam gegen den Ball treten werden.

Reagieren statt agieren

Sven Kuschel bezeichnet die Entscheidung des FLVW als „folgerichtigen Schritt“. Für eine Reaktivierung der Meisterschaft im Dezember wäre die Vorbereitung zu kurz gewesen, um wieder in den Rhythmus zu kommen. „Deswegen finde ich es gut, dass es einen klaren Schnitt gibt und man irgendwann im neuen Jahr wieder beginnt. Ehrlicherweise sehe ich das auch noch nicht im Januar.“

Kuschel geht nicht davon aus, dass Training im Dezember wieder möglich ist. „Falls doch werden wir auf die Situation reagieren und schauen, ob wir noch was machen.“ Er als Coach sei abhängig von den Entscheidungen der Politik. „Stand jetzt haben wir keine Planungssicherheit, was die Saison betrifft, weil wir einfach nicht wissen, wann es wieder losgeht. Du kannst keine Vorbereitung planen.“

Unverändert gilt, dass der FLVW den Vereinen eine mindestens zweiwöchige Vorbereitungszeit einräumen wird. Der Worst Case wäre laut Kuschel, wenn es erst im März oder April wieder um Punkte geht.

Auch Kürpick nicht überrascht

Auch Holger Kürpick, Trainer der Frauen der SG Walstedde/Heessen, hatte mit „nichts anderem“ gerechnet. „Es ist gut, dass Planungssicherheit da ist, weil dieses Jahr einfach nichts mehr möglich ist.“ Kürpick hofft, dass zumindest ein Weihnachtsessen mit der Mannschaft noch möglich sein wird. „Ansonsten wird der Ball ruhen.“ Training werde in diesem Jahr wohl nicht mehr möglich sein.

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