Kein Einkommen seit Freitag, 13.: Hellenkemper selbstständiger Trainer

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Mit Schläger und Bällen hantiert Markus Hellenkemper in der Halle und auf den Sandplätzen des Tennis-Clubs Drensteinfurt am liebsten.

Drensteinfurt – Seit 1996 ist Markus Hellenkemper Tennistrainer. Unter anderem betreut er beim TC Drensteinfurt Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Als Selbstständiger ist der 58-Jährige in besonderem Maße von der Coronavirus-Krise betroffen.

Markus Hellenkemper könnte klagen. Schließlich ist er als hauptberuflicher selbstständiger Tennistrainer in besonderem Maße von der Coronavirus-Pandemie betroffen. „Ich habe seit dem 13. März null Einkommen“, sagt der 58-Jährige, der mit seiner Tennisschule „Matchball“ unter anderem beim TC Drensteinfurt tätig ist. Doch unterkriegen lässt er sich davon nicht. „Das ist mein Naturell, ich bin immer optimistisch“, sagt Hellenkemper. „Es muss schon richtig was kommen, bis es mich umhaut.“

Selbstständiger Trainer ist der gebürtige Münsteraner seit 1996. Ursprünglich war er gelernter Programmierer. Jahrelang arbeitete er in der Blindenhörbücherei in Münster (heute Westdeutsche Bibliothek der Hörmedien für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen). Dass ein neues Kapitel in seinem Berufsleben folgte, lag an einem neuen Chef. „Mit dem kam ich nicht klar“, sagt Hellenkemper.

1995 erwarb er beim Westfälischen Tennis-Verband (WTV) in Kamen die C-Trainer-Lizenz. Der erste Job ließ nicht lange auf sich warten. „In Gievenbeck wurde ein neuer Tennisverein gegründet, und der suchte einen Trainer“, erinnert sich Hellenkemper. Nach einem Probetraining mit zwei jungen Frauen hatte er „von jetzt auf gleich einen Verein mit 30 Trainingsstunden pro Woche“.

Tennisschule übernommen

Anfang 1996 erhielt Hellenkemper einen Anruf von einem Tennisschulleiter aus Münster. Dieser wollte sich beruflich anders orientieren und die Schule verkaufen. Hellenkemper nahm das Angebot an und übernahm auch den Namen: Tennisschule „Matchball“. Seine ersten Vereine, mit denen er kooperierte, waren der TC Drensteinfurt und die DJK GW Amelsbüren. „Weil ich es nicht mehr allein machen konnte, brauchte ich die ersten Honorartrainer.“

Seit 1998 ist Markus Hellenkemper im Besitz der B-Lizenz. „Gievenbeck und Amelsbüren sind irgendwann abgesprungen, aber es kamen immer wieder Anfragen neuer Vereine.“ Seit „zig Jahren“ habe er den gleichen Stamm. Dazu zählen neben dem TCD der TSV Ostenfelde, der SC Hoetmar, Saxonia Münster und der TSV Angelmodde. Bei Blau-Gold Lüdinghausen hat Hellenkemper, der Anfang der 2000er Jahre auch Coach beim Hochschulsport in Münster war, mit Beginn der Wintersaison das Vereinstraining übernommen – von Nils Karwatzki.

Üblicherweise gibt er persönlich rund 30 Trainingsstunden pro Woche – beim TCD zwölf bis 14 – und legt dafür geschätzt 600 Kilometer zurück. Denn seit 2013 wohnt er in Sassenberg. „Das sind 45 Kilometer pro Weg, eine Dreiviertelstunde braucht man immer“, sagt der 58-Jährige. Für seine Tennisschule arbeiten zwei hauptamtliche Honorartrainer (Adrian Popovici und seine Tochter Anne-Marie) sowie drei, vier Aushilfen. Zusammen betreuen sie in Drensteinfurt mehr als 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Bei Hellenkemper sind allein 35 TCD-Mitglieder im Training.

Auch als Spieler und im Vorstand aktiv

Beim Stewwerter Tennis-club ist Hellenkemper aber nicht nur als Coach aktiv, sondern auch als Spieler und im Vorstand. Früher schlug er für Havixbeck und Sassenberg auf, aktuell gehört er den Herren 40 des TCD an. Mit den damaligen Herren 30 kämpfte er zwei Saisons in der Westfalenliga, der höchsten Klasse auf Verbandsebene, um Spiel, Satz und Sieg sowie viele Jahre in der Verbandsliga.

Während seine zweite Frau Katja 1. Jugendwartin beim VfL Sassenberg ist, engagiert sich Markus Hellenkemper beim TCD seit einem Jahr als 1. Jugendwart. „Im Vorstand bin ich bestimmt schon seit zwölf Jahren“, sagt er. Zuvor war der Vater einer 22-jährigen Tochter und dreier Stiefkinder (11, 18, 21) Beisitzer und 2. Sportwart. Zu seinen Aufgaben gehören die Mannschaftsmeldungen im Nachwuchsbereich und die Spielermeldungen innerhalb der Teams. Unterstützung bekommt er vom Jugendrat. Den bilden Teresa Kallinger, Dana Autermann und Lea Vorlop von den U18-Juniorinnen. „Sie können eigene Ideen einbringen“, erklärt Hellenkemper.

Farbrolle und Pinsel hatte der 58-Jährige in der Hand.

Für die nächste Zeit war ein Ü16-Mitternachtsturnier mit Übernachtung geplant. Rund 20 Anmeldungen gab es. Wegen der Ausnahmesituation wird die Veranstaltung aber verschoben. Etabliert hat sich beim TCD das Camp der Tennisschule „Matchball“ in den Sommerferien. „Das gibt es seit 15 Jahren“, berichtet Hellenkemper.

Wenn der Trainer bei all den Aufgaben mal frei hatte, dann sonntags. Das hat sich am Freitag, den 13., wegen der Ausbreitung des Coronavirus geändert. „Das Datum passt ganz gut. An dem Tag kam die erste Ansage und an dem Tag habe ich das letzte Training gegeben“, sagt Hellenkemper. Er habe gleich Kontakt zu den Vereinen und den Jugendwarten aufgenommen. „Die meisten Vereine haben das Training sofort gestoppt.“

Politiker „machen einen guten Job“

Von der Politik im Stich gelassen fühlt sich der Selbstständige nicht. „Ich bin super zufrieden, wie die Bundes- und Landesregierung die Krise managen. Sie machen einen guten Job“, sagt Hellenkemper.

Beim TCD kümmert sich der 58-Jährige bis zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs ums Hallenmanagement und erledigt Renovierungsarbeiten wie das Streichen der Duschen.

Um fit zu bleiben, joggt Hellenkemper im Moment viel. Schließlich will er am 2. August am Feldmark-Triathlon in Sassenberg teilnehmen. „Ich bin ganz gut im Training und hoffe, dass er stattfindet“, sagt Hellenkemper. Falls nicht, hätte er vielleicht doch einen kleinen Grund zu klagen.

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