1. wa.de
  2. Sport
  3. Drensteinfurt

Schwer erkämpfter Heimsieg, schwer verletzter Spieler: SVD schlägt Hultrop

Erstellt:

Von: Matthias Kleineidam

Kommentare

Frust und Freude auf einem Bild: Nach dem 4:2 feierten die Drensteinfurter, die Hultroper waren komplett bedient.
 Foto: Kleineidam
Frust und Freude auf einem Bild: Nach dem 4:2 feierten die Drensteinfurter, die Hultroper waren komplett bedient. © Kleineidam

Das Hinspiel zwischen dem SV Drensteinfurt und SW Hultrop wird den Beteiligten lange in Erinnerungen bleiben. Nachdem das Kellerduell in der Fußball-Bezirksliga 7 am ursprünglich angesetzten Termin gar nicht erst angepfiffen worden war, weil (nur) der Schiedsrichter ein Unwetter kommen sah, wurde beim zweiten Anlauf zwar angepfiffen, aber erst um 17.24 Uhr abgepfiffen.

Bezirksliga 7: SV Drensteinfurt – SW Hultrop 4:2. Langweilig wird es bei den Heimspielen des SVD zurzeit nicht. Auch im zweiten nach der Winterpause blieb es bis zum Ende spannend. Die Drensteinfurter sackten erneut drei Zähler ein und zogen nach Punkten mit dem Gegner aus dem Kreis Soest gleich. Außerdem verließen sie erstmals seit dem 7. Spieltag die Abstiegszone, weil der SC Sönnern am Abend gegen den Tabellenzweiten TuS Freckenhorst 0:1 verlor.

Überschattet wurde die Partie auf dem Kunstrasenplatz im Erlfeld von einer schweren Verletzung. Der kurz zuvor eingewechselte Drensteinfurter Jonas Rüsken knickte in seinem ersten Ligaspiel der Saison um und zog sich einen Schaden am Sprunggelenk zu. Der Rettungswagen musste kommen und brachte ihn in ein Krankenhaus. „Es sah eklig aus und ist superbitter für ihn“, sagte Trainer Thorsten Heinze. Der 29-jährige Rüsken war aufgrund einer Meniskusverletzung in der Sommer-Vorbereitung im Testspiel gegen den Regionalligisten Preußen Münster schon mehrere Monate ausgefallen.

Trainer bereitet letztes Tor vor

Weil er bereits zweimal gewechselt hatte und auf der Bank kein Feldspieler mehr saß – neben Robin Wichmann, Lars Hülsmann, Sven Wiebusch, Dario Seljmesi, Leo Steinert, Sam Scharmann und Fabio Bories fehlten kurzfristig auch Maximilian Groß und Dennis Hoeveler –, kam Heinze selbst für die letzten Minuten. Der Coach ging in die Spitze und bereitete das erlösende 4:2 gut vor. Heinze tankte sich an der Außenlinie durch, spielte auf Dennis Popil und der legte auf Markus Fröchte zurück. Der linke Außenverteidiger scheiterte zunächst an Hultrops Schlussmann Dominik Gertheinrich, köpfte den Abpraller aber ins Netz (90.+2).

„Neun Punkte hatten wir uns vorgenommen, mit sieben können wir auch leben“, sagte Heinze nach dem dritten Ligaspiel unter seiner Regie. „Richtig wichtig“ seien die beiden Tore kurz vor der Pause gewesen, ärgerlich die vielen Fehler seiner Elf. „Nur durch unsere Fehler“ seien die Gegentore gefallen.

Es sah eklig aus und ist superbitter für ihn.

Thorsten Heinze

Gästecoach Alex Pahl schimpfte über das 1:0 („Das war aus meiner Sicht klar Abseits“) und den Doppelschlag des SVD am Ende der ersten Halbzeit („Das darf nicht passieren“). Für ihn war Drensteinfurt der „schwächste Gegner. Wir hätten konsequenter spielen müssen und sind jetzt komplett drin im Abstiegskampf.“ Dem schwer verletzten Rüsken wünschte Pahl gute Besserung.

Kaum war die Schweigeminute für Frieden und Solidarität beendet, lag Hultrops Angreifer Aryan Shekh Bzeni im Sechzehner, der Schiedsrichter hatte aber kein Foul gesehen. Auf der anderen Seite prüfte Sven Grönewäller Gertheinrich zum ersten Mal (11.). In der 20. Minute gingen die Platzherren vor gut 200 Zuschauern in Führung. Nach einem Freistoß bekamen die Schwarz-Weißen den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Valentin Kröger drückte ihn über die Linie (20.).

Die erste dicke Chance der Gäste hatte Tobias Edler. Der Kapitän und Torjäger tauchte völlig frei vor Keeper Steffen Scharbaum auf, doch der war dran am Ball und lenkte ihn zur Ecke (28.). Zwei Minuten später fiel das 1:1 aber. Simon Bonk bestrafte einen Fehler des SVD. In der Folge war Hultrop etwas besser im Spiel, kassierte aber noch vor dem Seitenwechsel zwei Rückschläge. Erneut war es Kröger, der für das 2:1 sorgte (40.). Und Grönewäller legte mit einem satten Flachschuss aus gut 20 Metern gleich das 3:1 nach (42.).

Erst Patzer, dann Glanztat

Weil Scharbaum patzte, kamen die Gäste auf 3:2 heran. Nach einem Freistoß von Ruhsen Celik aus dem Mittelfeld verlängerte Edler den Ball per Kopf ins Netz, der SVD-Keeper griff daneben. (53.). Nach einem weiteren Fehler – diesmal von Alexander Pankok – war Bonk frei durch, scheiterte aber an Scharbaum (63.). In der 80. Minute verhinderte der Torwart erneut den Ausgleich – und wie: Ein Schuss von Sebastian Hamm wurde abgefälscht, Scharbaum zeigte einen überragenden Reflex. „Ich habe nur noch die Hand gehoben und gehofft“, sagte er nach dem schwer erkämpften Erfolg. Der ersten Pause wegen der Verletzung Rüskens folgte eine weitere, weil der Rettungswagen zu nah an der Grundlinie stand. Fröchte ließ die Gastgeber endgültig jubeln (90.+2).

Während Hultrop am nächsten Wochenende spielfrei hat, absolviert der SVD das nächste Heimspiel – gegen SG Oestinghausen. Der Tabellenfünfte holte am Sonntag sein Spiel bei der drittplatzierten SG Telgte nach und verlor 0:3.

SVD: Scharbaum – Pankok, van Elten, N. Kröger, Fröchte – Ressler, Vieira Carreira (63. Heitplatz) – Grönewäller, De. Popil, V. Kröger – Bußmann (80. Rüsken/83. Heinze)

SWH: Gertheinrich – Hamm, Tüselmann, Celik, Edler, Fröhlich (70. Gurtsching), Gottwich, Dieckmann, Bonk, Kirchhoff, Bzeni

Auch interessant

Kommentare