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Auch auf ihm ruhen die Hoffnungen beim SVD im Kampf gegen den Abstieg

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Von: Matthias Kleineidam

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In seinem einzigen Bezirksliga-Heimspiel, das Falk Bußmann (links) in dieser Saison bestritt, traf er gleich doppelt für den SV Drensteinfurt. Gegen BW Sünninghausen erzielte er direkt nach der Pause den wichtigen Ausgleich. Foto: Kleineidam
In seinem einzigen Bezirksliga-Heimspiel, das Falk Bußmann (links) in dieser Saison bestritt, traf er gleich doppelt für den SV Drensteinfurt. Gegen BW Sünninghausen erzielte er direkt nach der Pause den wichtigen Ausgleich. © Kleineidam

Spätestens mit dem Siegtreffer im letzten Testspiel hat sich Falk Bußmann beim Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt zurückgemeldet – rechtzeitig vor dem ersten Meisterschaftsspiel 2022. Auf dem Torjäger ruhen die Hoffnungen, dass der Absturz in die Kreisliga noch verhindert werden kann.

Drensteinfurt – Die Verletzung war schwer, am Spielfeldrand zusehen zu müssen, war es ebenfalls. Spätestens mit dem Siegtreffer im letzten Test hat sich Falk Bußmann beim SV Drensteinfurt zurückgemeldet – genau rechtzeitig vor dem ersten Meisterschaftsspiel an diesem Sonntag (6. Februar, 15 Uhr) gegen SW Hultrop. Nicht nur auf dem neuen Trainer Thorsten Heinze, auch auf dem Torjäger ruhen die Hoffnungen, dass der Absturz in die Kreisliga noch verhindert werden kann.

Bußmann steht vor seinem ersten Pflichtspiel seit fast vier Monaten. Am 12. September, am 3. Spieltag, hatte er sich in der Partie bei SG Oestinghausen (0:4) verletzt. Die bittere Diagnose: Muskelfaserriss und Muskelbündelanriss. Er pausierte zwar, doch „dann habe ich zu früh wieder angefangen und mir das wieder eingerissen“, blickt der 26-Jährige zurück.

Schon mal Kreuzbandriss

Es war nicht seine erste schwere Verletzung. Noch schlimmer hatte es ihn im Alter von 19 Jahren getroffen. Im Training – damals lief er für die erste Mannschaft von GW Amelsbüren in der Kreisliga B auf, konnte wegen seiner Ausbildung nur ganz wenig trainieren – zog er sich einen Kreuzband- und Meniskusriss zu. Es sei nicht einfach nur Pech gewesen. „Wenn man nicht 100-prozentig fit ist und sich einen Larifari-Stil aneignet, verletzt man sich eher“, sagt Bußmann selbstkritisch. Nach einem Jahr Pause kehrte er zurück.

Seit der Saison 2018/19 – hier im Heimspiel gegen den SuS Ennigerloh – läuft der Münsteraner für den SV Drensteinfurt auf.
Seit der Saison 2018/19 – hier im Heimspiel gegen den SuS Ennigerloh – läuft der Münsteraner für den SV Drensteinfurt auf. © Kleineidam

Wie damals fiel es dem Münsteraner auch diesmal alles andere als leicht, sich an seine Rolle als Untätiger zu gewöhnen. „Das war schon sehr schwer für mich, weil ich der Mannschaft gerne geholfen hätte auf dem Platz“, gibt Bußmann zu. Bei zwölf Ligaspielen, in denen der SVD nur neun Punkte holte und 18 Tore erzielte, musste er zusehen. „Da habe ich schon ein bisschen gelitten und mich auch ein bisschen aus dem Mannschaftsleben zurückgezogen. Aber jetzt bin ich wieder da!“

Joker-Rolle

Und wie fit ist er nach der langen Zwangspause? „Ich bin seit zwei Wochen wieder dabei“, sagt Bußmann. Gegen Concordia Albachten (0:0) absolvierte er 20 Minuten, im letzten Testspiel gegen Herringen (1:0) eine Halbzeit. „Das war aber schon ein wenig grenzwertig“, sagt der Angreifer, der als Gesundheitsberater bei einer großen Krankenversicherung arbeitet. Wie wichtig er für das Team ist, zeigte er auch gleich. Gegen Herringen erzielte er nur sieben Minuten nach seiner Einwechselung das entscheidende Tor.

Fit genug für einen Startelf-Einsatz im Kellerduell mit dem Tabellenzwölften Hultrop ist er noch nicht. Für die Joker-Rolle sollte es aber reichen. „Ich denke, dass ich eingewechselt werde“, sagt Bußmann, der Anfang der Woche geboostert wurde und deshalb kurzzeitig flachlag. Am Donnerstag und Freitag konnte er aber mittrainieren.

Nur zwei Ausfälle

SVD-Trainer Thorsten Heinze muss im Heimspiel gegen Hultrop nur auf zwei Urlauber verzichten. Jonas Rüsken und Sven Grönewäller fehlen. „Sonst sind alle an Bord“, sagt Heinze. 17 Spieler gehören zum Kader, darunter Maximilian Schulze-Geisthövel, der am Freitag mittrainiert hat. Die A-Jugendlichen, die zuletzt dabei waren, werden mit der U19 am Sonntag (6. Februar, 10.30 Uhr) zum zweiten Spiel in der Leistungsliga beim VfL Sassenberg antreten.

Sein Eindruck vom neuen Trainer „ist sehr positiv“. Heinze strahle Ruhe und Erfahrung aus, sagt Bußmann. „Meiner Meinung nach ist es eine Führung, die die Mannschaft jetzt braucht mit vielen jungen Leuten im Abstiegskampf.“ Der seit Freitag 40-jährige Hammer gibt viele Anweisungen von außen. Das helfe dem Team. „Er erfindet jetzt nicht das Rad neu, sondern konzentriert sich wirklich aus die Basics. Ich habe schon das Gefühl, dass er der Richtige ist, um uns aus dem Abstiegskampf rauszuholen“, sagt Falk Bußmann.

Den Klassenerhalt zu schaffen, wird angesichts des Fünfte-Punkte-Rückstands auf den ersten Nichtabstiegsplatz ein hartes Stück Arbeit. „Für uns wird es auf jeden Fall schwer. Gerade der Anfang ist entscheidend. Es ist wichtig, dass wir einen guten Auftakt haben“, unterstreicht der 26-Jährige vor den beiden Heimspielen gegen Hultrop und Lohauserholz.

Das war schon sehr schwer für mich, weil ich der Mannschaft gerne geholfen hätte auf dem Platz.

Falb Bußmann

„Ich bin vorsichtig optimistisch, weil unser Kader mit den A-Jugendlichen ganz anders aussieht. Sie kann man alle reinschmeißen bei uns, haben sich alle gut gemacht.“ Auch Dario Seljmesi, der aus der dritten Mannschaft dazugestoßen ist und viele Einsatzminuten bekam, sei eine Verstärkung für den Bezirksligisten. „Die Kaderbreite ist deutlich besser als zu Beginn der Saison. Das macht einem Mut“, sagt Bußmann.

WA-Liveticker

vom Spiel des SVD gegen Hultrop: www.wa.de/liveticker

Er selbst nimmt sich für die Rückserie natürlich vor, konstant zu spielen. „Mehr Spielzeit natürlich und das eine oder andere Tor“, umreißt er seine Ziele kurz und knapp. Ein Goalgetter fehlt dem SVD bislang nämlich. Die besten Torschützen der Stewwerter kommen auf drei Treffer. Bußmann hatte allein beim 4:1-Heimerfolg über das derzeitige Schlusslicht BW Sünninghausen doppelt getroffen, direkt nach der Pause zum wichtigen 1:1.

Vertragsverlängerung oder Wechsel?

Seit 2018 ist Bußmann beim SVD, war damals als 22-Jähriger vom TuS Hiltrup II gekommen. Ob er auch in der nächsten Saison das Drensteinfurter Trikot trägt oder den Verein nach vier Jahren verlässt, steht noch nicht fest. Uwe Heinsch, der Sportliche Leiter, habe zwar schon mit ihm gesprochen. Eine Entscheidung habe er aber noch nicht getroffen. „Ich mache mir noch Gedanken“, sagt Falk Bußmann. An diesem Wochenende gilt seine ganze Aufmerksamkeit erst einmal dem Duell mit einem direkten Konkurrenten im Tabellenkeller.

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