Beate Kosela ist Fortuna Walsteddes Allzweckwaffe 

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Seit Anfang der 70er Jahre ist Beate Kosela Mitglied bei Fortuna Walstedde – und hat seitdem viele Aufgaben übernommen.

Walstedde – Sie ist gelernte Werkzeugmacherin, arbeitet als Ergotherapeutin und hat die fachliche Leitung in einer Praxis. Sie engagiert sich als Übungsleiterin, Beisitzerin im Gesamtvorstand, Vorsitzende der Breitensportabteilung und Sportabzeichen-Prüferin.

Beate Kosela ist äußerst vielseitig – und ihr Fachwissen für Fortuna Walstedde Gold wert. Besonders wichtig ist ihr die Jugendarbeit. „Der Nachwuchs ist die Zukunft des Sportvereins“, sagt die 54-Jährige.

Was die Vereinsarbeit betrifft, folgt sie einem Vorbild. „Ich bin geprägt worden von meinem Vater“, sagt die gebürtige Walstedderin, deren Eltern aus Hamm stammen. Hans Sender war Mitbegründer des Breitensports bei den Fortunen. „Er hat mit Volleyball angefangen und das Kinder- und Jugendturnen ins Leben gerufen“, blick Kosela zurück. In den 60er und 70er Jahren war Sender 15 Jahre lang Vorsitzender des Walstedder Sportvereins.

Kosela ist seit Anfang der 70er Jahre Mitglied bei Fortuna, also mittlerweile etwa ein halbes Jahrhundert dabei. Zunächst war sie jahrelang in der Breitensportabteilung aktiv, ihr Vater war nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ihr Übungsleiter. Als Schülerin probierte sie Tischtennis aus, danach gehörte sie fünf Jahre der Damenfußballmannschaft unter Trainer Heiner Döbbe an. Es folgte eine Pause von ein, zwei Jahren.

Gruppe „Aeromix“

Den Übungsleiterschein machte sie als 18-Jährige, zuvor war Kosela bereits als Gruppenhelferin für Fortuna im Einsatz. Seit 1990, also seit mittlerweile 30 Jahren, leitet sie die 1978 gegründete Gruppe „Aeromix“ für Frauen ab 16 Jahren. „Das mache ich sehr gerne.“ Die jüngste Teilnehmerin ist 30, die älteste Mitte 60. Im Schnitt sind jede Woche zwölf bis 15 Frauen dabei. Zum Programm – laut Kosela ein „Sport-Mix“ – gehören unter anderem Aerobic, Step-Aerobic und Training mit Geräten. Noch legt auch „Aeromix“ eine Zwangspause ein.

Seit 1992 ist Kosela Sportabzeichen-Prüferin, 1993 kam Kinderturnen hinzu. Sie übernahm eine Breitensportgruppe für Jungen. Gemeinsam mit Susanne Reuter baute sie eine (Step-)Aerobic-Gruppe auf. 1994 traf sich die erste Gruppe im Paul-Gerhardt-Haus. „Das war vormittags, wir haben uns abgewechselt. Die eine hat sich um die Gruppe gekümmert, die andere auf die Kinder aufgepasst“, erinnert sich die Mutter einer Tochter (Wiebke) und eines Sohnes (Thorben).

Leiterin der Wirbelsäulengymnastik

Von 1998 an kümmerten sich Kosela und Reuter zudem um den Schulsport an der Lambertus-Grundschule in Walstedde. Dafür gab es eine „kleine Aufwandsentschädigung“ vom Land. Es folgten eine Ausbildung zur Rückenschulleiterin und die Leitung der Wirbelsäulengymnastik bei Fortuna. Ab dem Jahr 2000 gab sie parallel auch noch Kurse bei der VHS Ahlen.

2003 gab es einen „Einschnitt“, sagt Beate Kosela. Mit VHS-Kursen und Schulsport war Schluss, nach ihrer ersten Ausbildung zur Werkzeugmacherin absolvierte sie eine neue zur Ergotherapeutin – bis 2006. Neben ihrer Anstellung in einer Praxis in Walstedde und der „Aeromix“-Leitung kümmert sich Kosela weiterhin um zwei gemischte Wirbelsäulengymnastik-Gruppen, denen teilweise bis zu 20 Leute angehören – darunter ihr Mann Wolfgang, der seit Anfang der 2000er Jahre Mitglied im Sportverein ist und sich auch für Walking und Radfahren begeistert.

„Ich lebe für den Verein“

Warum das alles? „Ich mache es gerne, mache aktiv mit und damit auch was für mich“, sagt die 54-Jährige. Seit dem vergangenen Jahr ist sie auch noch im Besitz eines Rehasportscheins. „Weitergebildet habe ich mich immer.“ Alle zwei bis vier Jahre müsse sie ihre Übungsleiterscheine verlängern. Der Zeitaufwand für Fortuna ist für Kosela kein Problem. „Ich bin so groß geworden, ich lebe für den Verein“, betont sie.

Viel Zeit investiert die Walstedderin auch in die Vorstandsarbeit – ihr zweiter Aufgabenbereich bei Fortuna. In den 80er und 90er Jahren war sie zunächst im Jugendvorstand. Ludger Meiertoberend war jahrelang Vorsitzender des Gremiums. „Es war eine gute Zusammenarbeit“, erinnert sich Kosela.

Kurssystem einführen

Seit zwei Jahren fungiert sie im Hauptvorstand des großen Vereins als Beisitzerin. Ihre Absicht sei es gewesen, eine Breitensportvorstand zu installieren. Das geschah Anfang dieses Jahres. Seit Mitte Januar ist Kosela 1. Vorsitzende der Fortuna-Sparte. Ihre Aufgaben: den Zusammenhalt der Übungsleiter fördern, die Wünsche der Übungsleiter und anderen Mitglieder berücksichtigen, die Hallenzeiten koordinieren und mit dem Hauptvorstand um Clemens Kuhn zusammenarbeiten. Ein Ziel sei es, ein Kurssystem einzuführen. „Man könnte ein anderes Angebot mit begrenzten Einheiten machen, zum Beispiel Yoga. Dann müsste man sich nicht langfristig an den Verein binden“, erklärt Kosela.

Besonders wichtig sei ihr, die Jugendarbeit im Auge zu behalten und zu „gucken, was möglich ist“. Zum Beispiel gibt es im Nachwuchsbereich zurzeit keine Jungen-Breitensportgruppe. Das soll sich ändern. Dass neben Uwe Buchta (2. Vorsitzender und Schriftführer), Susanne Reuter (Kassiererin) und Corinna Grünewald (Jugendvertreterin/23 Jahre) in Greta Averkamp (14) eine ganz junge Jugendvertreterin dem fünfköpfigen Abteilungsvorstand angehört, „finde ich total klasse“, sagt Kosela.

100 Tage rum

Nach den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit – sie ist für zwei Jahre gewählt – zieht die Walstedderin eine positive Zwischenbilanz. „Wir waren aktiv, es macht mir Spaß“, sagt Beate Kosela. Die größte Aufgabe war es, bis März Räumlichkeiten für vier Vereinsgruppen zu suchen, die von der Schließung der Gymnastikhalle für den Vereinssport betroffen sind – die OGS nimmt die Räume während der Baumaßnahmen an der Grundschule in Anspruch. „Die ersten zwei Wochen vor Corona haben wir einen Klassenraum genutzt, der als Mehrzweckraum dient“, berichtet Kosela.

Ihr selbst fehlen in dieser außergewöhnlichen Zeit der Sport in der Gruppe und die sozialen Kontakte, aber ein Ende ist ja mittlerweile absehbar. Um mit den anderen Vorstandsmitgliedern in Verbindung zu bleiben, gibt es Telefonkonferenzen. Um fit zu bleiben, steht mindestens einmal am Tag Bewegung auf dem Programm. Ob Gymnastik, ein Spaziergang oder Radfahren – auch in dieser Hinsicht ist Beate Kosela vielseitig unterwegs.

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