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Dieser Fußballverrückte verlässt den Rasen und wird Co-Trainer in Drensteinfurt

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Von: Patrick Droste

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Mit 46 ist Schluss: Andre Budde beendet die Laufbahn und wird Co-Trainer des SV Drensteinfurt.
Mit 46 ist Schluss: Andre Budde beendet die Laufbahn und wird Co-Trainer des SV Drensteinfurt. © Günter Thomas

Einer, der in seiner Laufbahn für acht unterschiedliche Vereine gespielt hat, wird in der nächsten Saison Co-Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Drensteinfurt. Der 46-Jährige gehört aktuell zum Kader des A-Kreisligisten SVF Herringen. SVD-Coach Thorsten Heinze freut sich.

Drensteinfurt – An das Ende seiner aktiven Laufbahn hatte Andre Budde nie denken wollen. Und wenn, dann mit Schrecken. Denn ein Leben, ohne dass er selbst dem Ball hinterherjagt, war für den mittlerweile 46-Jährigen unvorstellbar. So gehört der Angreifer derzeit immer noch zum Kader des A-Kreisligisten SVF Herringen. Doch nach dieser Saison wird Schluss sein – denn Budde wird an der Seite seines langjährigen Weggefährten Thorsten Heinze Co-Trainer beim Bezirksligisten SV Drensteinfurt. „Die Knochen machen einfach nicht mehr mit“, erklärt der Stürmer, der hofft, seine langjährige Erfahrung an die jungen Akteure weiterzugeben.

In seiner rund 40 Jahre langen Karriere hat Budde für acht unterschiedliche Vereine gespielt. Angefangen über seine Jugendzeit beim 1. FC Pelkum lief er beim TuS Wiescherhöfen, beim damaligen Oberligisten Lüner SV, bei der SpVg Bönen, bei Westfalia Rhynern, beim Hammer SC, wo er ein halbes Jahr lang als Spielertrainer tätig war, beim SVE Heessen sowie zuletzt beim SVF auf – und überall erzielte er seine Tore. Er war – und ist – eben ein Fußballer mit Leib und Seele, der einfach kein Ende finden wollte und konnte.

Die Knochen machen einfach nicht mehr mit.

Andre Budde

Doch jetzt hat er eingesehen, dass sein Körper nicht mehr so mitmacht, wie er es sich wünscht und wie er es über all die Zeit gewohnt war. „Kreuzbänder kaputt, Innen- und Außenmeniskus zweimal operiert – nach jedem Spiel habe ich Wasser in der Kniekehle“, sagt er und verrät, dass ihm sein Karriereende deutlich leichter fällt, als er es sich in der Vergangenheit vorgestellt hatte: „Im Moment sage ich, dass es die richtige Entscheidung ist. Irgendwann merkt man, dass es vorbei ist. Mir fehlt inzwischen auch die Lust, mich immer wieder zum Training aufzuraffen. Vielleicht wird das wieder anders. Aber im Moment bin ich nicht sehr traurig darüber.“

In Drensteinfurt will er nun Chefcoach Heinze bei seiner Arbeit unterstützen und natürlich Erfahrungen als Trainer sammeln, denn Budde kann sich durchaus vorstellen, später als Hauptverantwortlicher ein Team zu betreuen. „Es ist sicherlich gut, wenn ich da bei Toto für ein, zwei Jahre reinschnuppern und gucken kann, wie es so läuft. Denn ein Ziel ist es schon, dann selbst Trainer zu werden.“

Heinze aktuell ohne Co-Trainer

Heinze, der mit seinem Team noch um den Klassenerhalt in der Bezirksliga kämpft, steht aktuell kein Co-Trainer zur Verfügung, so dass er sich sehr auf die Unterstützung von Budde freut. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim TuS Wiescherhöfen, als Heinze von der A-Jugend in die erste Mannschaft kam, wo Budde damals eine feste Größe war. „Andre ist absolut fußballverrückt, er ist da Feuer und Flamme. Und solche Leute, die dafür leben und genauso ticken wie ich, braucht man einfach an seiner Seite“, freut sich Heinze auf die Zusammenarbeit.

Zuerst aber muss Heinze noch alleine mit seinem Team den Abstieg verhindern. Bei einem Vorsprung von sechs Punkten bei noch drei Spielen sollte dies für den Hammer kein Problem sein. „Im nächsten Jahr wollen wir ins gesicherte Mittelfeld und so früh wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt Heinze. Und dabei soll ihm dann Budde helfen. Als Co-Trainer. Und wer weiß, vielleicht auch als Spieler. „Denn wenn Not am Mann ist, dann helfe ich natürlich aus“, sagt der 46-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.

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