Nicht nur reden, sondern tun: Alexandra Rohling ist Inklusionsbeauftragte

Freuen sich auf die Zusammenarbeit bei Fortuna Walstedde: (von links) der 1. Vorsitzende Clemens Kuhn, die Inklusionsbeauftragte Alexandra Rohling und der 2. Vorsitzende Olaf Lenz. Foto: Kleineidam
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Freuen sich auf die Zusammenarbeit bei Fortuna Walstedde: (von links) der 1. Vorsitzende Clemens Kuhn, die Inklusionsbeauftragte Alexandra Rohling und der 2. Vorsitzende Olaf Lenz.

Nicht nur reden, sondern tun – das ist die Devise, nach der sich Fortuna Walstedde mit dem Thema Inklusion im und durch Sport befasst. Um Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, hat der Sportverein in Alexandra Rohling eine Inklusionsbeauftragte benannt.

Walstedde – Die 36-Jährige wird sich um die Belange und Wünsche von Menschen mit einem vermeintlichen Handicap kümmern und als Bindeglied zwischen Interessierten sowie Trainern und Übungsleitern agieren.

„Wir hatten vor vielen Jahren schon darüber gesprochen, als ich gerade erst Vorsitzender war“, sagt Clemens Kuhn und ergänzt: „Es wird viel über Inklusion geredet, aber wenig getan.“ Es gebe eine Hemmschwelle. „Wir müssen in dieser Hinsicht Türen aufmachen“, betont Kuhn und freut sich, in Rohling eine „kompetente Ansprechpartnerin“ zu haben.

Die Heilerziehungspflegerin will nicht nur Türen aufmachen, sondern auch die „Arme öffnen“, wie sie sagt. „Ich habe erfahren, wie schön inklusive Arbeit im Sport ist. Inklusion wird bei Fortuna mit Sicherheit schon gelebt, aber wir wollen das Thema nun offensiv angehen“, verspricht Rohling, deren Vater Michael Gritsch viele Jahre im Vorstand des Sportvereins mitgearbeitet hat.

Auf individuellen Wünsche eingehen

Für Rohling gebe es „kaum einen besseren Ort für Inklusion als den Sportbereich“. Ihr Ziel ist es, dass alle so normal wie möglich an allem teilnehmen können. „Jeder Mensch, egal was er in seinem Rucksack trägt, sollte die selbstverständliche und dauerhafte Möglichkeit haben, am Vereinsleben teilzuhaben.“ Dabei sollte der Verein auf die individuellen Wünsche eingehen und gemeinsam mit dem Mitglied und dem jeweiligen Trainer beziehungsweise Übungsleiter abschätzen und beraten, inwieweit eine Teilnahme – gegebenenfalls auch unter veränderten, differenzierten Vorgehensweisen – möglich ist.

Die praktische Umsetzung stellt sich Alexandra Rohling so vor: „Im Verein wird geschaut, welche Sportgruppen die Möglichkeit haben, einen Menschen mit einem vermeintlichen Handicap zu inkludieren. Eventuell muss geschaut werden, welche Hilfsmittel oder personellen Begleitungen zusätzlich nötig sind.“ Gibt es eine Anfrage an den Verein, befasst sich Rohling mit der Person zunächst mit dessen Sportwünschen und nimmt dann Kontakt zur Gruppe oder Mannschaft auf, um eventuelle Fragen oder Hilfsmittelbedarf zu klären. „Die Begleitung in den ersten Trainings- oder Übungsstunden ist gesichert, um eventuelle zusätzliche Bedarfe zu ermitteln“, erklärt Rohling.

Doch: Nicht immer sei alles möglich. „Kommt ein Interessierter mit einem speziellen Sportwunsch, der für den Verein aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar ist, sollte er nicht auf Biegen und Brechen umgesetzt werden“, so Rohling. Ihre Aufgabe sei es dann, gemeinsam mit der Person über mögliche Alternativen zu sprechen und sie eventuell in einer anderen Gruppe unterzubringen.

„Austausch unabdingbar“

Weil laut Rohling für „das Leben von Inklusion im Sportverein“ und ein „gutes Gelingen“ ein „reger und offener Austausch“ zwischen Vorstand und Übungsleitern/Trainern unabdingbar ist, will sich die Inklusionsbeauftragte auch in den Vorstand des 1061 Mitglieder zählenden Vereins wählen lassen. Hätte die Jahreshauptversammlung von Fortuna Ende März stattgefunden, hätte sich Rohling als Beisitzerin zur Verfügung gestellt. Die Wahl wird nachgeholt. „Bedenken und Hindernisse in der Umsetzung sollten regelmäßig ausgetauscht werden, um eine optimale und zufriedenstellende Situation für alle zu schaffen“, sagt Rohling.

Dass sie nun offiziell als Inklusionsbeauftragte der Fortunen fungiert, hat einen weiteren Vorteil. Alexandra Rohling kann sich nun mit externen Stellen wie dem Kreissportbund Warendorf und der Förderorganisation Aktion Mensch in Verbindung setzen, um sich auszutauschen, an Geld für Hilfsmittel zu kommen und Fortbildungen anzustoßen.

Kontakt

Alexandra Rohling ist unter Telefon 0175-3893037 zu erreichen und in Kürze auch per E-Mail. Die Adresse wird Fortuna Walstedde zeitnah auf der Homepage des Vereins und in den sozialen Medien bekannt geben.

Zur Person

Alexandra Rohling ist 36 Jahre alt und wohnt in Ameke. Die Heilerziehungspflegerin arbeitet an der Lambertus-Grundschule in Walstedde und kümmert sich um Menschen mit Handicap. „Ich habe eine Weiterbildung für Rehasport gemacht und bin so auf die Sportschiene gelangt“, sagt Rohling, die auch Mitglied bei Fortuna ist. Ehrenamtlich engagiert sie sich für Funky e.V., einen großen inklusiven Tanzverein in Münster, und die Tanzgruppe der Einrichtung St. Vinzenz am Stadtpark in Ahlen. mak

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