Fußball

Schulze-Geisthövel: „Es war einfach eine geile Zeit“ beim SV Drensteinfurt

Alexander Schulze-Geisthövel (links) trug bislang in vier Liga-Spielen das Trikot des SV Drensteinfurt.
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Alexander Schulze-Geisthövel (links) trug bislang in vier Liga-Spielen das Trikot des SV Drensteinfurt.

Für Alexander Schulze-Geisthövel spiegelt der letzte Tabellenplatz, auf dem die Fußballer des SV Drensteinfurt stehen, nicht das Potenzial des Landesligisten wider. „Wir haben unsere PS nicht auf den Rasen gebracht“, sagt der 23-Jährige. Schulze-Geisthövel steht dem SVD ab sofort nicht mehr zur Verfügung.

Drensteinfurt – Viele Spiele hat er nicht für den SV Drensteinfurt bestritten. In der vergangenen Saison kam Alexander Schulze-Geisthövel auf einen Einsatz für die erste Mannschaft der Fußballer, in dieser auf drei Partien. Nach der wegen der Pandemie extrem langen Winterpause wird Lexi – so nennen ihn seine Teamkollegen – nicht mehr zur Verfügung stehen. Er setzt sein Studium in den USA fort. Ein Comeback ist aber nicht ausgeschlossen.

In der Aufstiegssaison 2019/20 war Schulze-Geisthövel nur beim 3:1-Erfolg am ersten Spieltag gegen den TuS Freckenhorst dabei, danach ging es zurück in die Vereinigten Staaten. Dass er auch in der aktuellen Saison für den SVD auflief, war zunächst nicht geplant. „Das mit Stewwert kam nur zustande, weil ich wegen Corona nicht rübergeflogen bin“, sagt der 23-Jährige. In der Landesliga kommt er auf drei Einsätze: gegen den TuS Altenberge (1:1), den SV Eintracht Ahaus (1:2-Niederlage) und den SV Herbern (0:3). Jedes Mal spielte der Innenverteidiger durch. Bei den anderen vier Begegnungen fehlte Schulze-Geisthövel Corona- oder verletzungsbedingt. „Ich hatte ein paar Wehwehchen“, sagt er.

Besonderes Eigentor

In Erinnerung bleiben wird ihm besonders der Saisonauftakt, als ihm im Heimspiel gegen Altenberge nach gerade mal fünf Minuten ein Eigentor unterlief. „Es war unglücklich, weil ich den Ball ans Schienbein bekomme, und megaärgerlich. Hätte ich das Eigentor nicht geschossen, hätten wir vielleicht drei Punkte mitgenommen. Das wäre natürlich noch besser gewesen“, sagt Schulze-Geisthövel. Allerdings trug er es auch mit Humor: „Im Endeffekt habe ich das erste Landesliga-Tor in der Geschichte des SVD geschossen. So kann man das Positive rausziehen.“ Für den jungen Stewwerter war es eins der besten Spiele, die der Aufsteiger in dieser Saison gemacht hat.

Auf seine Zeit beim SVD blickt er trotz der fehlenden Erfolge zuletzt gerne zurück. „Es ist eine geile Truppe und war einfach eine geile Zeit in meinen Augen“, sagt Alexander Schulze-Geisthövel. In dieser Art habe er es lediglich während seines kurzen Intermezzos beim TuS Hiltrup (siehe Infokasten) miterlebt. Der Student hebt besonders die „kunterbunte“ Mischung von einem 18-Jährigen bis zum 35-jährigen Dennis Hoeveler und den Teamgeist hervor. „Wir haben uns alle super verstanden. Es hat immer Spaß gemacht beim Training. Wir haben danach öfters zusammengesessen. Das ist im Seniorenbereich noch mal was anderes als in der Jugend.“ Nach dem Remis zum Auftakt sei es mit der Stimmung jedoch etwas bergab gegangen, „weil wir keine Spiele gewonnen haben. Die Lage wurde angespannter.“ Doch auch wenn der sportliche Erfolg ausblieb – persönliche Streits unter den Spielern habe es nicht gegeben.

Bei der Frage, ob der SVD den Klassenerhalt schafft, sollte die Saison fortgesetzt werden, muss Schulze-Geisthövel nicht lange überlegen. „Man sieht, dass wir mithalten können. Wir haben unsere PS bislang aber nicht auf den Rasen gebracht, würde ich behaupten“, sagt er und erinnert an das 1:1 gegen den aktuellen Spitzenreiter Altenberge: „Die Qualität ist auf jeden Fall in unseren Reihen. Das sagt Loge (Trainer Oliver Logermann/Anmerkung der Redaktion) ja auch gefühlt in jedem Interview. Und das ist auch so, es ist nicht einfach so dahergesagt.“

Wir haben unsere PS bislang nicht auf den Rasen gebracht.

Alexander Schulze-Geisthövel

Was dringend besser werden muss im Vergleich zu den ersten sieben Liga-Spielen? „Vorne fehlt die Kaltschnäuzigkeit, und hinten mal die Null halten, das wäre natürlich auch nicht schlecht“, sagt Schulze-Geisthövel. In sieben Spielen hat der SVD 18 Gegentore bekommen. „Das darf natürlich nicht sein, weil wir hinten erfahrene Leute haben. Defensiv hätten wir doch ein bisschen sicherer stehen müssen.“ Vielleicht sei die Umstellung von Dreier- auf Viererkette eine Lösung. Fitnesstechnisch könnte sich der SVD auch steigern, meint der Verteidiger. „Klar gibt es immer Dauerläufer, die ihre Meter abspulen, aber es gibt auch einige, die gerne mal Meter sparen, sodass Lücken entstehen.“

Wenn es für ihn am Dienstag, 12. Januar, zurück in die USA geht und er dort wieder „nur“ mit Gleichaltrigen zusammen Fußball spielt, wird er vor allem eins vermissen: „Es ist schon schön, Führungsspieler wie Diogo Castro und Christoph Lübke in seinen Reihen zu haben, von denen man sich vieles abgucken kann.“ Aber auch er habe den Jüngeren beim SVD trotz seiner erst 23 Jahre zeigen können, woran sie noch arbeiten müssen. In dieser Hinsicht lobt er Leo Steinert: „Er ist super offen für so was und sehr interessiert.“

Pass bleibt in Drensteinfurt

In den USA wird sich Alexander Schulze-Geisthövel wieder dem Studiengang „International Business Management and Finance“ widmen. „Ich habe meinen Bachelor fertig und muss noch den Minor abschließen“, sagt er. Damit ist er voraussichtlich im Mai fertig. Danach geht er den Master an – ob in Deutschland oder den USA, ist noch nicht klar. Die College-Soccer-Saison wurde erst mal abgesagt. Er werde erst mal nur Trainings und Einheiten im Fitnessstudio absolvieren. Zurzeit hält er sich mit Joggen und Work-outs über Youtube fit. „Wir haben einen Trainingsplan aus Amerika bekommen.“

Dass Schulze-Geisthövel noch mal für Drensteinfurt aufläuft, ist nicht ausgeschlossen. „Mein Bruder und ich lassen unsere Pässe beim SVD liegen. Falls mal Not am Mann ist, werden wir auch wieder für Drensteinfurt die Schuhe schnüren“, sagt er. Auf die Frage, wer der bessere Fußballer sei, sein Bruder Maximilian oder er, antwortet der Defensivakteur diplomatisch: „Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Ich als kleinerer Bruder habe viel von ihm gelernt und auch viel von ihm profitiert.“

Stationen

Alexander Schulze-Geisthövel hat beim SVD angefangen – als Minikicker – und bis zur F1-Jugend in Drensteinfurt gespielt. „Dann hatten wir ein Testspiel gegen Ahlen. Da habe ich die wohl von mir überzeugt“, berichtet der 23-Jährige von seinem Wechsel zu RW Ahlen. Von dort ging es später zum SC Preußen Münster, für den er sogar in der U17-Bundesliga auflief. 2014 kehrte Schulze-Geisthövel zu RW Ahlen zurück. 2016 wechselte er als 19-Jähriger zum TuS Hiltrup, absolvierte aber nur ein Spiel für den Westfalenligisten. „Da war ich nur verletzt und habe gerade mal 39 Minuten für Hiltrup gespielt.“

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