„Jetzt reicht es": Was Alexander Moos zu seiner Zeit als SVD-Obmann sagt

Alexander Moos mit seinem vier Jahre jungen Sohn Pepe beim Heimspiel des Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt gegen den TuS Altenberge. Foto: Kleineidam
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Alexander Moos mit seinem vier Jahre jungen Sohn Pepe beim Heimspiel des Fußball-Landesligisten SV Drensteinfurt gegen den TuS Altenberge.

Alexander Moos ist nicht mehr Senioren-Obmann des SV Drensteinfurt. Dass er sein Amt abgegeben hat, hat berufliche und familiäre Gründe. Sein Nachfolger steht bereits fest. Jan Wiebusch kümmert sich nun um die Belange der drei Fußballmannschaften.

Drensteinfurt – „Jetzt reicht es erst mal“, sagt Moos, der seit dem Sommer Versicherungsfachwirt und kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden ist. „Nach dem Abschluss meines Fachwirt-Studiums habe ich mehr Aufgaben übertragen bekommen. Bei zwei Agenturen ist das sonst alles nicht mehr zu bewältigen“, begründet der 39-Jährige seinen Schritt, sich zurückzuziehen und mal wieder Abstand vom Fußball zu gewinnen. „Manchmal muss man einfach Prioritäten setzen und mehr an sich denken. Ich möchte die Freizeit, die ich habe, für die Familie und für mich nutzen.“

Im Jahr 2015 hatte er die Aufgabe als Obmann der ersten Mannschaft von Uwe Heinsch übernommen. Heinsch hatte Moos damals angesprochen und eingearbeitet. Vorher hatte der Stewwerter zusammen mit Dominik Busch von 2011 bis 2015 erst die dritte und dann die zweite Mannschaft trainiert und sich als Obmann bereits um die Reserve gekümmert.

Aufstieg als Höhepunkt

Ob er zufrieden ist mit dem Erreichten? „Wenn man es rein sportlich betrachtet, wo der SVD jetzt steht, habe ich einen guten Job gemacht. Ich habe Olli (Oliver Logermann/Anmerkung der Redaktion) seinerzeit zum Cheftrainer und Nachfolger von Ivo (Kolobaric) gemacht und das Team mit in die Landesliga geführt“, sagt Moos zufrieden. Außerdem wurde in seiner Amtszeit die dritte Mannschaft neu gegründet – vor zwei Jahren.

Alexander Moos

Moos blickt aber auch selbstkritisch auf seine Jahre als Obmann zurück. „Klar kann man immer was verbessern, sei es in der Kommunikation oder in der Arbeitsaufteilung. Das steht außer Frage“, sagt er. Allerdings sei die Aufgabe auch nicht immer einfach. „Je mehr Mannschaften, je mehr Spieler du hast, desto mehr persönliche Befindlichkeiten gibt es. Da kannst du nicht jedem gerecht werden, sondern musst auch mal Entscheidungen treffen, die nicht für alle zufriedenstellend sind.“ Ein Beispiel sei die Platzbelegung. „Klar will jeder zweimal die Woche auf Kunstrasen trainieren, nur muss man die Hierarchie im Verein mitberücksichtigen.“

Mehr Positives als Negatives

Der Rücktritt von Volker Rüsing im Herbst 2019 als Trainer der zweiten Mannschaft habe eine „schwierige Phase“ zur Folge gehabt, „weil das für mich sehr überraschend kam“, sagt Moos. Ansonsten gab es weitaus mehr Positives als Negatives in seiner Amtszeit. „Ich hatte das Glück, dass es sportlich in den vergangenen Jahren bergauf ging. Die erste Mannschaft hat sich erst im Mittelfeld der Bezirksliga etabliert, immer weiter hochgearbeitet und dann in diesem Jahr den Aufstieg geschafft.“

Schwieriger geworden sei es – aber das Problem hätten andere Vereine auch –, den vereinseigenen Nachwuchs zu integrieren. „Dass mehr A-Jugend-Spieler auch wirklich gewillt sind, bei den Senioren Fuß zu fassen. Dass sie nicht nur den Spaß im Vordergrund sehen, sondern auch leistungsorientierter spielen wollen“, sagt Moos.

Wiebusch der Nachfolger

An vorderster Front möchte sich der 39-Jährige fürs Erste nicht engagieren. „Ich mache jetzt erst mal komplett Pause. Wenn Jan Wiebusch, mein Nachfolger, Unterstützung braucht oder andere Fragen haben, stehe ich natürlich mit Rat und Tat zur Seite“, erklärt Moos. Schließlich habe er über Jahre Erfahrungen gesammelt und ein Netzwerk aufgebaut.

Aktiv bleibt Moos aber beim SV Drensteinfurt – als Spieler der Alten Herren II. „Was ich mir gut vorstellen kann, ist, dass ich die Jugend als Betreuer oder Trainer unterstütze, wenn mein Sohn Pepe sich entscheiden sollte, Fußball zu spielen“, sagt Alexander Moos. Aber „jetzt reicht es erst mal“.

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