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[Update] Ähnliches Umfeld, viel mehr Verantwortung: Marcel Bonnekoh seit acht Monaten Cheftrainer

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Von: Matthias Kleineidam

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Vereinswechsel: Seit dem Sommer ist der 32-jährige Marcel Bonnekoh verantwortlicher Trainer beim TuS Ascheberg.	Foto: Kleineidam
Vereinswechsel: Seit dem Sommer ist der 32-jährige Marcel Bonnekoh verantwortlicher Trainer beim TuS Ascheberg. © Kleineidam

Nach vier Jahren als Co-Trainer der ersten Mannschaft des SV Drensteinfurt hatte Marcel Bonnekoh im Sommer eine neue Herausforderung angenommen. Seine erste Station als Chefcoach: gleich ein A-Kreisligist. Der 32-Jährige hat den Wechsel von seinem Heimatverein zum TuS Ascheberg nicht bereut – auch wenn es zwischendurch eine lange Durststrecke gab.

Drensteinfurt – Der Einstieg beim Team im Kreis Coesfeld wurde ihm leicht gemacht. Er sei gut aufgenommen worden von Mannschaft, Vorstand und den anderen Mitgliedern im Verein. „Sie haben es mir relativ einfach gemacht, da reinzukommen“, blickt Bonnekoh auf seine ersten acht Monate als verantwortlicher Trainer zurück. Das Umfeld sei ähnlich wie in Drensteinfurt, die Mannschaft ein eingeschworener Haufen. „Es ist eine Dorftruppe. Es sind nicht viele Externe dabei, um die du dich groß kümmern musst“, sagt der Drensteinfurter, der als Vermessungsingenieur bei der Stadt Hamm arbeitet. Viele neue Leute hat er in Ascheberg kennengelernt. „Das ist schon spannend.“ Auf drei bekannte Gesichter traf er allerdings auch. In Keeper Tobias Kofoth und Yannick Westhoff gehören schließlich zwei Spieler zum Kader des TuS, die früher für den SVD aufliefen. Und der Sportliche Leiter Oliver Gellenbeck war zweieinhalb Jahre Torwarttrainer in Drensteinfurt.

Sportlich lief es bislang durchwachsen. Mit 13 Punkten aus 13 Saisonspielen ist Ascheberg Viertletzter. „Erst lief es ganz gut“, sagt Bonnekoh. Sieben Zähler waren die Ausbeute aus den ersten vier Partien. Es folgte ein bitteres Erlebnis: Ende September verlor der TuS gegen den aktuellen Spitzenreiter Warendorfer SU nach einer 3:0-Führung noch 3:4. Es war der Beginn einer Serie von sieben Niederlagen nacheinander. „Das war eine ziemlich lange Durststrecke“, konstatiert Bonnekoh. Ein Grund: viele Verletzungen „auf einem Haufen“. Trotz der rasanten Talfahrt in der Tabelle sei die Stimmung immer noch gut gewesen. „Das ist der Vorteil der Truppe“, sagt Bonnekoh.

Wir sind sozusagen überm Strich in die Winterpause gegangen. Das hat fürs Allgemeingefühl ganz gutgetan.

Marcel Bonnekoh

Die gravierendsten Fehler wurden angesprochen, es wurde was verändert, plötzlich lief es wieder besser, „Gamechanger war das Spiel gegen Wacker Mecklenbeck, das wir zwar knapp verloren haben, aber wir haben ein super Spiel gemacht. Das hat ein bisschen Selbstvertrauen gegeben und ein gutes Gefühl“, so Bonnekoh. Wichtig waren die beiden Siege zum Abschluss des Jahres gegen Herbern II und BW Aasee. „Gegen Herbern im Derby musst du als Trainer eh nicht viel sagen, um die Jungs zu motivieren“, erzählt Bonnekoh. Das gegen den direkten Konkurrenten Aasee sei ein „ganz wichtiges Spiel“ im Kampf gegen den Abstieg gewesen. „Wir sind sozusagen überm Strich in die Winterpause gegangen. Das hat fürs Allgemeingefühl ganz gutgetan“, sagt Bonnekoh.

Vertrag verlängert

Da höchstwahrscheinlich nur zwei Teams aus der Kreisliga A2 Münster absteigen werden, sieht es zurzeit ganz gut aus für den TuS. Auf ein konkretes Ziel angesprochen, sagt der Stewwerter: „Auf einen Platz wollen wir gar nicht gucken.“ Prioritär sei, möglichst frühzeitig den Klassenerhalt perfekt zu machen. „Der Platz am Ende ist mir dann egal.“

Seit Ende des vergangenen Jahres steht fest, dass Marcel Bonnekoh Ascheberg auch in der Saison 2022/23 trainieren wird. Lange überlegen musste er nicht, bevor er seine Zusage gab. Die Zusammenarbeit mit den anderen Verantwortlichen funktioniere. „Es passt mit der Mannschaft gut und auch mit Oliver Gellenbeck als Sportvorstand“, sagt der verheiratete 32-Jährige. Und außerdem: „Ein Jahr ist mir auch ein bisschen wenig.“

B-Lizenz zusammen mit Logermann verlängert

Seit 2018 ist Bonnekoh im Besitz der B-Lizenz. „Die habe ich gerade noch verlängert.“ An dem Online-Kurs nahm auch Oliver Logermann teil, der frühere Trainer des SV Drensteinfurt und aktuelle Coach des Landesligisten BSV Roxel. „Das war ganz cool. Wir haben uns zwar nicht getroffen, aber zwischendurch gequatscht. Er hat seine Lizenz auch verlängert.“ Unter Logermann war Bonnekoh vier Jahre Co-Trainer beim SVD.

Langfristige Ziele als Coach hat Bonnekoh, der zwischendurch in Münster wohnte, aber zurück nach Drensteinfurt gezogen ist, keine. Er hätte auch kein Problem damit, einen B-Ligisten zu trainieren. „Oder mal wieder eine Jugendmannschaft. Das könnte ich mir auch vorstellen irgendwann.“ Dann allerdings ein Nachwuchsteam mit relativ hohen Ambitionen.

Interesse bleibt

Beim SVD hatte er als Jugendtrainer begonnen und unter anderem die U17 (vier Jahre) und die U19 (drei Jahre) gecoacht. Die Situation bei seinem Heimatclub verfolgt er intensiv. „Auf jeden Fall. Ich würde natürlich gerne mehr Spiele gucken, aber meist spielen wir gleichzeitig.“ Die Ergebnisse des SVD schaut sich Bonnekoh aber nach den Partien mit Ascheberg direkt an.

In der Vorbereitung war er beim Test des Bezirksligisten aus Drensteinfurt gegen Roxel am Platz – und schon etwas beeindruckt davon, dass wieder mehr Zuschauer ins Erlfeld kommen. „Es ist der Optimalfall, wenn du Spieler in der ersten Mannschaft hast, die gleichzeitig Co-Trainer oder so in der Jugend sind“, sagt Bonnekoh.

Erst gegen Albersloh, dann Gemeindederby

Für den TuS Ascheberg geht es am Sonntag, 6. März, in der Liga weiter – mit dem Heimspiel gegen Grün-Weiß Albersloh, einen direkten Tabellennachbarn. Sieben Tage später folgt das Gemeindederby beim Vorletzten Davaria Davensberg. Es sind zwei richtungsweisende Partien für die Ascheberger. Marcel Bonnekoh ist guter Dinge, die Mission Nichtabstieg in seiner ersten Saison als Chefcoach erfolgreich zu beenden. „Die Verletzten, die wir in der Hinrunde hatten, sind wieder da“, sagt er. Und die Trainingsbeteiligung sei zuletzt überragend gewesen.

Der ausführliche Bericht steht am Donnerstag im Westfälischen Anzeiger (WA Drensteinfurt 3. März 2022) und seit Mittwoch auch im E-Paper.

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