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135 Minuten an einem Tag kicken – für Till Starkmann überhaupt kein Problem

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Von: Matthias Kleineidam

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Gibt sein Bestes für beide Seniorenmannschaften von Fortuna Walstedde: Till Starkmann. Foto: Kleineidam
Gibt sein Bestes für beide Seniorenmannschaften von Fortuna Walstedde: Till Starkmann. © Kleineidam

Er spielt und trifft im Aufstiegskampf für die zweite Mannschaft, läuft am gleichen Tag auch noch für die erste auf und trainiert darüber hinaus seit diesem Jahr die D-Jugend. Till Starkmann engagiert sich vor allem auf, aber auch neben dem Platz für Fortuna Walstedde.

Walstedde – Dabei befindet er sich beruflich in einer wichtigen Phase. „Ich bin zwei Monate vor meiner Abschlussprüfung“, sagt der 22-Jährige, der eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei einer großen Firma in Ahlen macht. Als Ausgleich zum Job dient der Sport. „Ich habe eine sehr sportliche Woche“, sagt Starkmann. „In meiner Freizeit bin ich dienstags, donnerstags, freitags, samstags und sonntags auf dem Sportplatz.“ Außerdem versuche er, dreimal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Fit ist er – davon können sich die Zuschauer regelmäßig überzeugen.

Fußball spielt der junge Ahlener seit seinem sechsten Lebensjahr. Er begann bei der DJK Vorwärts Ahlen – bei dem Verein, für den auch sein Vater sehr lange spielte. Vor seinem Wechsel zu den Fortunen trug Starkmann vier oder fünf Jahre das Trikot der SG Sendenhorst. Sein Coach war Max Lepper, ein Fortune. „Er hat mein Bild ein bisschen geprägt, weswegen ich schon ein sehr gutes Bild von Fortuna Walstedde hatte.“

Ich habe eine sehr sportliche Woche.

Till Starkmann

Seit 2018 läuft Till Starkmann für Fortuna auf. In seiner letzten A-Jugend-Saison wechselte er nach Walstedde. „Davor habe ich fast ein Jahr lang kein Fußball gespielt, weil ich ein bisschen die Lust daran verloren hatte. Zum Glück habe ich sie in der A-Jugend wiedergefunden.“ 2019 ging es hoch in den Seniorenbereich. In der abgebrochenen Saison 2019/20 bestritt er acht Ligaspiele für die erste Mannschaft unter Trainer Eddy Chart, spielte aber auch unter den beiden Schlüter-Brüdern in der zweiten Mannschaft. 2020/21 sollte Starkmann komplett in die erste Mannschaft hochrücken. „Ich habe mich aber leider mit dem Trainer nicht so gut verstanden, sodass es für mich persönlich angenehmer war, in der zweiten Mannschaft zu spielen.“

Unter Robin Vinnenberg und Ansgar Buttermann, die seit dem Winter als Interimsduo das Sagen an der Seitenlinie des A-Kreisligisten haben, „ist es wieder was ganz anderes“, sagt Starkmann. Die Zusammenarbeit funktioniere gut, das Vertrauen der neuen Trainer tue ihm „sehr gut“. Und so kommt der quirlige Offensivakteur auch in der ersten Mannschaft wieder zum Einsatz. Zwei Spiele nacheinander darf er in der Kreisliga A nicht absolvieren, „weil ich mich dann festspielen würde“. Das will er sowieso nicht. Schließlich sei die sportliche Situation der Reserve aussichtsreich. „Daher gehe ich noch nicht direkt hoch in die Erste. Es ist so gedacht, dass ich in den meisten Fällen in jedem zweiten Spiel in der Ersten aushelfe“, erklärt Starkmann.

Till Starkmann in Aktion
Till Starkmann in Aktion © Töns

Mitte März war er an einem Sonntag für beide Teams aktiv. „Das 3:0 mit der zweiten Mannschaft im Spitzenspiel gegen Oelde III hätten wir nicht verspielen dürfen, aber in der ersten hat es doch noch ganz gut geklappt“, sagt Starkmann. Im Heimspiel des A-Kreisligisten gegen Oelde I wurde er eingewechselt, bereitete ein Tor vor und holte einen Elfmeter heraus. Eine Woche später glich er beim 4:2-Erfolg der Fortunen bei der Ahlener SG zum 2:2 aus.

Für den 22-Jährigen ist es kein Problem, erst in der zweiten und dann noch 45 Minuten in der ersten Mannschaft zu spielen, obwohl er von seinen Gegenspielern teilweise ganz schön bearbeitet wird und es manchmal auf dem Platz schlimm aussieht. Sein Körper spielt auf jeden Fall mit. „Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Aber es ist ein großes Glück bei mir, dass es teilweise Situationen gibt, wo es wirklich wehtut, wenn es knallt, und ich selber schon denke, dass ich runter müsste. Aber dann geht es doch weiter“, ist Starkmann selbst ein wenig verwundert. Er hatte bislang sehr selten Verletzungsprobleme. „Ich hatte noch nie muskuläre Probleme, musste noch nie wegen einer Zerrung oder so aussetzen. Generell habe ich kaum Ausfallzeiten gehabt.“ Das ist für ihn „so ein kleines Wunder“.

18 Saisontore für die Reserve

18 Saisontore für die zweite und eins für die erste Mannschaft stehen für Till Starkmann zu Buche. Ist er zufrieden mit der Ausbeute? „Mit meinen Leistungen bin ich zufrieden, mit denen der Mannschaft auch“, sagt er und betont: „Mir persönlich kommt es nicht darauf an, dass ich bei uns die meisten Tore mache. Meistens besetze ich in der zweiten Mannschaft ja eine Außenposition und spiele nicht zentral oder im Sturm. Für mich ist es wichtiger, die anderen beiden vorne, Justin Winkler und Darian Jeske, vernünftig einzusetzen.“ Und die beiden „treffen ja auch wie zwei Verrückte“. Der Unterschied in beiden Mannschaften: „In der Zweiten bin ich oft da für den vorletzten oder letzten Pass, in der Ersten ist es meistens so, dass ich erst den Laufweg für den letzten Pass machen muss.“

Mit der Zweiten vor dem Aufstieg

Der Sprung mit der Reserve von der C- in die B-Liga ist das große Ziel für Starkmann. „Wir wollen den Aufstieg mitnehmen“, sagt er. Die Qualität sei vorhanden. „Es ist ein Kader, der weitaus mehr kann als Kreisliga C. Es macht einfach Spaß in der Konstellation, mit den Jungs zu kicken. Alle sind gut gelaunt, verstehen sich untereinander. Wir haben eine extrem sehr hohe Trainingsbeteiligung. Und Marcel und René machen einen super Job.“

Einen guten Job macht auch Till Starkmann – nicht nur als Spieler auf dem Platz, sondern auch als Jugendcoach von Fortuna Walstedde. Im Besitz des Trainerschein ist er seit dem Sommer vergangenen Jahres. „Erst war es der Plan, dass ich eine eigene Jugendmannschaft übernehme. Die B-Jugend ist aber erst nicht zustande gekommen, weil wir zu wenig Leute bei Fortuna hatten.“ In der Winterpause stieg er dafür bei den D-Junioren ein. „Da war ich erst im Aushilfsbereich tätig, um mir den Trainerjob ein bisschen anzugucken, weil ich nicht so viel Erfahrung in dem Bereich hatte“, sagt Starkmann.

Trainerduo Starkmann und Starkmann

Seit Januar bilden er und Sabrina Starkmann das Trainerduo der U13. Das Kuriose: Beide tragen zwar den gleichen Nachnamen, sind aber nicht verwandt. „Da habe ich mich beim Trainerlehrgang auch sehr gewundert“, gibt der 22-Jährige zu. Er kann nur Gutes berichten. „Es läuft wirklich erstaunlich gut“, sagt Starkmann. Beide bekämen sehr gute Rückmeldungen von den Eltern. „Es macht sehr viel Spaß mit den Kindern. Sie sind alle durchgehend gut gelaunt, und wir konnten bislang sehr gute Fortschritte mit der Mannschaft erzielen.“

Vier Spiele, vier Siege – die Bilanz ist makellos. „Wir spielen leider nur in der Sonderrunde.“ Aber „es macht Spaß, der Mannschaft zuzugucken. Die Kinder spielen wirklich einen tollen Fußball und belohnen sich jetzt auch.“ Im Endeffekt laufe es sehr gut, „und mir persönlich macht es sehr viel Spaß, den jungen Leuten ein bisschen was zu vermitteln. Als aktiver Spieler kann man viele Situationen anders sehen und kommt anders an die Spieler heran“, sagt Till Starkmann.

Es ist megacool für mich, die Kids am Spielfeldrand zu sehen.

Till Starkmann

Unter der Woche und bei den Spielen kümmert sich er sich um den Nachwuchs, sonntags bekommt er seine Belohnung dafür – in Form von Unterstützung. „Es ist megacool für mich, die Kids am Spielfeldrand zu sehen und mit ihnen zu sprechen, wenn ich in der ersten oder zweiten Mannschaft spiele.“

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