Nach dem Pokalfinale

"Wir haben nicht gestritten" - Geht Tuchels Zeit beim BVB doch weiter?

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Geht Thomas Tuchels Zeit beim BVB doch weiter?

BERLN - Der BVB hat eine bewegende Saison mit dem vierten DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte gekrönt. Mit dem 2:1 (1:1)-Sieg vor 74322 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion gegen die Frankfurter Eintracht beendeten die Schwarz-Gelben nach zuvor drei Niederlagen in Folge in Berlin den Finalfluch und feierten den Triumph ausgelassen.

Doch wird der Alltag die Protagonisten schnell wieder einholen. Der Erfolg wird den Arbeitsplatz von Trainer Thomas Tuchel vermutlich nicht retten, und auch die Demission von Toptorjäger Pierre-Aubameyang, der in der 67. Minute den entscheidenden Treffer per Foulelfmeter erzielte, dürfte nicht mehr zu verhindern sein. 

Schmelzer und Co. jubeln - Die Bilder des DFB-Pokal-Finales Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt

Beim nächtlichen Bankett im Berliner Hotel Hyatt gab es immerhin ein kleines Dankeschön des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, Richtung Trainerteam. „Lieber Thomas, das war dein erster Titel. Darüber freue ich mich riesig. Herzlichen Glückwünsch, ihr habt das toll gemacht“, erklärte Watzke, der zuvor allen Fragen nach der Zukunft des erfolgreichen Fußball-Lehrers ausgewichen war. „Wir haben uns nicht gestritten“, beteuerte Watzke. „Im Prinzip hat sich nichts geändert: Wir werden reden und dann werden wir sehen.“ Über das Thema Aubameyang wollte er sich dagegen nicht äußern: „Wir haben gerade einen Titel geholt, da bitte ich um ein bisschen mehr Respekt.“

Tuchel will bleiben 

Derweil hoffte Tuchel immer noch, dass er seinen bis Juni 2018 laufenden Vertrag bei den Westfalen erfüllen darf, ging zumindest am Samstagabend in Berlin weiter fest davon aus, dass die anstehenden Gespräche mit der Vereinsführung ergebnisoffen seien. „Nachdem unsere letzte Umarmung ja handgestoppt wurde, haben wir uns diesmal Mühe gegeben“, berichtete der 47-Jährige über die weitere Annäherung mit Watzke auf dem Rasen des Olympiastadions, auf dem seine Freude zunächst sehr verhalten ausfiel. „Ich bin leer“, meinte Tuchel. „Beim Halbfinale in München war der Jubel unendlich groß beim Abpfiff, das war eine richtige Explosion. Jetzt ist der Akku leer. Aber tief in mir fühle ich eine wahnsinnig große Freude.“ 

Schon während der Pressekonferenz in Berlin begann der Fußball-Lehrer darum, um seinen Job zu kämpfen. „Natürlich möchte ich bleiben. Es macht mir einen großen Spaß, mit diesem Team zu arbeiten.“ Mögliche Differenzen mit der Mannschaft dementierte Tuchel entschieden: „Ich glaube, dass man besondere Leistungen dann erbringt, wenn es eine besondere Verbindung zwischen Trainer und Spielern gibt. Wir haben alle unsere Ziele erreicht und eine besondere Saison gekrönt. Das geht nur mit gegenseitigem Vertrauen.“ 

Bürki stellt sich hinter seinen Trainer

Von den Spielern gab es weiter keine öffentlichen Bekenntnisse zum Trainer, mit Ausnahme von Schlussmann Roman Bürki. „Er soll bleiben“, erklärte der Schweizer. „Dieser Titel ist der krönende Abschluss. Ich habe in einer Saison noch nie so viel erlebt – sowohl auf, als auch neben dem Platz. Das war nicht einfach. Dieses Team ist mit jedem Erlebnis weiter zusammengewachsen. Wir können stolz sein.“ 

Das Finale in Berlin war ein Spiegelbild der abgelaufenen Meisterschafts-Runde.

Dortmund begann stark und ging früh durch ein Traumtor von Ousmane Dembélé in Führung (7.), geriet nach dem Ausgleich durch Ante Rebic (29.) aber ins Schwimmen, zumal Kapitän Marcel Schmelzer (Muskelfaserriss) und Marco Reus (Verdacht auf Kreuzbandverletzung) zur Pause passen mussten. Doch dank der Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel feierten die Schwarz-Gelben am Ende durch den Elfmetertreffer von Aubameyang einen verdienten Sieg, der auch Reus die schwere Blessur erst einmal vergessen ließ: „Jetzt genießen wir den Moment, die Nacht. In solchen Momenten fühlt man einzig pure Freude.“

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