Elfmeter entscheidet: BVB verliert Spiel in Krasnodar

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Am Boden: Dortmunds Ilkay Gündogan.

Krasnodar - Trotz hochkarätiger Torchancen hat Borussia Dortmund die erste Niederlage in der Europa League kassiert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel verlor am Donnerstag beim FK Krasnodar 0:1 (0:1) und musste damit vor dem letzten Gruppenspiel die Tabellenführung an die Russen abtreten.

Als das Kuban-Stadion 1960 gebaut wurde, machte sich in Krasnodar niemand Gedanken um den Komfort für die Zuschauer. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Immer noch schützt kein Dach im 32.000 Zuschauer fassenden Stadion die Schaulustigen vor Niederschlägen.

Wenn Regen fällt, müssen Schirme, Mützen oder wasserdichte Jacken reichen. Gut für die 30.150 Fans, dass es zumindest gestern Abend beim Auftritt von Borussia Dortmund trocken blieb. Die Spieler des Bundesligisten schlichen nach dem Abpfiff trotzdem wie begossene Pudel vom Feld.

Denn durch die 0:1 (0:1)-Niederlage beim FC Krasnodar verpasste der bereits für die K.-o.-Runde der Europa League qualifizierte BVB den vorzeitigen Gruppensieg und ist nun im Kampf um den ersten Platz, der bei der Auslosung von großem Vorteil ist, auf Hilfe des FK Qäbälä angewiesen.

Es war ein Start in die Partie, wie ihn der BVB in der jüngeren Vergangenheit schon einige Male hingelegt hatte: Mit dem ersten Angriff ging der Gegner in Führung. Es waren noch nicht einmal 30 Sekunden gespielt, als eine Flanke in den Dortmunder Strafraum Richtung Mauricio Pereyra segelte. Ausgerechnet Mats Hummels, der in den vergangenen Tagen eine Menge Kritik hatte einstecken müssen, hielt den zentralen Mittelfeldspieler der Gastgeber kurz fest. Schiedsrichter Serdar Gözübüyük entschied sofort auf Elfmeter, den Pavel Mamaev zum 1:0 für den FC Krasnodar verwandelte (2.).

Die Dortmunder, die mit Pierre-Emerick Aubameyang, Shinji Kagawa und Marco Reus drei Stammspieler zuhause gelassen hatten, übernahmen anschließend sofort das Kommando und hatten in der achten Minute bereits die große Chance zum Ausgleich. Doch der Lupfer von Adrian Ramos über Torwart Andriy Dykan tickte vor dem Tor noch einmal auf – sprang dann aber gegen die Latte und von dort ins Feld zurück.

Auch in der Folgezeit bestimmten die Borussen das Geschehen, waren klar tonangebend, zwingend agierte der BVB in seinen Aktionen aber oftmals nicht. Vor allem über die rechte Seite, wo Lukasz Piszcek und Jonas Hoffmann neu ins Team gerutscht waren, entwickelte der Tabellenzweite der Bundesliga zu wenig Druck und leistete sich viele unbedrängte Ballverluste. Erst in der 45. Minute hatte der BVB noch einmal zwei dicke Chancen zu verzeichnen. Zuerst lenkte Dykan einen Flug-Kopfball von Ramos zur Ecke, dann köpfte Sven Bender freistehend am Tor vorbei.

Auch nach dem Wechsel stand die Partie vornehmlich im Zeichen der Dortmunder, ein Treffer wollte ihnen aber trotz vieler guter Ballstafetten nicht gelingen. Der Kopfball von Piszcek flog am Tor vorbei (54.), der Schuss von Ilkay Gündogan wurde abgeblockt (73.), und Henrikh Mkhitaryans Versuch landete am Pfosten (75.). Jetzt müssen die Dortmunder, die im letzten Gruppenspiel auf Paok Saloniki treffen, selbst einen Dreier einfahren und aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs mit Krasnodar hoffen, dass die Russen in Qäbälä nicht gewinnen.

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