Borussia patzt

BVB "overpaced": So drohen die Dortmunder alles zu verspielen

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Axel Witsel wirkte kraftlos.

Borussia Dortmund hat über den Erwartungen gespielt. Nun ist der BVB kurz davor, die erarbeitete hervorragende Ausgangslage herzuschenken. Die Profis mahnen.

Augsburg– „Overpaced“, murrte ein älterer Herr auf der Pferderennbahn. Er hatte vermutlich gerade sein Glück verzockt, seinen Gewinn der vergangenen Monate. Etwas länger ist es schon her, dass unser Autor diese Szene beobachtete. Der Favorit war ausgerutscht. 

Zu hohe Geschwindigkeit vorgelegt, am Ende gepatzt. Anderes Szenario, nicht so lange her: Fußball, Borussia Dortmund. Jockey Lucien Favre hat seine Elf in der Hinrunde so gut eingestellt – die Saison verlief über den Erwartungen. Die Niederlage in Augsburg (bei uns im Ticker zum Nachlesen) zeigt aber, das der BVB diese neuen Erwartungen vielleicht nicht bis zum Saisonende durchhalten kann.

Leichte Gegner, wenig Punkte

Ausgerechnet gegen die vermeintlich schwächeren Gegner patzen die Schwarzgelben. Niederlage bei Fortuna Düsseldorf, Unentschieden beim 1. FC Nürnberg. Jetzt die zweite Saisonniederlage beim FC Augsburg. „Als Mannschaft bringen wir vielleicht nicht, was wir von uns selbst erwarten“, sagte Mittelfeldspieler Thomas Delaney. „Wir erwarten mehr“, so der Däne.

Dabei hatte Dortmund das Spiel eigentlich kontrolliert, hätte auch durchaus gewinnen können, ja wenn nicht sogar müssen bei einer besseren Chancenverwertung. „Individuelle Fehler können passieren, darüber müssen wir nicht reden. Wir müssen das als Mannschwreaft kontrollieren“, erklärte Delaney.

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Viel wichtiger aber wäre gewesen: Rekordmeister Bayern München weiter auf Abstand halten in der Tabelle. Zwar will man beim BVB immer noch nichts von der Meisterschaft wissen – und ja, das junge Team könnte mit der Umstrukturierung vor der Saison am Ende auch mit Platz zwei mehr als zufrieden sein. Aber wer so eine Hinrunde vorlegt und zwischendurch sieben oder gar neun Punkte Vorsprung auf die Bayern hat, der darf es auch ruhig mal beim Namen nennen: Der Titel wäre in dieser Spielzeit drin.

Witsel wirkte schlapp

„Overpaced“ sind aber nicht nur die Erwartungen, auch die Spieler an sich. Ein Axel Witsel etwa, zuletzt Garant der schwarzgelben Überlegenheit, wirkt müde. Entlastung ist bitter nötig für den Dauerbrenner. Ähnliches beim jungen Achraf Hakimi. Der 20-Jährige leistete sich vor dem 0:2 in Augsburg einen dicken Patzer mit einem Fehlpass direkt zum Gegenspieler, wirkte unkonzentriert. „Wir haben viele kleine Fehler und verlieren den Ball – das darf so nicht geschehen“, meinte Delaney.

In dieser Situation wurde klar, dass dem BVB noch ein weiterer Ausfall trifft. Marco Reus kehrte mittlerweile zurück. Vizekapitän Lukasz Piszczek fehlt aber weiterhin in der Defensive. In den vergangenen fünf Spielen holte der BVB nur sechs von 15 möglichen Punkten. Zu wenig. „Wir können nicht mehr sagen, es ist okay, eine schlechte Leistung zu bringen“, sagte Delaney.

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Dortmund kann das nur ändern, wenn es wieder zur Stärke der Hinrunde findet. Dazu benötigt es alle Spieler, alle auf Top-Niveau. Die vergangenen Spiele haben gezeigt, dass das nicht der Fall war. „Für Dortmund ist das nicht genug“, fasste Delaney zusammen.

Ausgerutscht! BVB kassiert zweite Saisonpleite - 1:2 in Augsburg

Sportdirektor Michael Zorc ergänzte zudem nach der Niederlage beim FC Augsburg: „Wenn wir verlieren, ist es klar, dass wir nicht zufrieden sind. Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben zu einfache Fehler gemacht bei den Gegentoren.“

Der Anschlusstreffer von Paco Alcácer zehn Minuten vor Schluss sei da einfach zu spät gekommen. „Wir haben die Chance gehabt, das Spiel zu drehen“, sagte Zorc. In den kommenden Partien sollte der BVB dafür Sorgen, dass ein Spiel gar nicht erst gedreht werden muss. Sonst heißt es am Ende der Saison „overpaced“ und ausgerutscht. Die Bayern lauern bereits.

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