Kaum Glücksgriffe

So verheerend ist die Trainer-Bilanz von BVB-Boss Watzke

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Die Verpflichtung von Jürgen Röber (links) als Trainer von Borussia Dortmund war eine Fehlentscheidung von Hans-Joachim Watzke.

Mit der Verpflichtung von Jürgen Klopp lag BVB-Boss Hans-Joachim Watzke goldrichtig. Doch ansonsten ist die Bilanz der Trainerverpflichtungen schlecht.

Dortmund - Noch ist Borussia Dortmunds Trainer Peter Bosz im Amt. Der Niederländer erhielt am Sonntag auf der Mitgliederversammlung des BVB wohl letztmalig das Vertrauen vom Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. 

Verbunden wurde das mit der eindringlichen Aufforderung, "alles auf den Prüfstand zu stellen" und die aktuelle Krise "ohne Denkverbote" aufzuarbeiten.

Bosz die falsche Trainerwahl (?)

Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Watzke demnächst wieder auf Trainersuche gehen muss. Zu groß ist die Verunsicherung in der Mannschaft. 

Blicke sagen mehr als tausend Worte: Die Bilder der BVB-Jahreshauptversammlung

Doch noch tut sich der BVB-Boss mit einer Entlassung des Niederländers schwer. Es wäre auch ein Eingeständnis, dass er bei der Wahl des Coaches im Sommer daneben gelegen hatte.

Bereits einen Niederländer entlassen

Es wäre nicht das erste Mal, dass der Sauerländer, der seit Februar 2005 Geschäftsführer der Schwarz-Gelben ist, sich mit Blick auf den Mann an der Seitenlinie verpokert hätte.

Bei Amtsantritt saß mit Bert van Marwijk (aktuell vereinslos) ebenfalls ein Niederländer auf der Trainerbank. Im Dezember 2006 wurde er nach einigen schlechten Ergebnissen und einem Fanaufstand im Stadion entlassen. 

Kurzes Intermezzo von Röber

Es folgte Jürgen Röber, dessen Engagement jedoch zur Katastrophe geriet. Zwar fuhr der mittlerweile 63-Jährige, der aktuell Sportdirektor beim belgischen Erstligisten Royal Mouscron ist, zum Auftakt einen Sieg gegen den FC Bayern ein (3:2), doch nur sieben Spiele später wurde die Akte Röber bereits wieder geschlossen. Der Grund waren sechs Niederlagen aus sieben Partien.

Auf den Blondschopf folgte im März 2007 Thomas Doll (heute beim ungarischen Spitzenklub Ferencváros Budapest unter Vertrag). Der ehemalige Nationalspieler führte die abstiegsbedrohten Dortmunder von Platz 15 auf Rang neun. 

Doll bleibt nur mit Pressekonferenz in Erinnerung

In der kommenden Spielzeit erreichte er das Pokalfinale gegen den FC Bayern München (1:2). Doch ein enttäuschender 13. Platz in der Liga bedeuteten das Aus für den impulsiven Trainer, der sich mit einem denkwürdigen Auftritt in einer Pressekonferenz ("Da lache ich mir doch den Arsch ab") einen Platz in den Geschichtsbüchern des BVB sicherte.

Es folgte im Sommer 2008 Watzkes Goldgriff. Jürgen Klopp wurde vom Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 verpflichtet, in den kommenden sieben Jahren wurden die Westfalen zweimal Meister, holten einmal den Pokal und erreichten 2013 das Endspiel der Champions League (1:2 gegen den FC Bayern).

Tuchel überzeugt sportlich

Als sich die Wege trennten, wurde (auch auf Klopps Empfehlung) Thomas Tuchel verpflichtet. In den beiden Jahren seiner Amtszeit führte er Dortmund in die Champions League und gewann 2017 den DFB-Pokal. Doch wegen unüberbrückbarer persönlicher Differenzen entließ Watzke den Fußball-Fachmann und installierte im vergangenen Sommer Peter Bosz.

Somit hat Watzke lediglich einmal mit Klopp die nachhaltig richtige Wahl getroffen. Immerhin sportlich überzeugte noch Tuchel, der allerdings das Klima im Verein vergiftete. Sowohl Röber wie auch Doll scheiterten frühzeitig wegen Erfolglosigkeit. Das droht jetzt auch Bosz.

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