BVB vergibt den ersten Matchball

DORTMUND ▪ BVB-Trainer Jürgen Klopp blieb seiner Linie treu.

Genau so gelassen wie er eine Woche zuvor auf die Packung der Leverkusener beim FC Bayern München reagierte, nahm er auch den eigenen 0:1-Ausrutscher am viertletzten Spieltag der Bundesliga am Ostersamstag vor 54 072 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park beim Tabellenletzten Mönchengladbach hin. „Das ist kein Problem, wir werden nicht lange brauchen, um wieder aufzustehen“, meinte der Dortmunder Fußball-Lehrer nach der vierten Saisonniederlage. Denn allzu dramatisch hat sich die gute Ausgangsposition des BVB im Kampf um die siebte Deutsche Meisterschaft nicht verschlechtert, obwohl Verfolger Leverkusen den Rückstand auf fünf Punkte verkürzte. Den Schwarz-Gelben reichen nach wie vor vier Punkte zum Titelgewinn. „Wir sollten uns keine Sorgen machen“, meinte auch Kapitän und Schlussmann Roman Weidenfeller. „Wir müssen nur unsere beiden Heimspiele gegen Nürnberg und Frankfurt gewinnen.“

Vielleicht war schon vor dem Anpfiff in Mönchengladbach die Luft etwas raus, weil die Dortmunder Borussia nach dem 2:1-Erfolg der Leverkusener über die TSG Hoffenheim nicht schon vorzeitig Meister werden konnten. Dennoch unterstützten über 20 000 mitgereiste BVB-Fans ihre Mannschaft euphorisch. Darunter waren allerdings einige wenige Unverbesserliche, die mit dem Abbrennen von bengalischen Feuerwerkskörpern negativ auffielen und dafür sorgten, dass die BVB-Verantwortlichen eine hohe Geldstrafe an den DFB überweisen müssen. Auffallend, dass die Gäste längst nicht so aggressiv und leidenschaftlich auftrumpften wie beim 3:0 gegen den SC Freiburg. Der souveräne Spitzenreiter wollte die Aufgabe beim Schlusslicht eher spielerisch lösen, und wählte dabei die falschen Mittel. Was auch Klopp erkannte: „Wir waren zu unruhig, haben zu früh in die Spitze gespielt.“

Dennoch lag es in erster Linie einmal mehr an der schwachen Chancenverwertung des Tabellenführers. Nach 20 Sekunden köpfte Mario Götze knapp vorbei, scheiterte wenig später (10.) am glänzend reagierenden Marc-Andre ter Stegen. Nach einer halben Stunde kratzte Tony Jantschke einen Heber von Robert Lewandowski von der Torlinie. Statt zu führen, geriert der BVB nach einem Gladbacher Konter und einem kapitalen Fehler von Neven Subotic (35.) durch das Tor von Mohamadou Idrissou – es war nach einem Fehlversuch von Marco Reus erst Gladbachs zweite Chance – sogar in Rückstand. Und dem liefen die Dortmunder bis zum Schlusspfiff vergeblich nach. Götze traf (68.) mit einer tollen Direktabnahme aus 20 Metern nur die Querlatte, in der Schlussphase lenkte ter Stegen einen strammen Schuss von Marcel Schmelzer noch an den Pfosten. „Wir haben die Torhüter in der Rückrunde richtig warmgeschossen“, ärgerte sich Innenverteidiger Mats Hummels, der zu Beginn des zweiten Durchgangs selbst eine gute Kopfballmöglichkeit ausließ. „Es ist einfach so, dass wir viel zu wenig Tore machen, bei den vielen Chancen, die wir haben. Die nächsten Spiele muss das genau anders herum laufen, dann gewinnen wir auch wieder.“

Derweil werden die Haare von Kevin Großkreutz immer länger. Der hatte schon im Oktober mit Teammanager Fritz Lünschermann gewettet, erst wieder zum Frisör zu gehen, wenn der Titel perfekt ist. Was Großkreutz nach der Pleite im Borussen-Duell aber überhaupt nicht tangierte. „Scheiß was auf den Frisörtermin“, polterte der Nationalspieler. „Jetzt interessiert mich nur, dass wir endlich die Schale nach Hause bringen.“

Peter Schwennecker

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