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„Nicht akzeptabel“: BVB entzieht Altkanzler Gerhard Schröder Mitgliedschaft

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Von: Sven Schneider

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Borussia Dortmund zieht wegen des Ukraine-Konflikts Konsequenzen und entzieht Altkanzler Gerhard Schröder die Mitgliedschaft. Grund ist der Ukraine-Konflikt.

Update vom 2. Februar, 15 Uhr: Nun ist es offiziell. Wie Borussia Dortmund am Mittwoch mitteilte, entzieht der Klub Altkanzler Gerhard Schröder die Ehrenmitgliedschaft. Der 77-Jährige wurde dahingehend von BVB-Vereinspräsident Dr. Reinhard Rauball persönlich informiert. Grund ist der Ukraine-Konflikt und die zögerliche Haltung von Gerhard Schröder, der aktuell als Aufsichtsratschef des russischen Mineralölunternehmens Rosneft. fungiert. „Die Übernahme von Führungspositionen in russischen Staatskonzernen durch ein BVB-Ehrenmitglied ist vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und des damit einhergehenden gravierenden Verstoßes gegen geltendes Völkerrecht nicht akzeptabel“, so der BVB in einer Mitteilung.

BVB entzieht Altkanzler Gerhard Schröder die Mitgliedschaft wegen Ukraine-Konflikt

[Erstmeldung] Hamm - Er ist bekennender Fan von Borussia Dortmund und schon seit vielen Jahren Ehrenmitglied. Aufgrund des Ukraine-Konflikts droht der BVB nun Altkanzler Gerhard Schröder mit dem Rauswurf. Besonders die zögerliche Haltung des 77-Jährigen stößt in Dortmund bitter auf. Borussia Dortmund wird in einer Stellungnahme besonders deutlich.

VereinBorussia Dortmund
TrainerMarco Rose
StadionSignal-Iduna-Park

Ukraine-Konflikt: BVB droht Altkanzler Gerhard Schröder mit Rauswurf

Altkanzler Gerhard Schröder pflegte gute Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Während des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine hält sich Schröder zurück. Und auch an seinen Posten in verschiedenen Aufsichtsräten russischer Energieunternehmen hält Gerhard Schröder, von 1998 bis 2005 Bundeskanzler, weiterhin fest. Die Putin-Nähe könnte ihn nun zum Verhängnis werden - und ihn aus dem Stadion von Borussia Dortmund verbannen.

Wie das Magazin The Pioneer berichtet, habe der BVB das Ehrenmitglied Gerhard Schröder aufgefordert, seine Posten niederzulegen. Andernfalls würde Borussia Dortmund „eine entsprechende Entscheidung treffen“, heißt es. Die Verantwortlichen des BVB haben Gerhard Schröder während seines politischen Wirkens als Bundeskanzler als „mutigen, streitbaren Demokraten kennengelernt, der sein freiheitliches Weltbild auch gegen Widerstände verteidigt“, heißt es in der Stellungnahme des BVB.

BVB: Ehrenmitglied Gerhard Schröder vor Rauswurf - Dortmund fordert Haltung

Dementsprechend groß sei die Hoffnung bei Borussia Dortmund, Gerhard Schröder würde sich nun endlich von Russland und dessen Energieunternehmen distanzieren. Dementsprechend fordert Schwarz-Gelb nun eine klare Positionierung des Altkanzlers. „Unserer Meinung nach gehört dazu in einer Situation, in der an jedem einzelnen Tag unschuldige Menschen durch Bomben sterben, zwingend nicht nur ein mündliches Bekenntnis gegen jede kriegerische Handlung (dieses hat Gerhard Schröder abgegeben), sondern auch der klare Wille und die Überzeugung, auf Führungspositionen in russischen Staatskonzernen verzichten zu müssen“, heißt es in dem Statement des BVB.

Die Nachricht ist deutlich: Gerhard Schröder erhält vom BVB Bedenkzeit und will in Person von Ehrenpräsident Dr. Reinhard Rauball das persönliche Gespräch suchen. Verharrt der 77-Jährige jedoch weiterhin und hält an seinen Positionen fest, würde der BVB „dies nicht akzeptieren“.

In der Ukraine toben weiterhin Kämpfe. Bundeskanzler Olaf Scholz rechnet mit weiteren Eskalationsstufen und fordert zugleich ein Ende des Blutvergießens. Hierzulande explodieren aufgrund des Ukraine-Konflikts Benzin- und Gaspreise. Die Lage bleibt angespannt - auch bei Borussia Dortmund. Der Verein bestätigte das Schreiben am Dienstag noch nicht.

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