Vermummte greifen Auto an

BVB-Ultras und Anwalt nach Prozess überfallen

Maskierte und gewaltbereite Fans beim Revierderby. Zwei junge Männer aus Soest zählten zu den Rädelsführern, stellte gestern das Jugendschöffengericht in Gelsenkirchen fest.

SOEST / GELSENKIRCHEN - Im Prozess um die gewalttätigen Ausschreitungen beim Derby Schalke gegen Dortmund sind zwei junge Männer aus Soest am Dienstag in Gelsenkirchen verurteilt worden. Auf dem Heimweg wurden sie und ihr Anwalt von vermummten Angreifern attackiert.

Eine Horde Maskierter verfolgte den Wagen, zwang den Fahrer zum Stoppen und ging mit Schlagwerkzeugen auf die Soester los.

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„Als ich begriff, was sich da gerade abspielte, krachte auch schon ein Baseballschläger in die Windschutzscheibe“, schildert der Soester Rechtsanwalt Jürgen Brunnert, der den 20-Jährigen als Pflichtverteidiger Minuten zuvor vertreten hatte. „Zehn bis fünfzehn maskierte Männer“ seien aus den Wagen vor und dahinter gesprungen und auf das Auto der Soester losgegangen. „Zum Glück hat die Verriegelung funktioniert“, sagt Brunnert. So versuchten die Angreifer vergeblich, die Wagentüren aufzureißen.

Weil der Fluchtweg nach vorn und hinten versperrt war, riss Brunnert das Lenkrad nach rechts und konnte über den Bürgersteig entkommen. Sein Wagen hat nur noch Schrottwert.

„Ich will nicht spekulieren, aber die Vermutung liegt nahe, dass die Attacke im Zusammenhang mit dem Prozess steht“, sagt der Anwalt. Vor Gericht war sowohl von den Angeklagten als auch vom Staatsanwalt vorgetragen worden, wie hasserfüllt und gewalttätig radikale Fußball-Hooligans sich nicht nur im Stadion, sondern auch außerhalb begegnen.

Warum der Angriff auch ihm galt, ist dem Anwalt rätselhaft: „Jeder Angeklagte hat ein Recht auf einen Verteidiger.“ Und er als Pflichtverteidiger habe im Auftrag des Staates am Prozess mitgewirkt, so wie die Richter und der Staatsanwalt.

Die Polizei in Gelsenkirchen hat nach eigenen Angaben inzwischen drei mögliche Täter identifiziert. - hs

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