Achtelfinale der Champions League

Tuchel nach Pleite in der Champions League in Erklärungsnot - Kritik von Superstar

Thomas Tuchel kehrte in der Champions League mit PSG zum BVB zurück. Nach der 1:2-Niederlage steht der Coach unter Druck - und kassierte Kritik von Neymar.

  • Für Thomas Tuchel kam es in der Champions League zum Wiedersehen mit dem BVB.
  • Im Achtelfinale traf der Trainer mit Paris Saint-Germain auf Borussia Dortmund.
  • Nach der Niederlage hagelte es Kritik. Auch von Superstar Neymar.

Update vom 19. Februar, 16.20 Uhr: So wie Thomas Tuchel seine hochbezahlte Weltauswahl in den Anfangsminuten immer wieder neu justierte, so gestikulierte der Fußballlehrer weit nach Abpfiff auch im Dortmunder Medienzentrum. Die Skepsis der französischen Journalisten war greifbar, der Trainer von Paris Saint-Germain musste sich nach dem 1:2 in der Champions League gegen den BVB immer wieder kritische Nachfragen gefallen lassen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste Tuchel noch nicht, dass sein sensibelster PSG-Superstar wenige Meter entfernt das nächste Feuer entfachte. Neymar erklärte seine enttäuschende Vorstellung mit einer vom Klub verordneten Zwangspause. "Es ist schwer wenn man vier Spiele nicht gespielt hat. Leider war das nicht meine Entscheidung, sondern die vom Verein und den Ärzten." 

Am 1. Februar hatte Neymar eine Rippenverletzung erlitten und erst in Dortmund sein Comeback gegeben. Tuchel wusste, dass es "gerade für jemanden wie Ney unheimlich wichtig ist, im Rhythmus zu bleiben". Der Offensivspieler hatte zwar Verständnis für die "Angst" seines Arbeitgebers, er könne das Achtelfinale verpassen. Aber: "Am Ende habe ich darunter gelitten." Eine bessere Physis, so Neymars Meinung, hätte ihm eine bessere Leistung ermöglicht.

Tuchel: So wurde der Ex-Trainer des BVB im Dortmunder Westfalenstadion empfangen

Update vom 18.Februar, 21.30 Uhr: Es war die Rückkehr nach über zweieinhalb Jahren in das Dortmunder Westfalenstadion. Thomas Tuchel war am Dienstagabend mit Paris Saint-Germain zum Achtelfinale der Champions League beim BVB zu Gast. Nicht wenige rechneten mit Unmuts-Bekundungen für den Ex-Trainer von Borussia Dortmund.

Die allerdings blieben aus - und die Ränge bezüglich Thomas Tuchel ruhig. Weil sich eben jener vor dem Spielbeginn gar nicht erst blicken ließ. Zu hören war Thomas Tuchels Name bei der Verlesung der Aufstellung von Paris Saint-Germain dennoch. Doch auch dann blieb es auffällig ruhig auf den Rängen. Der Fokus lag wohl doch auf das Sportliche bei Borussia Dortmund

Wir berichten in unserem Live-Ticker ausführlich von der Partie BVB gegen PSG.

Update vom 18. Februar, 17.45 Uhr: In rund drei Stunden geht es los beim Achtelfinale der Champions League zwischen dem BVB und Paris Saint-Germain (21 Uhr/im Live-Ticker und live im TV). Für den PSG-Coach Thomas Tuchel ist es ein Wiedersehen mit alten Bekannten - und der Gelben Wand im Dortmunder Westfalenstadion. 

"Es ist schon ein komisches Gefühl - aber auch ein schönes Gefühl, zurückzukehren. Ich bin sehr dankbar, dass ich zwei Jahre hier trainieren durfte", so Tuchel respektvoll. Der 46-Jährige war im Mai 2017 als Trainer von Borussia Dortmund entlassen worden. Und ich bin auch wieder froh, jetzt einen Klub zu trainieren, der in der Champions League spielt. Wenn ich morgen nicht das Privileg hätte, an der Seitenlinie zu stehen, würde ich mir das Spiel privat angucken."

Tuchel: Stiller Bewunderer der Gelben Wand - auch bei BVB gegen PSG

Besonders, weil er immer noch die berühmte Gelbe Wand, die Südtribüne, bewundert. "Ich erinnere mich an mein erstes Spiel mit dem BVB gegen Borussia Mönchengladbach", erzählt Tuchel lächelnd. "Ich konnte die ersten zehn Minuten nicht coachen, so sehr hat mich das umgehauen."

Wie er seine Spieler von PSG darauf vorbereiten will, konnte Tuchel selbst nicht beantworten. "Sie müssen es selber spüren. Viel darüber zu reden bringt nichts." Handeln, nicht reden also. Das gilt auch für die 90 Minuten auf dem Rasen gegen konterstarke Dortmunder: "Schlüsselmomente von Dortmund sind für uns das Gegenpressing, die Daten der Offensivspieler sprechen für sich. Wenn Konter entstehen, ist es extrem schwer, sie zu verteidigen", weiß Tuchel. 

"Wir haben aber allen Grund, ein großes Selbstvertrauen zu haben. Wir sind gut in Form und haben einen Spirit, dass wir uns als Mannschaft an unterschiedliche Szenarien anpassen können", fügt er an. Es bleibt abzuwarten, ob das Pariser Selbstbewusstsein groß genug ist, um dem Druck von den Rängen standzuhalten - und das dritte Aus im Achtelfinale in Folge abzuwenden.

BVB in der Krise? Ex-Coach Tuchel lacht und sagt vor Wiedersehen: "Ich bin mir sicher, dass …"

Paris - Thomas Tuchel hat aktuell viele Gründe, genauer bei Borussia Dortmund hinzuschauen. Schließlich kommt es in rund einer Woche zum Wiedersehen, wenn der Trainer mit Paris Saint-Germain im Achtelfinale der Champions League zu Gast bei seinem Ex-Klub ist. Was dem 46-Jährigen dabei wie jedem anderen auch auffallen dürfte: offensiv bietet der BVB viel Spektakel, defensiv aber große Sorgen.

Allerdings hat Tuchel aktuell mit PSG ähnliche Probleme. Nach dem 4:2 (2:0) gegen Olympique Lyon ist Paris zwar seit 21 Pflichtspielen ungeschlagen bei 19 Siegen. Doch wie der BVB beim 2:3 in Bremen und beim 3:4 in Leverkusen nimmt sich sein Team derzeit zu viele Auszeiten und kassiert zu leichte Gegentore.

Tuchel zurück beim BVB: Sie sind immer in der Lage, sechs bis sieben Tore zu schießen

Auf die Frage, ob es ihm Hoffnung mache, dass Borussia Dortmund derzeit so viele Gegentore bekomme, reagierte Tuchel dann auch mit einem Lachen. "Dafür bin ich aber auch sicher, dass sie immer in der Lage sind, sechs bis sieben Tore zu schießen", sagte Tuchel: "Das ist eine superstarke Mannschaft. Das wird eine sehr schwere Aufgabe."

Mit seiner Mannschaft war er derweil gnädig. "Das ist nicht der richtige Zeitpunkt für Kritik", sagte Tuchel: "Wir machen Fehler, ja. Aber wir gewinnen und gewinnen. Und man darf nicht vergessen: Wir haben derzeit viel zu viele Spiele. Und wir haben viele Verletzte."

Tuchel vor Wiedersehen mit BVB: Lob für gute PSG-Reaktion

Nach der 3:0-Führung habe sein Team sich zurückgelehnt, gestand der 46-Jährige ein: "Da haben wir gedacht, es sei vorbei. Aber es ist nie vorbei. Zum Glück haben wir eine gute Reaktion gezeigt."

Das 4:2 schoss drei Minuten nach seiner Einwechslung Edinson Cavani. Für den PSG-Rekordtorschützen war es nach Verletzungen, Formkrise und Wechselwunsch das erste Liga-Tor seit August. "Jetzt, wo die Dinge klar sind und der Transfermarkt geschlossen ist, hat man schon im Training gemerkt, dass er stärker wird", sagte Tuchel: "Wir brauchen Edi mit seiner Erfahrung und seiner Qualität."

Die Nationalspieler und Ex-Schalker Thilo Kehrer und Julian Draxler standen gegen Lyon in der Startelf und dürfen auch auf einen Einsatz in Dortmund hoffen.

mg/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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