Vorfreude auf Revierderby

BVB: Rückflug mit Mundschutz

TURIN/DORTMUND - Borussia Dortmund hat auf dem Rückflug von Turin Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um mögliche Erkrankungen zu verhindern. Kampl, Subotic und Kagawa wurden von der restlichen Mannschaft isoliert. Derweil steigt die Vorfreude auf das Revierderby.

Von Peter Schwennecker

Borussia Dortmund trifft derzeit alle Vorsichtsmaßnahmen, damit das Bundesliga-Revierderby am Samstag gegen FC Schalke 04 (15.30 Uhr) nicht – im wahrsten Sinne des Wortes – in die Hose geht.

Am Morgen nach der 1:2-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin bestiegen die zuvor an einem Magen- und Darm-Virus erkrankten Neven Subotic, Kevin Kampl und Shinji Kagawa in einem etwas gespenstig wirkenden Outfit den Flieger Richtung Dortmund. Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun hatte das Trio zuvor von der Mannschaft isoliert und einen Mundschutz verordnet, sie weit entfernt vom Rest des Teams im hinteren Teil des Airbusses platziert.

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme, es besteht keine Ansteckungsgefahr mehr“, beruhigte Braun die zahlreichen Mitreisenden. Und auch Subotic gab bereits Entwarnung: „Mir geht es schon viel besser.“ Bis Samstag dürften alle wieder genesen sein. Gut für Trainer Jürgen Klopp, der nach der Partie beim italienischen Rekordmeister ohnehin zwei weitere Verletzte zu beklagen hatte.

Piszczek fällt wohl länger aus

Außenverteidiger Lukasz Piszczek zog sich eine schwere Blessur am Syndesmoseband im Sprunggelenk zu, und wird sechs Wochen ausfallen. Das bestätigte der BVB am Mittwochabend.

Im Fall von Innenverteidiger Sokratis besteht vage Hoffnung auf einen Einsatz im Derby. Er klagte in der Halbzeit über muskuläre Probleme.

Die allgemeine Stimmung im Lager des BVB war nach der Partie in Turin gespalten. Gewiss war der Auftritt der Borussia nicht schlecht, und ein 1:2 ist durchaus ein Ergebnis, das im Rückspiel am 18. März in Dortmund wettzumachen ist.

Doch auch viele Spieler waren der Meinung, dass beim souveränen Spitzenreiter der Serie A mehr möglich gewesen wäre. „Uns hat in den entscheidenden Momenten vielleicht etwas der Mut gefehlt. Wir hätten entschlossener angreifen müssen“, meinte Nuri Sahin. Ähnlich äußerte sich Marco Reus, der die frühe Führung der Gastgeber durch Carlos Tevez (13.) nur fünf Minuten später egalisierte. „Nach dem 1:1 hatte ich gedacht, dass mehr drin ist“, meinte der Nationalspieler. „Der Ausgleich hat uns leider nicht so viel Sicherheit gegeben, wie wir dachten. Wir waren zu schwach nach vorne.“

"Die Gegentore sind zu leicht gefallen"

Und einige Male unaufmerksam in der Abwehr, was Turin auch eiskalt zum 2:1 durch Morata (42.) ausnutzte. „Die Gegentore sind zu leicht gefallen“, bemerkte der Trainer. „Zudem habe ich nach der Pause keine große Chance bei uns gesehen. Auf Grund der Vielzahl der guten Möglichkeiten war der Juve-Sieg verdient“, erkannte auch Klopp die bessere, weil abgeklärtere Spielweise der Italiener an.

Richtig zufrieden war der Dortmunder Fußball-Lehrer nur mit der ersten Halbzeit. „Juve wurde im eigenen Stadion selten so unter Druck gesetzt wie von uns in der ersten Halbzeit. Das ist ein Wink, weil wir nochmal gegen sie spielen“, meinte der Coach, der über den zweiten Durchgang am liebsten den Mantel des Schweigens gelegt hätte. „Das lag auch daran, dass wir zwei Mal wechseln mussten auf einer Position, auf der wir ohnehin nicht mehr so gut reagieren konnten.“

Borussia mit deutlich mehr Ballbesitz

Nach der Verletzung von Piszczek rückte zunächst Sokratis auf die rechte Verteidiger-Position. Und als auch der Grieche passen musste, übernahm Oliver Kirch die für ihn ungewohnte Rolle.

Die Borussia hatte im zweiten Durchgang deutlich mehr Ballbesitz, übte aber keinen richtigen Druck aus. „Wir hatten sogar Glück, dass wir nicht noch das 1:3 kassiert haben“, erklärte Reus. „So können wir es jetzt im Rückspiel noch richten.“ Dann müssen die Dortmunder aber einmal einen Tag erwischen, an dem einfach alles passt – vorne und hinten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare