Borussia Dortmund

Nach Bosz-Trennung: Watzke und Zorc müssen eigene Fehler beheben

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BVB-Geschäftsführer Hans-Jochaim Watzke (l.) und Sportdirektor Michael Zorc müssen ihre eigenen Fehler beheben.

Nach der Freistellung von Peter Bosz müssen sich auch Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc Kritik gefallen lassen. Die Dortmunder Verantwortlichen haben Fehler gemacht.

Dortmund - Der Trainer ist weg, doch die Probleme bleiben. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc erhoffen sich von der Freistellung des Niederländers Peter Bosz einen Befreiungsschlag für Borussia Dortmund. Die Verantwortlichen müssen sich aber auch Kritik gefallen lassen. Sie haben in den vergangenen Wochen und Monaten selber Fehler gemacht, die nun dringend behoben werden müssen.

Bosz-Nachfolger Peter Stöger muss mit der Zusammenstellung des Kaders leben. Dem BVB mangelt es an Führungsspielern, die in kritischen Situationen vorangehen und die Ärmel hochkrempeln. Das ist in den vergangenen Spielen deutlich geworden.

Der Verlust von Persönlichkeiten wie Sebastian Kehl, Mats Hummels oder im Sommer Sven Bender ist schmerzhaft. Die Schwarz-Gelben haben es versäumt, für gleichwertigen Ersatz zu sorgen.

Watzke redet Krise klein

Eine weitere Baustelle bleibt die Defensive. Wettbewerbsübergreifend kassierte der BVB 38 Gegentreffer. Auch hier müssen sich die Verantwortlichen angesichts ihrer personellen Entscheidungen hinterfragen.

"Der Status ist nicht der, den wir uns bei Borussia Dortmund vorstellen", sagte Watzke, der die ersten Anzeichen einer Krise kleinredete und solche Diskussionen der Medien als "krank" bezeichnete.

Es ist den Entscheidungsträgern zudem nicht gelungen, bei den Eskapaden des Torjägers Pierre-Emerick Aubameyang frühzeitig durchzugreifen und den Fans die unumgängliche Trennung von Thomas Tuchel nach dem Pokalsieg hinreichend zu begründen.

Für Bosz war dies eine unnötige Start-Hypothek. Stattdessen lässt Watzke kaum eine Gelegenheit aus, um zumindest zwischen den Zeilen gegen Ex-Coach Tuchel nachzutreten.

"Es war mein persönlicher Fehler"

Sich selber macht Watzke den Vorwurf, dass er den Wechsel von Chefscout Sven Mislintat zum FC Arsenal nicht verhindert habe. "Der Abgang von Sven Mislintat tut weh. Es war mein persönlicher Fehler, es zugelassen zu haben, dass Sven eineinhalb Jahre so behandelt worden ist. Dazu stehe ich", sagte Watzke jüngst auf der Jahreshauptversammlung. Das Verhältnis von Tuchel und Mislintat war nachhaltig gestört.

Mit der kurzen Vertragslaufzeit von Stöger bis zum Saisonende haben die Dortmunder möglicherweise das nächste Problem geschaffen. Sollte der Österreicher Erfolg haben und den BVB erneut in die Champions League und vielleicht ganz weit in der Europa League führen, dann könnte es im Sommer erneut schwer zu vermitteln sein, wenn man die dann erfolgreiche Zusammenarbeit beendet. Ein möglicher Nachfolger hätte das gleiche Problem wie der am Sonntag entlassene Bosz.

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