HSV-Coach Zinnbauer: "Jeder ist heiß auf den BVB"

+

HAMBURG - Joe Zinnbauer und der Hamburger SV stehen vor dem Duell mit Borussia Dortmund enorm unter Druck. Der BVB kommt mit mächtig breiter Brust zum Duell in die Hansestadt.

Von Peer Lasse Korff und Christoph Stukenbrock

Mehr als 80 000 Zuschauer im Dortmunder Fußball-Tempel, ein blitzsauberes Kontertor von Pierre-Michel Lasogga und unbändiger Jubel nach dem Schlusspfiff: Szenen, die sich in Joe Zinnbauers Gedächtnis eingebrannt haben. Im Oktober feierte der Trainer des Hamburger SV mit einem 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund seinen ersten Erfolg in der Bundesliga.

Enormer Druck auf Zinnbauer-Team

Der HSV sendete ein Lebenszeichen, ganz Hamburg atmete auf. Fünf Monate nach dem ersten Saisonsieg der Hanseaten hat der Druck angesichts von Tabellenplatz 15 und nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsrang noch einmal deutlich zugenommen. Auch auf Zinnbauer.

Schon jetzt schwirren Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des früheren HSV-Trainers Bruno Labbadia durch den Volkspark. "Jeder hier ist heiß auf den BVB. Jeder Spieler hat Bock. Der Trainer auch", sagte Zinnbauer und wischte vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) alle Gerüchte beiseite.

Doch dem 44-Jährigen ist bewusst, dass er gegen die Serientäter vom BVB (vier Ligasiege in Folge) liefern muss. "Wenn wir kompakt stehen und mutig spielen, ist was möglich", meinte Zinnbauer. Die Vorzeichen sprechen allerdings nicht gerade für die seit drei Duellen erfolglosen Hanseaten.

Lasogga ist seit Monaten mit Oberschenkelproblemen außer Gefecht gesetzt, der HSV leidet weiter unter einer harmlosen Offensive. Weil die Eindrücke der Vorwochen mit dem 0:8 bei Bayern München Zweifel an der Bundesligatauglichkeit nährten, nimmt die Unruhe im Umfeld zudem nach einer kurzen Ruhephase wieder spürbar zu.

Vier Rückkehrer beim HSV

Immerhin kann der emotionale Coach wohl auf die Rückkehr eines Quartetts setzen: Ivica Olic, Marcell Jansen, Cleber und der für die Balance so wichtige Mittelfeldabräumer Valon Behrami stehen vor dem Comeback. "Ich würde mir wünschen, dass alle vier von Beginn an spielen", sagte Zinnbauer, dessen Bilanz mit bislang sechs Siegen aus 20 Ligaspielen durchwachsen ist.

Der Druck auf den Nachfolger von Mirko Slomka nimmt zu, auch wenn Sportdirektor Peter Knäbel die Energie und die Nehmerqualitäten des früheren U23-Trainers stets lobt. Ende März wollen sich beide zusammensetzen und über die Zukunft sprechen. Zinnbauer verfügt über einen Vertrag bis 2016. "Wir haben mit Joe in Dubai vereinbart, dass wir uns in der Länderspielpause zusammensetzen und seine Zukunft über die Saison hinaus besprechen", sagte Knäbel: "Planungssicherheit ist für beide Seiten wichtig."

Knäbel hat derzeit alle Hände voll zu tun, sieben Spielerverträge laufen im Sommer aus. Bei Kapitän Rafael van der Vaart deutet alles darauf hin, dass seine Zeit an der Elbe zu Ende geht. Neben Vereinen aus Italien und Spanien buhlt derzeit vor allem der US-amerikanische Klub Sporting Kansas City um den 109-maligen niederländischen Nationalspieler. "Wenn wir das hinkriegen können, würden wir das gerne hinkriegen", sagte City-Geschäftsführer Robb Heineman. - sid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare