Mit Bürki: Vorfreude beim BVB auf Gegner Gladbach

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Roman Bürki

Dortmund - Thomas Tuchel machte am Freitag keinen Hehl daraus, wie schwer ihm die Torwart-Entscheidung gefallen war.

 „Es war hart, ihm das zu sagen“, verriet der neue Coach von Borussia Dortmund, nachdem er am Donnerstag nach 47 Tagen im Amt das Gespräch mit Roman Weidenfeller gesucht und ihm erklärt hatte, dass in der Bundesliga Neuzugang Roman Bürki die Nummer eins zwischen den Pfosten sein. Und der frühere Freiburger damit auch am Samstag zum Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach auflaufen wird (18.30 Uhr).

Tuchel berichtete, dass er mit dem 35-jährigen Weidenfeller ein offenes und ehrliches Gespräch geführt habe und dass es ein sehr enges Rennen zwischen den beiden Konkurrenten gewesen sei. „Roman Weidenfeller hat sechs außergewöhnliche Wochen hingelegt. Er hat sich nicht ausgeruht auf irgendwelchen Lorbeeren wie Erfahrung, Weltmeister oder all die Jahre, die er schon hier ist“, lobte Tuchel den Keeper und sprach von einem „bemerkenswerten Sportsgeist“ des Weltmeisters. „Daher will ich, dass Roman Pflichtspiele bestreitet“, führte er fort und betonte, dass Weidenfeller definitiv in den beiden Playoff-Spielen der Europa League gegen den norwegischen Vertreter Odds BK auflaufen wird.

"Beide hätten es verdient zu spielen"

Warum er sich letztlich für den 24-jährigen Bürki und gegen Weidenfeller entschieden hatte, konnte Tuchel selbst nicht erklären. „Beide hätten es verdient zu spielen“, meinte der Coach. „Es war eine Entscheidung, die nicht bis ins letzte Detail argumentiert werden kann. Vielleicht ist es auch ein Stück weit eine Gefühlssache.“

Aber nicht nur in Sachen Torwartfrage hat Tuchel ein gutes Gefühl, auch im Hinblick auf seine BVB-Bundesliga-Premiere am Samstagabend gegen Mönchengladbach. „Wir sind zwar noch nicht am absoluten Limit, wobei wir auch gar nicht wissen, wo unser Limit ist. Aber ich denke, dass wir in der Lage sind, Mönchengladbach herauszufordern und das Spiel zu gewinnen“, sagte der Coach – und setzt dabei auch auf die Unterstützung der Fans im mit über 81.000 Zuschauern ausverkauften Stadion: „Wir freuen uns sehr darauf. Wir haben gegen Wolfsberg einen Vorgeschmack bekommen, was diese Kulisse auch mit uns macht. Wir haben darauf absolut Lust.“

Großer Respekt vor dem Gegner

Ungemein groß ist allerdings der Respekt, den Tuchel dem Kontrahenten entgegenbringt. „Es ist absolut wichtig, dass wir die beste Leistung bringen, die wir zeigen können. Denn Gladbach ist einer der unangenehmsten und kompliziertesten Gegner. Die Mannschaft wurde über Jahre zusammengestellt und entwickelt, sie spielt präzise, schnell, schlau und aufmerksam“, erläuterte Tuchel im Hinblick auf die Partie gegen die Gladbacher, die derzeit zu den Schwergewichten der Liga gehören.

Doch die Dortmunder fühlen sich bereit, setzen nun auf einen flexibleren Ballbesitz-Fußball und nicht mehr auf ständige Vollgas-Attacken wie unter Tuchel-Vorgänger Jürgen Klopp. „Wir wollen gleich ein Zeichen an die Konkurrenz setzen“, stellte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang klar.

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