Nicht-Mitglieder haben es schwer

Ticket-Engpass bei Borussia Dortmund

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Der Signal Iduna Park ist fast immer bis auf den letzten Platz ausverkauft.

DORTMUND - Die Szenen, die sich im April 2013 im Vorfeld des Champions-League-Halbfinale Borussia Dortmund gegen Real Madrid vor dem Signal Iduna Park abspielten, dürften den meisten BVB-Fans noch in schlechtester Erinnerung sein: Beim Verkauf der letzten verfügbaren Tickets kam es zu chaotischen Szenen.

Von Jens Greinke

Es gab Prügeleien unter den Wartenden, letztlich musste sogar die Bereitschaftspolizei eingreifen. Vor allem sollen es Schwarzmarkt-Händler gewesen sein, die für Unruhe und Durcheinander unter den zunächst geordnet anstehenden BVB-Fans sorgten.

Um ein ähnliches Szenario bei künftigen Spielen zu vermeiden, kündigte der BVB seinerzeit an, die verfügbaren Restkarten bei Spitzenpaarungen wie gegen den FC Bayern München nur noch an Vereinsmitglieder zu verkaufen.

Topspiele nur für Mitglieder

„Wir haben uns vorbehalten, für absolute Topspiele nur BVB-Mitgliedern Tickets anzubieten und von einem freien Verkauf abzusehen. Die Entscheidung basiert auf unseren Vorverkaufs-Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit, die bekanntlich nicht nur positiv waren“, begründete Matthias Naversnik, Leiter der BVB-Ticket-Abteilung, damals diesen Schritt.

Diese Praxis wurde nicht nur in der Liga, sondern auch in der Königsklasse eingeführt. In der nun beginnenden neuen Champions-League-Saison gilt diese Regelung bereits für sämtliche drei Gruppenspiele gegen Arsenal London, Galatasaray Istanbul und den RSC Anderlecht.

Kein freier Verkauf für die nächsten Ligaspiele

Und nicht nur das: Nachdem schon die verfügbaren Restkarten für das Bundesliga-Auftaktspiel gegen Bayer Leverkusen ausschließlich Klub-Mitgliedern vorbehalten waren, werden Nicht-Mitglieder auch bei den drei kommenden Heimspielen gegen den VfB Stuttgart, Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach beim Kartenverkauf in die Röhre schauen.

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Diese Tickets werden ebenfalls ausschließlich unter den Vereins-Mitgliedern verkauft. Somit gingen von den ersten fünf Liga-Heimspielen lediglich Tickets für die kommenden Partie gegen den SC Freiburg in den freien Verkauf. Naversnik beteuert allerdings: „Wir bemühen uns weiterhin, die Anzahl der Spiele, bei denen wir von einem freien Verkauf absehen müssen, so gering wie möglich zu halten.“

Entscheidung hängt von der Anzahl der Gästefans ab

Die Entscheidung, welche Partien von der Mitglieder-Regelung betroffen sind, hängt laut Naversnik vor allem davon ab, wie groß das Kartenkontingent ist, das die Gastmannschaft abruft. Dieses kann bei der Dortmunder Stadionkapazität von rund 80 000 auf bis zu 8000 Eintrittskarten anwachsen.

„Der VfB Stuttgart zum Beispiel hat 6500 Karten angefordert“, berichtet Naversnik, weshalb man sich auch bei dieser Partie dazu entschieden habe, den Verkauf der Restkarten auf Mitglieder zu beschränken.

Rasante Mitgliederentwicklung

Der Leiter der BVB-Ticket-Abteilung weist in diesem Zusammenhang auch auf die rasante Mitgliederentwicklung des Vereins hin. „Vor fünf Jahren hatten wir noch keine 40 000 Mitglieder“, so Naversnik. Tatsächlich traten zwischen 2011 und 2013 insgesamt 56 000 Personen dem BVB bei, mittlerweile liegt die Gesamt-Mitgliederzahl bei über 110 000 – mehr Menschen als in den Signal-Iduna-Park passen.

Angesichts der 55 000 verkauften Dauerkarten (Ligarekord) wird es für den Klub immer schwieriger, eine faire und gerechte Lösung zu finden.

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