BVB-Pleite im Supercup

Von Wahrheit und Wahrnehmung

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Borussia Dortmund kassierte im Supercup eine unglückliche Niederlage.

Dortmund - Beim Blick auf die Spielstatistik sah sich Thomas Tuchel nach der 0:2 (0:0)-Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern München in seiner Wahrnehmung bestätigt.

„Das, was ich in der Statistik lese – mehr Torschüsse, mehr Ballaktionen, bessere Zweikampfquote, bessere Passquote –, deckt sich mit dem, was ich unten am Spielfeldrand gefühlt habe: dass wir eine unglückliche und unverdiente Niederlage hinnehmen mussten“, erklärte der BVB-Trainer nach einem überaus attraktiven Fußballabend vor 81.360 Zuschauern in Dortmund.

Es gibt nicht viele Mannschaften in Europa, die in einer Partie gegen den deutschen Rekordmeister auf 54 Prozent Ballbesitz kommen. Auch 20:9 Schüsse auf das Tor sprachen nach dem Treffen der beiden deutschen Fußball-Dinos eindeutig für die Borussia. Nicht aber das Ergebnis. Denn die Bayern beeindruckten einmal mehr in punkto Effizienz, münzten ihre wenigen Chancen in zwei Treffer durch Arturo Vidal (58.) und Thomas Müller (79.) um. 

Rode: Können viel Positives herausziehen

„Wir haben sehr gut gespielt, es aber verpasst, ein Tor zu schießen und in diesen Szenen die Ruhe vermissen lassen“, meinte BVB-Neuzugang Sebastian Rode. „Aus der Leistung können wir viel Positives herausziehen.“ Der Dortmunder Fußball-Lehrer unternahm nach dem Supercup zumindest den Versuch, wies aber darauf hin, dass es einige Zeit dauern wird, bis er nach dem großen personellen Umbruch im Kader der Westfalen alle Puzzleteile zu einem perfekten Bild zusammengefügt hat. 

„Wir haben gegen Bayern einen weiteren Schritt gemacht auf einem Weg, der aber noch lang ist“, bemerkte Tuchel. „Es macht viel Spaß, diesen Weg mit der Mannschaft zu gehen. Ich bin begeistert von dem, was sie investiert und gezeigt hat.“ Vor allem in der ersten Halbzeit traten die Schwarz-Gelben mit enormer Leidenschaft auf, schnürten die Münchner in der eigenen Hälfte ein. Allein fünfmal tauchten die Borussen im ersten Durchgang allein vor Bayern-Schlussmann Neuer auf, offenbarten dabei aber Abschlussschwächen. 

Hummels bleibt gelassen

„Ich glaube, kein Mensch der Welt hätte sich beschwert, wenn der BVB in Führung gegangen wäre“, gestand der ehemalige BVB-Kapitän Mats Hummels ein, der bei seiner ersten Rückkehr nach Dortmund bei jedem Balkontakt ausgepfiffen wurde. Was Hummels aber nicht sonderlich beschäftigte: „Ich habe kein Problem damit, hier ist es unfassbar emotional. Das gibt es eben nicht so häufig auf dieser Ebene auf der Welt." 

Für Aufsehen sorgte gegen die Dortmunder einmal mehr Franck Ribery, der sich im ersten Durchgang nach einem Zweikampf eine Tätlichkeit gegen Borussias Talent Felix Passlack erlaubte. „Man muss nur die Bilder anschauen, dann gibt es keine Zweifel, wie die Szene zu beurteilen ist“, echauffierte sich BVB-Trainer Tuchel. 

Die vierte Unparteiische und der Linienrichter standen unmittelbar daneben, doch Schiedsrichter Tobias Welz zog nur den gelben Karton. „In der Bundesliga hätte man dafür Rot gegeben“, meinte Passlack, dem Tuchel eine „sehr, sehr gute Leistung“ als Rechtsverteidiger bescheinigte. Zumindest ein weiterer Lichtblick aus Dortmunder Sicht an diesem für den BVB bitteren Fußballabend.

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