DFB-Pokal-Halbfinale

Sebastian Kehl schießt die Dortmunder zum Sieg

DORTMUND - Der Traum vom DFB-Pokalfinale am 30. Mai in Berlin lässt die Hoffnungen des BV Borussia Dortmund trotz der bisher verkorksten Saison auf einen versöhnlichen Abschluss reifen. 

Von Peter Schwennecker

Stimmen zum Spiel:

Sebastian Kehl: "Ich nehme den Ball per Dropkick, das kann ich eigentlich ganz gut. Aber dass er dann so fliegt und so reingeht... Das war ein wichtiges Tor und ein sehr emotionales Spiel – das war geil."

Oliver Baumann, Hoffenheims Torwart zum Treffer von Kehl: "Er trifft den Ball schon nicht schlecht."

Erik Durm: "So ein Tor wie das zum 3:2 sieht man nicht jeden Tag. Wir wissen, was wir an Sebastian haben. Er kommt rein, räumt alles ab und macht dann das Tor. Wir sind überglücklich, dass wir jetzt im Halbfinale stehen."

Am Dienstagabend zogen die Schwarz-Gelben vor 80667 Zuschauern (ausverkauft) dank einer Leistungssteigerung nach schwacher erster Hälfte durch einen zwar etwas glücklichen, aber verdienten 3:2 (1:2/2:2)-Erfolg nach Verlängerung über die TSG 1899 Hoffenheim in das Halbfinale ein, das heute nach den beiden anderen Begegnungen ausgelost wird. Den entscheidenden Treffer erzielte Sebastian Kehl nach 107 Minuten.

Die Bundesliga-Heimniederlage gegen die Bayern hatte aus Dortmunder Sicht weitaus gravierendere Spuren hinterlassen als zuvor angenommen. Kurzfristig mussten die Schwarz-Gelben gegen die Kraichgauer auf Marco Reus (Adduktorenprobleme) und Kapitän Mats Hummels (Oberschenkelbeschwerden) verzichten. Dafür feierte nach mehr als vier Monaten Erik Durm als rechter Außenverteidiger sein Comeback in der Startelf. Und wie bereits in allen vorangegangenen Pokal-Begegnungen der Saison durfte Mitch Langerak erneut das Tor hüten.

Der BVB benötigte eine lange Anlaufphase, um die Kontrolle in dieser Partie zu übernehmen. Chancen blieben wie schon gegen die Münchner Mangelware. Eine Standardsituation musste den Gastgebern zur Führung verhelfen. Nach einer Ecke von Jakub Blaszczykowski war es Innenverteidiger Neven Subotic, der irgendwie den Fuß an den Ball bekam und ihn unhaltbar für Schlusssmann OIiver Baumann ins linke untere Ecke zum 1:0 (19.) verlängerte.

BVB siegt gegen Hoffenheim im DFB-Pokal

Gerade einmal 138 Sekunden durften sich die Dortmunder über dieses Erfolgserlebnis freuen. Den Eckball auf der Gegenseite schlug Nationalspieler Sebastian Rudy. Kein Borusse fühlte sich zuständig für Kevin Volland, der völlig frei am linken Strafraumeck stand und per Direktabnahme Langerak nicht den Hauch einer Abwehrchance ließ (21.). Ein Treffer, der Wirkung hinterließ. Vor allem bei Neven Subotic, der sich wenig später in Höhe des Mitttelkreises einen katastrophalen Patzer leistete, den Ball an Firmino verlor. Der Braslianer lief allein auf das BVB-Tor zu und überwand Langerak mit einem geschickten Heber zum 1:2 (28.). Was sich die Dortmunder in der Anfangsphase mühsam aufgebaut hatten, verspielten sie durch eigene Unzulänglichkeiten innerhalb von nur wenigen Minuten.

Nach der Pause andere Einstellung bei der Mannschaft

Trainer Jürgen Klopp muss in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden haben, denn mit einer ganz anderen Einstellung kamen die Borussen aus der Kabine. Sie erhöhten den Druck, erarbeiteten sich schon zu Beginn der zweiten Hälfte gute Chancen durch Pierre-Emerick Aubameyang und Ilkay Gündogan, die allerdings nicht genutzt wurden. So entwickelte sich die Partie noch zum packenden Pokalfight. Und der Ausgleich nach 57 Minuten war mehr als verdient. Nach einer Rechtsflanke von Durm war Aubameyang per Kopfball erfolgreich. Aubamyang und Subotic per Kopfball ließen weitere Riesenmöglichkeiten für die Gastgeber aus. Sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit scheiterte Eugen Polanski mit der ersten TSG-Möglichkeit im zweiten Durchgang am glänzend reagierenden Langerak, der den BVB damit in die Verlängerung rettete.

Dort drängten die Dortmunder weiter auf den entscheidenden Treffer. Und sie wurden nach 107 Minuten auch belohnt. Der in der zweiten Halbzeit für den angeschlagenen Sven Bender eingewechselte Kehl war mit einem Distanzschuss aus 25 Metern erfolgreich.

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