BVB im Trainingslager

Kehl im Abschiedsjahr: Arbeit statt Genuss

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LA MANGA - „Eigentlich“, so erzählt Sebastian Kehl am Rande des Trainingslagers des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, „wollte ich meine letzte Saison beim BVB genießen.“ Doch statt der geplanten Abschiedstournee durch die Stadien der Republik steht für den 34-Jährigen Ex-Nationalspieler harter Abstiegskampf auf dem Programm.

Aus La Manga berichtet Peter Schwennecker

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Karriere noch einmal mit Dortmund solche Probleme durchlaufe wie in der Hinserie“, gesteht Kehl ein. „Das macht die ganze Geschichte aber auch ein bisschen spannend und ist eine große Herausforderung für mich.“

In den Planungen von Trainer Jürgen Klopp spielt der Routinier weiter eine tragende Rolle. Auch oder gerade außerhalb des Platzes. Kehl ist einer, der seine Meinung sagt und großen Einfluss auf seine Teamkameraden hat, auch wenn er vor der Saison die Kapitänsbinde nach vielen Jahren an Weltmeister Mats Hummels weiterreichte. „Das war eine richtige Entscheidung“, betont Kehl, der schon seit 13 Jahren die schwarz-gelben Farben trägt. „Meine Rolle in der Mannschaft hat sich nicht großartig geändert. Ich bringe mich immer noch ein, wenn es notwendig ist, wenn ich Dinge sehe, die abgestellt oder korrigiert werden müssen“, erklärt Kehl. „Ansonsten spreche ich viel mit Mats. Wir tauschen uns aus. Aber Mats ist derjenige, der vorweg geht. Und das ist auch gut so.“

Kehl selbst fühlt sich fit, auch wenn ihn der Rippenanbruch zum Ende der Saison immer noch leichte Beschwerden bereitet. „Die Verletzung behindert mich aber nicht mehr, ich muss auch keine schmerzstillenden Mittel mehr einnehmen. Ansonsten ist mein Körper so fit, dass ich weiter Spaß habe, dabei zu sein. Ich fühle mich jetzt nicht so zerbrechlich, dass es nicht mehr geht und ich das Ende herbei sehne. Im Moment läuft es sehr gut.“

In La Manga wirkt Kehl trotz der brenzligen Situation des Tabellenvorletzten in der Bundeliga auch beruhigend auf seine Nebenleute ein. Denn den meisten Spielern des BVB-Kaders mangelt es an Erfahrungswerten, mit dem Abstiegskampf umzugehen. Doch Kehl warnt davor, sich verrückt zu machen, Angst zu bekommen oder irgendwie zu verkrampfen. „Ich glaube, dass wir wahnsinnig viele Stärken haben. Auf die sollten wir uns in der Rückrunde besinnen“, sagt der Routinier. „Wir haben uns das selber eingebrockt. Dafür gibt es auch Gründe. Jetzt liegt es an uns, das abzustellen und uns deutlich besser zu positionieren.“

Bilder aus dem Trainingslager:

BVB im Trainingslager in La Manga

Das ist für ihn allerdings kein Grund, das angekündigte Karriereende zum Saisonende noch einmal zu verschieben. Die Gedanken daran, was im Juni passiert, versucht ihr in La Manga zu verdrängen. „Ich habe ja noch ein bisschen Zeit vor mir. Freue mich auf das, was noch kommt.“ Einen Rücktritt vom Rücktritt schließt er aber aus: „Ich habe mit dem Verein nicht mehr über das Thema gesprochen. Es wird im Sommer wohl keine Nummer fünf mehr geben, zumindest nicht mit dem Namen Kehl auf dem Rücken.“

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