Ein glänzender Auftritt

Kehl begeistert über die Gala der BVB-Jugend beim 7:0-Schützenfest

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Glücksgefühle: Marco Reus jubelt mit  Jacob Bruun Larsen, Maximilian Philipp und Thomas Delaney.

Für Mario Götze wird es immer schwerer: Trainer Lucien Favre glückt mit jugendlicher Mannschaft der höchste Sieg von Borussia Dortmund seit 32 Jahren.

Dortmund - Es war nicht so, dass alles nach Wunsch verlaufen war beim BVB an diesem Abend. So waren beispielsweise Christian Pulisic und Maximilian Philipp in der 72. Minute bei einer rasanten Ballstafette der Dortmunder so unglücklich kollidiert, das Pulisic einige Minuten humpelnd übers Feld laufen musste. Doch der US-Amerikaner überstand die unbeabsichtigte Attacke des eigenen Mannschaftskameraden letztlich ohne gravierende Folgen. Weshalb der Vorfall unter der Kategorie „Künstlerpech“ abgetan werden konnte. Erst recht an diesem Abend, der mit einem

7:0-Sieg für den BVB

geendet hatte.

Selbst der zur Perfektion neigende Lucien Favre wollte sich nicht mit irgendwelchen Haaren in der Suppe beschäftigen: „Es braucht Zeit, diese Mannschaft zu formen. Aber es macht Spaß“, sagte der Schweizer nach dem höchsten Dortmunder Heimsieg seit 32 Jahren. Und Sebastian Kehl, Leiter der Dortmunder Lizenzspieler-Abteilung sagte schlicht: „Heute haben wir einfach sehr, sehr gut gespielt.“

"Da gibt es harte Entscheidungen zu treffen"

Und dies mit einer extrem jungen Mannschaft. Favre hatte gegen den hoffnungslos unterlegenen Aufsteiger auf die Jugend gesetzt. Es ist zwar noch nicht lange her, dass Christian Pulisic (20), Jadon Sancho (18), Jacob Bruun Larsen (20), Achraf Hakimi (19) oder Dan Axel Zagadou (19) allerhöchstens in Begleitung ein Auto hätten steuern dürfen, doch auf der Bundesliga-Bühne zeigten sie am Mittwoch durchweg ein ziemlich abgeklärtes Spiel. „Großes Kompliment an die, die neu reingekommen sind“, lobte Kehl ausdrücklich Zagadou und Hakimi. „Wir haben eine hohe Qualität auf der Bank – und die Jungs nutzen ihre Chance, wenn sie reinkommen. Dass es da harte Entscheidungen zu treffen gibt...“, sagte Kehl und beendete den Satz nicht.

Die Personale Götze bleibt ein sensibles Thema

Dass der Ex-Nationalspieler damit Lukas Piszczek und vor allem Mario Götze meinte, war klar. Piszczek hatte es zumindest noch bis auf die Bank geschafft, hingegen stand der Weltmeister von 2014 erneut noch nicht einmal im Kader. Kehl weiß, dass die Personalie Götze ein sehr sensibles und emotionales Thema ist, „was wir nicht an jedem Spieltag aufmachen sollten“. Kehl ergänzte: „Dass Mario unzufrieden ist, ist klar, das erwarten wir auch von ihm. Er hat hart gearbeitet und versucht, sich aufzudrängen. Aber das ist eben nicht ganz leicht.“

Noch besser als die vielen jungen Talente der Dortmunder war allerdings der Kapitän: Marco Reus war der überragende Spieler auf dem Platz, nicht nur wegen seiner beiden Tore (32./58.), mit denen er die Marke von 100 Pflichtspieltoren für den BVB knackte. „Das ist eine große Ehre. Es hat lange gedauert. Aber es werden nicht die letzten Tore sein, die ich für den Klub schieße. Ich hoffe, es geht so weiter“, sagte der 29-Jährige. Auf die Frage, was heute besser geklappt habe, als bei den teilweise holprigen Auftritten der Dortmunder zuvor, meinte der Nationalspieler: „Wir haben immer gesagt, dass wir unter dem neuen Trainer und der neuen Philosophie ein wenig Zeit brauchen. Heute war es schon richtig gut.“

Fünf verschiedene Torschützen

Zumal sich fünf verschiedene Spieler in die Torschützenliste eintrugen. Neben Reus hatten Hakimi (48.), Bruun Larsen (9.), Akanji (74.), Sancho (85.) und Julian Weigl (88.) getroffen. „Das zeigt, welche Qualität wir in der Offensive haben“, meinte Kehl.

Nun fahren die Dortmunder am Samstag nicht nur als Tabellenzweiter zum Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen (18.30 Uhr). Die BVB-Fans hoffen zudem, dass am Tag zuvor Tabellenführer Bayern München bei Hertha BSC stolpert. Die Borussia-Profis interessieren die Gedankenspiele hingegen wenig. „Wir lassen uns von dem 7:0 nicht täuschen. Wir wissen, dass wir noch eine Menge zu tun haben. Nürnberg hat uns heute nicht an unsere Grenzen gebracht. In Leverkusen ist es immer schwierig. Bayer ist wieder im Aufwärtstrend“, meinte Reus. Allerdings bestätigte der Kapitän auch seinen Erfolgshunger: „Wir nehmen jeden Dreier mit. Wenn er dreckig ist, ist er dreckig.“

Am Mittwoch war er jedenfalls glänzend.

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