Schwarz-Gelb dominiert in Berlin

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BERLIN - Jürgen Klopp hat seinem Münchner Kollegen Pep Guardiola schon einmal die Vorzüge des DFB-Pokals erklärt. „In diesen Pott kannst Du auch etwas einfüllen, was bei der Meisterschale schwer möglich ist“, sagt der Trainer des BV Borussia Dortmund.

Von Peter Schwennecker

Und er lässt keine Zweifel daran, wer heute nach dem 71. Endspiel im deutschen Vereinspokal vor 74 907 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion westfälisches Pils aus der Trophäe trinken wird. „Wir freuen uns wahnsinnig, dass wir hier sind“, beteuert Klopp. „Und jetzt wollen wir das Ding natürlich gewinnen. Das ist das Ziel, dass wir uns vor der Saison gesteckt haben.“

Ein ganzer Verein verlegt seinen Lebensmittelpunkt für zwei Tage in die deutsche Hauptstadt. Mehr als 50 000 BVB-Fans werden heute ganz Berlin in den schwarz-gelben Farben erstrahlen lassen. 30 000 davon werden im Olympiastadion in der Kurve eine ganz besondere Choreographie präsentieren, allein 14 000 Anhänger das Endspiel beim Public Viewing im Sommergarten verfolgen. Für gute Laune sollen die Dortmunder Profis sorgen, schließlich ist das Pokalfinale laut Kapitän Sebastian Kehl das außergewöhnlichste Spiel im deutschen Fußball.

Die Borussen gehen mit großem Siegeswillen, aber auch mit einer Portion Gelassenheit an die Aufgabe. „Die Bayern stehen doch mehr unter Druck“, meint Kevin Großkreutz. „Wir wollen einfach nur unseren Spaß haben, guten Fußball spielen. Die ohnehin tolle Saison zum Abschluss noch mit einem Titel zu krönen, wäre natürlich ein Traum.“ Auch Sportdirektor Michael Zorc glaubt an einen erneuten Triumph über die Bayern wie 2012, als sich die Borussia eindrucksvoll mit 5:2 durchsetzte. „In einem Endspiel ist alles möglich. Wir haben schon mehrfach bewiesen, dass wir die Bayern schlagen können.“

Besonders im Blickpunkt steht Robert Lewandowski, der sein letztes Pflichtspiel für die Dortmunder vor seinem Wechsel nach München bestreitet. Seine leichte Wadenverletzung aus der Partie bei Hertha BSC Berlin dürfte bis zum Anpfiff auskuriert sein. „Ich denke, er wird spielen können“, bestätigt Klopp, der fest davon überzeugt ist, dass der Pole in seinem letzten Einsatz im BVB-Trikot noch einmal alles herausholen wird. „Robert steckt jede Form von Druck weg, das haben wir in der gesamten Saison gesehen. Das wird ihn auch im Finale nicht beeinflussen“, meint Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzender der Geschäftsführung, der der Partie zuversichtlich entgegen blickt: „Wir haben in den vergangenen vier Jahren von acht Begegnungen fünf gewonnen und nur eine verloren. Aber der FC Bayern hat eine überragende Mannschaft, insofern wird es nicht einfach“, sagt Watzke.

Bis auf Neven Subotic, Ilkay Gündogan, Jakub Blaszczykowski und Sven Bender stehen alle Akteure zur Verfügung. Lediglich Schlussmann Mitch Langerak konnte wegen einer Knieverletzung (Bänderdehnung und Meniskusprobleme) die Reise nach Berlin nicht mit antreten. Für den Australier wird Zlatan Alomerovic auf der Bank sitzen. „Die Geschichte soll zwei Wochen dauern. Ich hoffe, dass Mitch trotzdem mit zur WM fahren kann“, erklärt der BVB-Trainer, der ansonsten von einer hervorragenden Stimmung innerhalb der Mannschaft berichtet. „Sogar Papa Sokratis hat unter der Woche schon zweimal gelacht“, flachst der Coach, der darauf setzt, dass heute die Bayern die gute Laune seiner Truppe auch auf dem Feld in Form von Spielfreude zu spüren bekommen.

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