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BVB vs. Schalke im Team-Vergleich: Diese Duelle sind entscheidend

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Von: Marcel Guboff, Florian Herrmann

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Pierre-Emerick Aubameyang (l., im Duell mit Sead Kolasinac) ist Dortmunds Prunkstück in der Offensive.
Pierre-Emerick Aubameyang (l., im Duell mit Sead Kolasinac) ist Dortmunds Prunkstück in der Offensive. © dpa

Borussia Dortmund empfängt Schalke 04 zum 149. Pflichtspiel-Derby. Die Königsblauen zeigten sich zuletzt verbessert, aber der BVB hat in einem Bereich immer noch die Nase vorn. Die Teams im Vergleich.

Es ist das Duell schlechthin im Revier, das Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Am Samstag (18.30 Uhr bei uns im Live-Ticker) steigt dieses prestigeträchtige Duell bereits zum 149. Mal. Die aktuelle Form spricht für die Königsblauen, aber so ein Derby kann ja bekanntlich noch einmal zusätzliche Kräfte freisetzen. Wir vergleichen die Teams miteinander.

TOR

Roman Bürki (BVB): Der Schweizer hat sich in dieser Saison nochmal weiterentwickelt. Thomas Tuchel schenkt ihm jetzt auch international das Vertrauen, Bürki rechtfertigt es mit starken Leistungen. Ein zuverlässiger Rückhalt hinter einer phasenweise wackeligen Abwehr.

Ralf Fährmann (Schalke): Der Keeper ist weiterhin ein starker Rückhalt für die Schalker. War an den zehn Gegentoren in den ersten fünf Liga-Partien chancenlos. Seine Vorderleute machen es ihm aktuell einfach und geben ihm wenig zu tun.

Ergebnis: Fährmann zeigte zuletzt über einen größeren Zeitraum Konstanz und entscheidet dieses Duell für sich - 0:1 aus Sicht des BVB.

RECHTSVERTEIDIGER

Lukasz Piszczek (BVB): Der polnische Nationalspieler ist hinten rechts gesetzt und eine wichtige Absicherung für den in der Rückwärtsbewegung teils fahrlässigen Ousmane Dembélé. Piszczek verteidigt sicher, schaltet sich aber gerne mal ins Angriffsspiel ein. Zuletzt erreichte er allerdings selten seine Bestform und lieferte nicht die nötigen Impulse.

Benedikt Höwedes (Schalke): Eigentlich Innenverteidiger, setzt Trainer Markus Weinzierl seinen Kapitän auf der rechten Abwehrseite ein – was der Defensive zuletzt deutlich Stabilität verlieh. Nicht so offensivstark wie ein gelernter Rechtsverteidiger, aber auch hier ist eine Steigerung zu erkennen.

Ergebnis: Der Punkt geht an den Weltmeister - 0:2.

INNENVERTEIDIGUNG

Sokratis (BVB): Der Grieche ist der Abräumer in der Dortmunder Defensive. Er strahlt Ruhe aus, mit seiner Erfahrung ist er eine große Hilfe für die Jungspunde um ihn herum. Der in den vergangenen Wochen teils wackeligen Abwehr konnte aber auch er nicht immer Stabilität verleihen.

Marc Bartra: Der Hummels-Nachfolger ist auch für die Spieleröffnung zuständig. Allerdings war der Spanier zuletzt verletzungsanfällig, fehlte auch im Pokal gegen Union Berlin. Noch fehlt ihm die Konstanz.

Naldo (Schalke): Der Brasilianer leistete sich in dieser Saison gegen Köln, Frankfurt und Bayern einige Patzer, spielt in der neu formierten Defensive mit Höwedes wie seine Kollegen deutlich stabiler. Ist auch bei Standards gefährlich, wird bei Freistößen und Ecken immer wieder von Geis gesucht.

Matija Nastasic: Nastasic kämpfte sich nach langer Verletzungspause mit stabilen Leistungen zurück ins Team. Überzeugt seither mit seiner unaufgeregten Art. Räumt hinten souverän und sicher auf, tut dem Team mit seiner Selbstsicherheit gut.

Ergebnis: Schalkes Defensivzentrum zeigte sich zuletzt deutlich stabiler. Punkt für Königsblau - 0:3.

LINKSVERTEIDIGER

Felix Passlack (BVB): Die Entwicklung des Youngster ist beeindruckend. Weil Kapitän Schmelzer und Raphaël Guerreiro zuletzt fehlen, hilft Passlack hinten links aus. Er steckt die Englischen Wochen gut weg, das Kraftpaket ist in guter Form. Wirkte jüngst aber ein wenig überspielt, leistete sich im Pokal gegen Union viele Fehler - was wohl auch seinem jungen Alter geschuldet ist.

Sead Kolasinac (Schalke): Galt nach der Verpflichtung von Abdul Rahman Baba schon als Kandidat für einen Abschied, demonstrierte aber, dass er mit seiner Kampfstärke nach wie vor wichtig ist für Schalke. Zeigte sich zuletzt auch in der Vorwärtsbewegung stark verbessert, hat wettbewerbsübergreifend schon vier Assists auf dem Konto. Das muss er aber auch weiterhin bestätigen.

Ergebnis: Unentschieden - 1:4.

DEFENSIVES MITTELFELD

Julian Weigl (BVB): Der Nationalspieler ist unumstritten und gesetzt beim BVB. Seine Übersicht und Passsicherheit ist beeindruckend, gegen Lissabon erzielte er endlich auch sein erstes Profi-Tor. Wird Weigl aus dem Spiel genommen, fehlt es der Spieleröffnung der Dortmunder an Kreativität. So wichtig ist er für die Borussia.

Johannes Geis (Schalke): Fand sich anfangs immer mal wieder auf der Bank wieder, ließ sich im Training aber nie hängen und bewies seinem Trainer, dass er gebraucht wird. Steigerte sich läuferisch, seine Standards sind nach wie vor eine Waffe.

Nabil Bentaleb (Schalke): Wird immer mehr unverzichtbar für Schalke. Hat nach seinen Patzern in Berlin und Hoffenheim gelernt, leistet sich kaum noch Fehler und trat zuletzt sogar als Torschütze in Erscheinung. Mehr noch: Der Algerier ist bei den Königsblauen aktuell der beste Bundesliga-Scorer.

Ergebnis: Allein die Abhängigkeit spricht für Weigl, Dortmund verkürzt auf 2:4.

OFFENSIVES MITTELFELD

Ousmane Dembélé (BVB): Der Flügelflitzer ist beim BVB gut angekommen. Mit seinen Dribblings reißt er Löcher in die Abwehrreihen der Gegner, was ihm derzeit noch abgeht ist die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Mario Götze: Die fußballerischen Qualitäten des Rückkehrers zweifelt niemand an. Götze hat sein Können schon aufblitzen lassen, den Unterschied hat er bislang noch nicht machen können. BVB-Coach Thomas Tuchel schont ihn häufig. Wenn der Knoten bei Götze erst einmal platzt, ist er eine echte Verstärkung im Kreativzentrum der Borussia.

Gonzalo Castro: Nicht umsonst wurde seine Nicht-Berücksichtigung für die Nationalmannschaft kritisiert. Castro sorgt entweder zusammen mit Julian Weigl auf der Doppelsechs für Ordnung, kann aber auch eine Reihe weiter vorne spielen. Tuchel schätzt an ihm, dass er Ruhe ausstrahlt. Mit zwei Treffern und vie

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Die Derby-Bilanz © Grafik: WA

r Assists dazu zweitbester Scorer beim BVB hinter Goalgetter Pierre-Emerick Aubameyang.

Raphael Guerreiro: Der Europameister kam als Backup für Linksverteidiger Marcel Schmelzer. Doch der Portugiese überzeugte bei seinen Einsätzen vor allem in der Offensive. Seine größte Waffe ist die Schnelligkeit. Torgefährlich ist er auch noch: Zwei Treffer und zwei Assists gehen in der Liga auf sein Konto.

Alessandro Schöpf (Schalke): Hat sich ebenfalls ins Team gearbeitet, spult stets Kilometer um Kilometer ab, ackert für die Mannschaft. Auch seine Flanken werden zunehmend gefährlicher, führten bislang aber noch nicht zum Torerfolg.

Leon Goretzka: Neuerdings ist die "Zehn" sein Stammplatz, weil Weinzierl sein Anlaufverhalten so schätzt und er zusammen mit dem Stürmer der erste Verteidiger ist. Spielte zuletzt konstant auf, brilliert vor allem auch als Ballverteiler.

Max Meyer: Hat begriffen, warum Weinzierl ihn in den ersten Spielen auf der Bank ließ. Der Nationalspieler präsentierte sich in den vergangenen Partien deutlich lauffreudiger und kampfstärker. Unterstrich seine Steigerung zuletzt mit einem Treffer beim Sieg gegen Mainz.

Ergebnis: Die Dortmunder punkten wegen ihrer höheren Torgefahr - 3:4.

ANGRIFF

Pierre-Emerick Aubameyang (BVB): Der Gabuner ist die personifizierte Torgefahr, lebt von seiner Schnelligkeit und langen Bällen. Lässt man ihm zu viel Platz, wird es immer brandgefährlich. Bislang hat er sieben Bundesliga-Tore auf seinem Konto.

Franco Di Santo (Schalke): War schon wieder als "Flop" abgeschrieben, profitierte dann aber von der Verletzung von Breel Embolo. Der Argentinier ist laufstark und zweikampfstark und wird wohl gegen den BVB deshalb den Vorzug vor Klaas-Jan Huntelaar bekommen. Bereite zuletzt beim 3:0 gegen Mainz zwei Treffer vor. Ein eigenes Tor blieb ihm zuletzt aber verwehrt.

Ergebnis: Allein die Torgefahr spricht für den Dortmunder - damit endet unser Vergleich mit einem 4:4.

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