Rätselraten um Castro: Königstransfer nur Bankdrücker

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Dortmund - Neuzugang Gonzalo Castro wirft bei Borussia Dortmund einige Fragen auf. Denn der teuerste Transfer des Sommers verbrachte bislang die meiste Zeit auf der Reservebank.

Der Frust ist ihm im Gesicht abzulesen, seine Perspektive ungewiss. Der ehemalige Leverkusener Gonzalo Castro, im Sommer als Königstransfer mit einer Ablösesumme von elf Millionen Euro zu Borussia Dortmund gekommen, sucht weiter nach seinem Platz im Team des Bundesliga-Tabellenführers - und hat ihn bisher nur auf der Bank gefunden. Im zweiten Punktspiel am vergangenen Sonntag in Ingolstadt bestritt der 28-Jährige seine ersten fünf Bundesliga-Minuten für den BVB. Im Play-off-Hinspiel der Europa League drei Tage zuvor bei Odds BK (4:3) nahm ihn Trainer Thomas Tuchel nach äußerst schwachen 45 Minuten vom Feld.

So hatte es sich der Deutsch-Spanier beim BVB sicherlich nicht vorgestellt.

"Ich möchte mit der Mannschaft Erfolg haben", sagte der Mittelfeld-Allrounder nach seiner Unterschrift unter einen Vertrag bis 2019. Die Mannschaft hat Erfolg, doch einen Beitrag konnte er selbst noch nicht leisten. Immerhin kam Castro mit der Referenz von 286 Bundesligaspielen mit 25 Toren und 57 Vorlagen aus Leverkusen und sollte ursprünglich die Lücke des abwanderungswilligen Ilkay Gündogan auf der Sechser-Position vor der Abwehrreihe schließen. Doch Gündogan verlängerte am Ende seinen Vertrag.

"Konkurrenzkampf ist immer gut. Ich freue mich, dass Gündogan geblieben ist", sagte Castro dem Kicker, ahnte aber zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sich der 19 Jahre alte Youngster Julian Weigl überraschend in den Fokus spielen und den Part neben Gündogan in überragender Art und Weise ausfüllen würde.

Der fünfmalige Nationalspieler kreist weiter in der Warteschleife. Inzwischen wurde sogar mit einer Rückkehr nach Leverkusen spekuliert, nachdem sich dort Neuzugang Charles Aranguiz einen Achillessehnenriss zugezogen hat.

Viele Fragen begleiten Castro bei seinem neuen Klub, den er bei seinem Wechsel wegen der neuen persönlichen Herausforderung wählte. "Wir freuen uns, in Gonzalo Castro einen erfahrenen, technisch versierten Mittelfeldspieler für uns gewonnen zu haben", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc nach der Verpflichtung.

"Er muss jetzt weiter hart arbeiten", so Tuchel und hofft, dass der Castro angesichts der vielen Pflichtspiele in der laufenden Saison über kurz oder lang doch noch eine wertvolle Alternative für die Startelf wird. - sid

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