Jürgen Klopp vor schwerer Entscheidung

Qual der Wahl: Mitch Langerak oder Roman Weidenfeller?

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Mitch Langerak (mitte) oder Roman Weidenfeller (rechts)? Wer wird am Samstag im Pokalendspiel im Tor stehen?

Berlin - Für Dortmunds Trainer Jürgen Klopp wird es vor dem letzten Spiel als Verantwortlicher auf der Bank noch einmal eine ganz schwere Entscheidung. Vielleicht sogar die schwerste seiner gesamten Zeit bei den Schwarz-Gelben.

Wir berichten, sowohl mit dem Blick auf das sportliche als auch das ganze Drumherum in Dortmund und Berlin, in einem Live-Ticker!

Wer wird am Samstag im Berliner Olympiastadion im Finale gegen den VfL Wolfsburg zwischen den Pfosten stehen? Der Australier Mitchell Langerak, der in der laufenden Saison bisher alle 510 Pokalminuten für die Borussia bestritt, oder aber Routinier Roman Weidenfeller, der im letzten Bundesligaspiel gegen den SV Werder Bremen den Vorzug erhielt.

Weidenfeller und die Pokalendspiele in Berlin. Das ist ohnehin schon eine Geschichte für sich, für den 34-jährigen Dortmunder Schlussmann zum Teil auch eine ganz bittere. Bereits zum vierten Mal hat er sich mit der Borussia Dortmund für ein Finale im Olympiastadion qualifiziert. Doch oft gespielt hat er nicht. Als der BVB 2008 in Berlin auf die Bayern traf, saß Weidenfeller verletzt auf der Tribüne. Ersatzmann Marc Ziegler stand damals bei der knappen 1:2-Niederlage nach Verlängerung zwischen den Pfosten. Umso größer war die Freude beim Schlussmann, als er vier Jahre später beim Anpfiff im Olympiastadion gegen die Münchner auflaufen durfte. Doch acht Minuten später machte er seine zweite äußerst schmerzhafte Final-Erfahrung. Bei einem Zusammenprall mit Mario Gomez zog er sich eine schwere Rippenprellung zu, musste später (34.) gegen Langerak ausgewechselt werden, wurde in der Halbzeitpause wegen Atembeschwerden sogar ins Krankenhaus gefahren.

In der Charite kämpfte Weidenfeller damals weiter um den Pokal. Nach einer Untersuchung hätte ihn eine Ärztin gerne länger im Krankenhaus gesehen, doch der Keeper wollte unbedingt zur Siegerehrung zurück ins Olympiastadion, gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen den sensationellen 5:2-Pokal-Triumph über die Münchner feiern. "Ich musste ihr erst mal klar machen, wie wichtig es für mich war, rechtzeitig zurück zu sein und eine Hand an den Pott zu kriegen. Die hat das erst überhaupt nicht verstanden", erzählte der Schlussmann nach seiner Rückkehr. Als sich die Mannschaft zur Siegerehrung vor Bundespräsident Joachim Gauck und DFB-Chef Wolfgang Niersbach formierte, war Weidenfeller wieder dabei und einer der ersten, die den Pokal in den Berliner Nachthimmel reckten. Im vergangenen Jahr durfte er dann im nächsten Endspiel gegen die Bayern wieder zwischen den Pfosten stehen. Aber ohne Happy End, denn er kassierte in der Verlängerung die Tore von Arjen Robben (107.) und Thomas Müller (120.).

Erfahrung spricht für Weidenfeller

Für Weidenfeller spricht die Erfahrung, für den acht Jahre jüngeren Langerak die Bilanz. Alle elf Pokalspiele, die der Australier bisher für den BVB bestritten hat, wurden ausnahmslos gewonnen. "Ich bin bereit für das Finale. Ich bereite mich so vor, als ob ich spielen würde", sagte Langerak. Ähnlich äußerte sich Weidenfeller. Klopp hält sich im Vorfeld der Begegnung weiter bedeckt, wird erst am Spieltag die Entscheidung öffentlich verkünden.

Weidenfeller verspricht jedenfalls vollen Einsatz: "Ich kann versichern, dass wir noch mal alles raushauen. Das Pokalendspiel in Berlin ist für jeden Einzelnen etwas Besonderes. Da werden wir noch mal alle Kräfte bündeln und alles geben." Nach einem Sieg würde auch Weidenfeller von einer guten Saison sprechen. "Dann können wir auch mit Stolz und Würde in die Sommerpause gehen", so der Keeper.

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