Nach Masken-Jubel

Aubameyangs "Wahnsinns-Reaktion": Tuchel hofft auf Déjà-vu

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In aller Munde: Pierre-Emerick Aubameyangs Jubel (links, hier mit Shinji Kagawa) nach seinem Führungstor im Revier-Derby.

Dortmund - Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den HSV gibt es bei Borussia Dortmund nur ein Thema: den Jubel von Pierre-Emerick Aubameyang. Für Thomas Tuchel hat der einen Beigeschmack und weckt Hoffnungen. 

Nach zwei Minuten räusperte sich BVB-Pressesprecher Sascha Fligge und sagte freundlich, aber bestimmt: „Wir haben da morgen dieses Bundesliga-Spiel gegen den Hamburger SV, worüber wir auch ganz gerne reden würden.“ 

Zuvor – und auch in weiten Teilen danach – drehte sich die Pressekonferenz vor der Partie des BVB gegen den HSV (Dienstag, 20 Uhr/bei uns im Live-Ticker) nur um ein Thema: den kontrovers diskutierten Masken-Jubel von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang.

"Auba steckt das weg und ist nicht nachtragend"

Zu Beginn der Fragestunde hatte Trainer Thomas Tuchel noch versucht, das Thema elegant wegzuschieben. Er sagte: „Ich glaube, dass es auf der vereinspolitischen Ebene genau auf der richtigen Ebene ist und dass ich mir den Luxus erlauben kann, mich auf den Sport zu fokussieren.“ Damit lag er – zumindest auf diese PK bezogen – falsch. Also äußerte er sich doch über den extravaganten Gabuner.

„Wenn Dinge passieren, die seinem Charakter und seinem Lebensstil geschuldet sind, kann man mit Auba sehr kritisch reden, das sehr hart mit ihm klären und man kann sich sicher sein, dass er das wegsteckt und nicht nachtragend ist“, erklärte der Dortmunder Coach, der im Vorfeld des Revier-Derbys zwar davon gewusst hatte, dass sein Top-Torjäger einen besonderen Jubel plant. Die Details kannte Tuchel aber „in keinster Weise“.

Erneut Unruhe vor dem HSV-Spiel

Den Arroganz-Vorwurf gegen Aubameyang wollte der Trainer nicht gelten lassen, er sagte: „Der Jubel hat nur einen Beigeschmack, weil er persönliche Interessen in Konflikt bringt mit unseren Klub-Interessen. Ich denke, auch Auba wird das nachvollziehen.“ Hintergrund: Der Stürmer setzte eine Maske seines Sponsors auf, Ausrüster des BVB ist jedoch ein anderes Unternehmen. Tuchel fuhr fort: „Aus meiner Sicht wäre es der größte Fehler, ihn jetzt in seiner Persönlichkeit einzuschränken.“

Aubameyang holt die Maske raus - Bilder des 150. Revierderbys

Es scheint fast, als hätte der Angreifer des BVB bei seinen streitbaren, aber auf jeden Fall außergewöhnlichen Aktionen ein ähnlich präzises Timing wie in den gegnerischen Strafräumen. In der Hinrunde flog der 27-Jährige kurz vor dem Spiel gegen Sporting Lissabon nach Mailand und daraufhin aus dem Kader für die Champions-League-Partie. Bei seiner Rückkehr in die Startelf – eben gegen den HSV – zerlegte er die Hanseaten mit vier Toren innerhalb von 48 Minuten nahezu im Alleingang. Der BVB siegte letztlich mit 5:2 in Hamburg.

"...dann müsste ich Auba noch bestrafen"

Besteht ein Zusammenhang zwischen Schelte und anschließender Leistungsexplosion? Tuchel meinte scherzhaft: „Wenn ja, müsste ich Auba jetzt noch bestrafen.“ Deutlich sachlicher fügte der Trainer hinzu: „Seine Reaktion damals war Wahnsinn. Er hat aus einem mittelmäßigen Spiel ein ganz besonderes gemacht. Hoffen wir mal, dass er das wieder hinbekommt.“

Trotz des klaren Ergebnisses sind Tuchels Erinnerungen an die Partie in der Hansestadt nicht durchweg positiv. „Wir hatten dort nie Ruhe im Spiel und haben uns wahnsinnig schwer getan“, sagte der BVB-Coach. „Der HSV hat viel besser gespielt als es das Ergebnis ausgesagt hat und war bei weitem nicht so unterlegen.“

Baustellen in der Defensive

Seitdem hat der abstiegsbedrohte Klub mit Trainer Markus Gisdol in Tuchels Augen „eine Kompaktheit und eine taktische Stabilität aufgebaut“. Auch deshalb verbietet sich für den Dortmunder Coach der Blick auf das Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayern München am kommenden Samstag. „Es geht in den April, in so entscheidende Wochen. Es geht nur, indem wir den absoluten Fokus darauf legen, was als nächstes zu bewältigen ist. Das ist die Kunst“, meint Tuchel.

Vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV gilt es für ihn, „ein paar Baustellen“ zu bearbeiten. Der Einsatz von Marcel Schmelzer und Julian Weigl ist gefährdet, Abwehrchef Sokratis fehlt nach der fünften Gelben Karte. Für Erik Durm und André Schürrle kommt die Partie zu früh.

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