BVB-Boss Watzke sauer

Aubameyang verteidigt Masken-Jubel: "Bin wie ein Kind..."

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Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang erzielte im Derby auf Schalke sein 24. Saisontor.

Gelsenkirchen - Pierre-Emerick Aubameyang sorgt mit seinem Masken-Jubel auf Schalke für Gesprächsstoff. Während Hans-Joachim Watzke sauer ist, nimmt sein Trainer ihn in Schutz. Auch der Gabuner verteidigt sich.

Die Statistik spricht eindeutig für ihn. Alle 88 Minuten trifft Pierre-Emerick Aubameyang in der Fußball-Bundesliga. Und er liegt damit sogar vor dem Münchner Robert Lewandowski (90), mit dem er derzeit die Torschützenliste des Oberhauses gemeinsam mit je 24 Treffern anführt.

Mit Blick auf die Erfolgsquote unterscheiden sich die beiden aktuellen besten Bundesliga-Stürmer kaum, nur in ihrem Auftreten gibt es gravierende Unterschiede. Lewandowski präsentiert sich eher als der bescheidene Liebling aller Schwiegermütter. Aubameyang polarisiert und fällt schon gerne mal auf, ob mit extravaganter Kleidung, aufregender Haarpracht oder außergewöhnlichen Aktionen auf dem Rasen.

Wie am Samstag beim 1:1 im Derby beim FC Schalke 04, als er nach seinem Treffer zum 1:0 zu einem Jubel mit Maske ansetzte, die ihn ein Betreuer vom Spielfeldrand zugeworfen hatte. Was bei den Fans der Schwarz-Gelben gut ankam, von den Schalker Freunden unter den Besuchern in der Arena allerdings als Provokation gewertet wurde.

Tuchel verteidigt Aubameyangs Aktion

„Ich finde es ein bisschen heuchlerisch, daraus jetzt eine arrogante Geste zu machen“, verteidigte Trainer Thomas Tuchel die Aktion des Gabuners. „Also wenn es irgendetwas ist, dann ist es vielleicht sehr unvorsichtig in Bezug auf Gelbe Karten.“ Es war die dritte in der laufenden Saison. Schon vor zwei Jahren hatte Aubemeyang mit seinem diesmal verletzt fehlenden Kumpel Marco Reus „Batman und Robin“ im Revierschlager gemimt.

Mehr Auftritte dieser Art sollte sich der schnelle Stürmer im Endspurt um die Meisterschaft allerdings nicht erlauben. Dafür wird wohl auch der Vorsitzende der Geschäftsführung sorgen, der nach der Partie Konsequenzen androhte.

Aubameyang holt die Maske raus - Bilder des 150. Revierderbys

Denn Aubameyang nutzte eine Kopfbedeckung seines privaten Sponsors „Nike“ mit dem Namen „The masked finisher“ (Der maskierte Vollstrecker), die eigens für einen Werbespot angefertigt wurde. Was Hans-Joachim Watzke überhaupt nicht gefiel: „Darüber werden wir noch mal reden. Dann wird es etwas schwieriger für ihn", sagte er: „Wenn der Mitbewerber sonst keine Aufmerksamkeit erregen kann, dann vielleicht so. Aber wir spielen ja immer noch in Trikots von Puma." Der deutsche Sportartikel-Hersteller erwartet eine Strafe gegen Aubameyang. „Wir sind davon überzeugt, dass der BVB die richtigen Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen wird", teilte der Konzern am Sonntag mit.

Alle noch im Lernprozess

Aubameyang selbst verstand die ganze Aufregung nicht, wollte weder provozieren noch unerlaubte Werbung betreiben. In der Nacht von Samstag auf Sonntag reagierte er über seinen Instagram-Account. „Ich arrogant? Ach kommt Leute, das ist meine Art zu leben!", schrieb der 27-Jährige. „Das ist meine Welt. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen." Traurig sei er nur über das Ergebnis, schließlich hatte er kurz nach dem Führungstreffer die große Chance zum 0:2 liegen lassen.

Sein unpräziser Pass auf den besser postierten Ousmane Dembélé sowie wenig später Dembélés Pfostenschlenzer waren auch für Dortmunds Trainer die entscheidenden Momente in der Partie, die Borussia Dortmund eigentlich über weite Strecken beherrscht hatte. In dieser Phase habe es die Mannschaft versäumt, den Deckel auf dieses Derby zu setzen.

Konkrete Vorwürfe an seine hochbegabten Kicker wollte Tuchel allerdings nicht richten. Für sie sei es schwer, beim Torabschluss eine gute Mischung aus überragender Technik sowie Wucht und Entschlossenheit zu finden. In dieser Hinsicht würden sich alle noch in einem Lernprozess befinden. „Es zeichnet Auba aus, dass er bei der vielleicht größten Chance des gesamten Spiels den Kopf hoch nimmt und nicht für sein eigenes Tor-Konto spielt, sondern versucht, den Ball rüberzulegen“, erklärte der BVB-Coach. „Leider ist der nicht sauber gespielt. Wenn er es jedoch selbst versucht und unsauber abschließt, hätten alle gesagt, er hätte besser abspielen sollen.“

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