Dienstagabend gegen Turin

BVB ohne Leichtigkeit, aber mit Siegeswillen

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Jürgen Klopp mit Kevin Kampl.

TURIN - An das Revierderby am Samstag gegen den FC Schalke 04 wollte Jürgen Klopp keinen Gedanken verschwenden. Deshalb war eine mögliche Rotation vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League (heute, 20.45 Uhr, live bei Sky) bei Juventus Turin kein Thema.

Von Peter Schwennecker

"Wir sind mit voller Kapelle gekommen", betonte der Dortmunder Trainer. "Klar ist die Bundesliga momentan für uns wichtiger, doch nehmen wir jeden Wettbewerb ernst und wollen auch hier ein gutes Ergebnis erzielen." Lediglich Milos Jojic, der für Kevin Kampl von der Einsatzliste für die Königsklasse gestrichen wurde, und der verletzte Kevin Großkreutz fehlten auf dem Flug ins Piemont. Kampl verpasste am Montagabend aber wegen eines Magen-Darm-Infekts das Abschlusstraining.

Die zuletzt angeschlagenen Mats Hummels, Sven Bender und Sebastian Kehl waren dagegen wieder dabei. Beste Voraussetzungen also, um sich nach drei Bundesliga-Siegen in Folge in der Champions League eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 18. März in Dortmund zu verschaffen.

Allerdings rechnen alle Borussen beim souveränen Tabellenführer der Serie A mit einer äußerst schweren Partie. "Juve gehört derzeit zu den zehn, zwölf besten Mannschaften in Europa", erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, der zwar zuletzt einen Aufwärtstrend beim BVB-Team erkannte, die Mannschaft aber längst noch nicht in Bestform sieht.

Von zurückgewonnener Leichtigkeit bei den Borussen wollte Watzke keineswegs reden. "Die spüre ich bei mir noch nicht", beteuerte der Geschäftsführer, der die Chancen auf ein Weiterkommen auf 50:50 bezifferte. Und auch Sportdirektor Michael Zorc sieht den BVB längst nicht über den Berg. "Wer das schreibt, der hat in der Schule im Mathematik-Unterricht gefehlt", wetterte Zorc. Die Dortmunder Mannschaft zeigte sich auf jeden Fall bereit, um am Dienstagabend im Juventus-Stadion Großes zu leisten.

Die Partie ist ein Klassiker, standen sich beide Mannschaften in den 90er Jahren gleich sieben Mal im Europapokal gegenüber. Zuletzt am 28. Mai 1997 im Münchner Olympiastadion, als die Borussia mit einem sensationellen 3:1 über Turin erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League gewann. "Jetzt steht endlich wieder einmal ein Feiertag für uns an", freute sich Schlussmann Roman Weidenfeller auf die Begegnung, in der die Borussia vor allem in der Defensive viel besser stehen muss als zuletzt beim 3:2-Erfolg in Stuttgart.

"Solche Aussetzer wie bei den Gegentoren beim VfB dürfen wir uns in Turin nicht erlauben", erklärte Pierre-Emerick Aubameyang. "Juventus würde das eiskalt ausnutzen." Klopp schwärmte in höchsten Tönen vom italienischen Rekordmeister. "Juventus ist eine unheimlich erfahrene, ja richtig abgezockte Truppe", sagte der Dortmunder Fußball-Lehrer. "Sie spielen in einem niedrigen Rhythmus, das aber mit einer sehr hohen Qualität."

Klopp rechnet seinem Team dennoch gute Möglichkeiten aus, sich mit einem ansprechenden Resultat für das Rückspiel alles offen zu halten. "Wir müssen nur unsere Chancen nutzen. Das wird in dieser Partie entscheidend sein."

Respekt wurde dem BVB auch von Gastgeber-Trainer Massimiliano Allegri entgegen gebracht. "Wir haben natürlich gesehen, welche Probleme die Dortmunder in der Bundesliga hatten", sagte der Coach. "Doch wir haben auch die starken Auftritte in der Champions League bemerkt. Die Borussia kann an einem guten Tag jeden Gegner in Europa schlagen."

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