Ex-Teamkollege bricht Lanze

Sahin hält Plädoyer für Götze: "Aufhören, über ihn zu reden"

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Nuri Sahin (r.) nimmt den öffentlich in der Kritik stehenden Mario Götze in Schutz.

Alle reden über Mario Götze. Für Nuri Sahin, seinem ehemaligen Teamkollegen bei Borussia Dortmund, geht das alles zu weit.

Dortmund - Über kaum eine Fußball-Personalie wird in diesen Tagen in Deutschland mehr diskutiert als über Mario Götze. Über den WM-Helden von 2016, der aktuell bei Borussia Dortmund unter dem neuen Chefcoach Lucien Favre meist nur auf der Tribüne Platz nehmen darf.

Ein ehemaliger Teamkollege Nuri Sahin nimmt den 26-Jährigen nun in Schutz und kritisiert den Umgang mit Götze. "Es ist offensichtlich, dass Mario im Moment ein bisschen sportlich hinterherhängt", erklärte der Mittelfeldspieler von Werder Bremen im Interview mit Eurosport: "Aber das ist absolut menschlich. Jeder hat diese Phase doch schon durchgemacht. Wenn wir jeden Tag über Mario reden, wie soll er dann so schnell seinen Weg wiederfinden?"

Der langjährige Dortmunder ist sich sicher, das Götze seinen Weg wieder finden werde, denn: "Mario ist ein fantastischer Fußballer, ein fantastischer Mensch, er wird wieder zurückkommen, und er wird wieder zu alter Stärke finden. Also lasst ihn einfach in Ruhe. Immer die Lupe auf Mario zu halten, das bringt niemandem was, denn er denkt ja auch nach."

Kritik an TV-Experten

Zu viel denken auch sogenannte TV-Experten nach, die in der Öffentlichkeit stets Tipps für den Nationalspieler parat haben. Auch das geht Sahin gegen den Strich: "Es sind ja Fußball-Experten, die darüber reden. Diejenigen, die selbst eine Karriere durchgemacht haben, die wissen, was es bedeutet. Dass die dann auch noch draufhauen, das kann ich nicht verstehen. Die großen Fußball-Experten müssen darauf Rücksicht nehmen. Ich sage nicht, dass Mario einen Freifahrtschein bekommen soll für das, was er geleistet hat. Er soll einfach so bewertet werden, wie Spieler XY auch. Das wäre schon einmal eine Basis."

Mit dem Geleisteten bezieht sich Sahin vor allem auf das WM-Finale 2014, in dem Götze den entscheidenden Treffer beisteuerte und seitdem als Held jenes Turniers gefeiert wird.

Von diesem Tag an sei alles so gewesen, "dass alles nur noch entweder saustark oder sauschlecht war", so Sahin: "Schwarz oder weiß. Ich finde es extrem unfair. Ich weiß, dass es sich besser verkauft, wenn Mario auf der Titelseite ist. Aber man muss aufhören, die ganze Zeit über Mario Götze zu reden, denn es tut dem Jungen nicht gut. Man sollte ihn in Ruhe und einfach machen lassen."

"Ich habe so etwas noch nie gesehen"

Denn dass Götze die Qualitäten hat, weiß er nur zu genau. Auch wenn das erste Training unter Trainer Jürgen Klopp beim BVB schon rund zehn Jahre zurückliegt, erinnert sich Sahin noch so daran, als sei es gestern gewesen.

"Mario", blickt der 30-Jährige zurück, "kam mit 16 Jahren zu uns (nach Dortmund, Anm. der Red.). Im ersten Training, das weiß ich noch ganz genau, weil ich neben Jürgen Klopp stand, haben wir Vier-gegen-Vier gespielt, und der Junge hat keinen Zweikampf geführt, aber auch keinen Ball verloren und seine Mannschaft hat immer gewonnen. Da habe ich zum Trainer gesagt: 'Was ist das? Ich habe so etwas noch nie gesehen'."

Und weiter: "Bei vier Spielern war ich in meiner Karriere baff: Götze, Reus, di Maria und Marcelo. Da habe ich vom ersten Moment an wow gesagt."

Und Sahin ist sich sicher, dass er das schon bald wieder tun kann im Falle von Götze.

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