32. Bundesligaspieltag

Nach Unentschieden in Bremen: BVB will nicht aufgeben – aber auch nicht träumen

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Thomas Delaney (rechts) konnte mit dem BVB bei seinem ehemaligen Teamkameraden Max Kruse und dem SV Werder Bremen nur einen Punkt holen.

Borussia Dortmund hat beim SV Werder Bremen nur 2:2-Unentschieden gespielt am Samstag. Zu wenig, um noch ernsthaft an den Titel zu glauben. Aufgeben ist aber keine Option.

Bremen – Borussia Dortmund hat nicht zum ersten Mal in dieser Saison eine Führung verspielt oder gar glückliche Punkte eingefahren. Das Unentschieden in Bremen zeigte: Der BVB war und ist noch nicht reif für den Titel. Zu schneller Erfolg hat zu große Erwartungen hervorgebracht.

„Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir haben eine zweite Chance bekommen und die haben wir verpasst“ – Thomas Delaney war nach dem 2:2 des BVB beim SV Werder Bremen am Samstagabend ziemlich niedergeschlagen. Mit zwei Toren führte seine Mannschaft, dann der Einbruch. Nicht zum ersten Mal. Die Meisterschaft rückt damit in weite Ferne – nach diversen Fehltritten hat Borussia Dortmund allerdings auch zu wenig Titelreife unter Beweis gestellt.

Erzwungenes Glück und vergebene Führungen

Alles fing an mit einem 4:3 (0:1) gegen den FC Augsburg am siebten Spieltag. Heimkulisse, Paco Alcácer tritt zum Freistoß an und verwandelt in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Ein glücklicher Sieg. Erzwungenes Glück ist Können und wer solche Spiele gewinnt, holt die Meisterschaft – die ersten Fatalisten ergaben sich den gewöhnlichen Gesetzmäßigkeiten des Fußballs. Wohl wahr, die Dortmunder spielten eine grandiose Hinrunde. Doch Einbrüche häuften sich. Wenig später allein das 2:2 durch Hertha Kalou am siebten Spieltag in der Nachspielzeit – diesmal hatte der BVB das Nachsehen. Dann das glückliche 2:1 auswärts beim FSV Mainz 05 am zwölften Spieltag. Gier, Mentalität, Willen? Schwarzgelbe Attribute zu dieser Zeit.

Hoffenheim und Revierderby als Schicksalsspiele

Das erste Leuchtfeuer, dass einen Nicht-Titel verkündete, entzündete dann die TSG 1899 Hoffenheim beim 3:3 am 21. Spieltag. Dortmund hatte eine Drei-Tore-Führung vor der gelben Wand – nun ja: vor die Wand gefahren. „Ich weiß nicht, ob es die Nerven sind, oder was auch immer“, meinte Delaney dann am Samstag nach dem Remis beim SV Werder. Ausgerechnet eine Woche nach dem verheerenden 2:4-Derbydebakel. Zu viele Nackenschläge in der eigentlich starken Saison für die junge Mannschaft.

BVB-Coach Favre: "Die Spieler waren enttäuscht"

Aber dafür gleich von mangelnder Erfahrung sprechen wäre falsch. Es zeigt etwas anderes: Der BVB hat seinen Umbruch noch lange nicht vollzogen. Zu schnell kam der Erfolg. „Ich habe hier noch nicht meine ganze Arbeit gemacht“, sagte Coach Lucien Favre nicht umsonst vor der Partie an der Weser. Die Stimmung in der Kabine danach? „Die Spieler waren enttäuscht. Wichtig ist aber, dass wir eine gute Leistung gebracht haben“, so Favre.

Zwei individuelle Fehler sorgten für Remis

Das Duell mit den Bremern ging auch nicht durch das Kollektiv verloren. Schwarzgelb spielte Dominant auf, allerdings nur nicht über die vollen 90 Minuten – und so lange dauert eben, frei nach Sepp Herberger, ein Fußballspiel. „Wenn du solche Spiele gewinnen willst, darfst du solche Fehler nicht machen“, meint Sportdirektor Michael Zorc daher mit Blick auf die Patzer von Roman Bürki beim 1:2-Anschlusstreffer der Bremer und von Manuel Akanji beim 2:2-Ausgleich.

BVB-Sportdirektor Zorc: "Wir sind keine Träumer"

Der BVB, er war eben noch nicht bereit für den Titel. „Mit den Qualitäten, die wir haben, müssen wir das besser machen“, meinte zwar Delaney. Aber: Die volle Entfaltung der Qualitäten braucht noch ihre Zeit. Borussia wird gerade Opfer des eigenen Erfolgs. „In der Kabine war Stille, wir sind nicht zufrieden. Es geht von sehr, sehr gut zu schlecht. Aber es gibt noch zwei Spiele und wir wollen nicht im Boden liegen und weinen“, erklärte Delaney. Stimmt, die Titelchance ist noch vorhanden. Der FC Bayern München hat zwei Spieltage vor Schluss nur vier Punkte Vorsprung. „Wir sind keine Träumer: Natürlich ist Bayern absolut auf der Pole Position und hat das heute noch ausgebaut, weil wir hier nicht gewonnen haben“, drückte Zorc dann schon die Erwartungen. Erwartungen, die hoch sind und waren an eine Mannschaft, die einen großen Umbruch vollzogen hat – und noch vollziehen muss. „Wir haben morgen oder übermorgen einen Videotermin. Dann schauen wir, was wir falsch gemacht haben, und dann kommt eine neue Woche – es geht weiter“, sagte Delaney.

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