"Eine Schippe draufpacken"

Klopps Motivationstrick: Alles tun für Neven Subotic

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Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller (l) und Neven Subotic freuen sich nach Spielende über den knappen Sieg.

DORTMUND - Der Weg von Neven Subotic führte direkt nach den packenden 120 Minuten des Pokal-Viertelfinales zwischen der Dortmunder Borussia und der TSG Hoffenheim zu Sebastian Kehl. Es folgt eine herzliche Umarmung. Und am liebsten hätte der Serbe den Schützen des Siegtores zum 3:2, der den BVB zum vierten Mal in nur fünf Jahren ins Halbfinale brachte, nach Verlängerung nicht mehr losgelassen.

Von Peter Schwennecker

„Das war ein wichtiges Tor. Für den BVB, für Kehli und auch für mich. Ansonsten wäre es ein schwerer Abend für mich geworden“, gestand der Innenverteidiger ein, der nach 36 Minuten mit einem schweren Patzer den 1:2-Rückstand durch Firmino verschuldet hatte. Dabei war es Subotic, der die Borussia nach 19 Minuten sogar in Führung brachte. „Ohne Kehls Tor wäre dieser Treffer wohl ganz untergegangen“, sinnierte Subotic, „zumal wir schon zwei Minuten später den Ausgleich durch Kevin Volland hinnehmen mussten.“

Entscheidenden Anteil an der Wende in dieser spannenden Pokal-Begegnung besaß aber auch Dortmunds Trainer Jürgen Klopp, der in der Halbzeit zu einem ganz simplen Motivationstrick griff. „In der Pause habe ich den Spielern gesagt, dass sie es in der Hand haben, mit welchem Gefühl Neven Subotic nach Hause geht“, berichtete der Fußball-Lehrer vom Kabinen-Gespräch. „Er hat vorne einen gemacht und hinten einen verschuldet. Für einen Mannschaftskollegen kann man ruhig eine Schippe draufpacken.“

Und das war im zweiten Durchgang mehr als deutlich zu erkennen, als die Dortmunder klar die Initiative übernahmen, sich Chance auf Chance herausspielten und schon früh (58.) verdient durch den Kopfball von Pierre-Emerick Aubameyang ausglichen. Ein dickes Lob gab es daher auch vom Sportdirektor, an Mannschaft und auch an die Anhänger: „Es war ein sehr emotionaler Pokalabend“, betonte Michael Zorc. „Kompliment an unsere Fans, die die Mannschaft nach vorne getrieben haben, als wir 1:2 hinten lagen. Insgesamt waren wir das eine Tor besser. Am Ende ist es auch verdient. Kämpferisch waren das heute 100 Prozent, die Mannschaft ist voll an ihre Grenzen gegangen.“ Was sie gegen eine starke Hoffenheimer Elf auch musste. „Wir haben am Ende der regulären Spielzeit noch zwei Riesenchancen gehabt, die Partie für uns zu entscheiden“, meinte TSG-Coach Markus Gisdol. „Wir haben alles abgeliefert, was wir können, aber es sollte nicht sein. Es war haarscharf.“

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Am Ende siegte die Borussia nur dank des Sonntagsschusses von Sebastian Kehl. Es war übrigens der erste Pokaltreffer des Routiniers in 13 Jahren Dortmund. „Es ist schön, dass ich das im Herbst meiner Karriere noch erleben darf“, schmunzelte der 35-Jährige. „Das ist eine nette Anekdote, die ich gerne noch mitnehme.“ Als Pokal-Held wollte sich Kehl aber nicht feiern lassen. „Zum wahren Pokal-Helden kann man nur in Berlin werden“, sagte Kehl. Doch das Leuchten in seinen Augen verriet dabei, dass er dieses Erlebnis am 30. Mai zum dann wohl endgültigen Abschluss seiner aktiven Karriere gerne noch mitnehmen würde.

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