Reus trifft

BVB nach 1:2 bei Juve noch mit guten Chancen

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Pierre-Emerick Aubameyang im Duell mit Giorgio Chiellini.

TURIN - Dank des Auswärtstores von Marco Reus darf Borussia Dortmund weiter darauf hoffen, zum dritten Mal in Folge das Viertelfinale der Champions League zu erreichen. Am Dienstagabend verloren die Schwarz-Gelben vor 41000 Zuschauern beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin mit 1:2 (1:1).

Nach dieser knappen Niederlage hat der BVB im Achtelfinal-Rückspiel am 18. März in Dortmund durchaus die Chance, das Blatt noch einmal zu wenden.

Vier Tage vor dem Derby gegen den FC Schalke bot die Mannschaft zumindest phasenweise eine ansprechende Vorstellung, wirkte aber in der Defensive erneut nicht stabil genug und leistete sich einmal mehr zu viele Abwehrschnitzer, die Juventus eiskalt ausnutzte.

BVB-Trainer Jürgen Klopp sorgte schon vor dem Anpfiff mit der Aufstellung für eine Überraschung, weil er die zuletzt in der Bundesliga dreimal siegreiche Mannschaft umbaute. Und das nicht nur, weil er Ciro Immobile vier Tage nach seinem 25. Geburtstag mit dem Startelf-Einsatz in seiner alten Heimat Turin ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bescherte. Auch der zuletzt formschwache Henrikh Mkhitaryan durfte von Beginn an auflaufen. Mats Hummels kehrte zurück neben Sokratis in das Abwehrzentrum. Shinji Kagawa saß nur auf der Bank, der kurzfristig erkrankte Neven Subotic (krank) und Kevin Kampl (Magen- und Darmvirus) gehörten nicht zum Kader. Keine Experimente wagte dagegen Juve-Coach Massimiliano Allegri, der seine beste Formation auf das Feld schickte.

Klopp hatte die Partie schon zuvor als interessanten Vergleich der Systeme Ballkontrolle gegen schnelles Umschalten bezeichnet. Aber die Borussia lief beim italienischen Rekordmeister mit breiter Brust auf und spielte von Beginn an mit. Schon nach einer Minute gab Immobile einen ersten Warnschuss Richtung Tor von Gianluigi Buffon ab, doch der Ball strich knapp über die Querlatte. Unglücklich für die Borussia, dass der erste gefährliche Angriff von Juventus gleich zum 1:0 (13.) führte. BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller konnte einen Schuss aus halblinker Position von Alvaro Morata nur nach vorn abklatschen. Carlos Tevez war zur Stelle und staubte ab. Dortmund zeigte sich keineswegs geschockt und schlug schon vier Minuten später zurück. Giorgio Chiellini rutschte bei der Ballannahme vor dem eigenen Strafraum aus, Marco Reus schnappte sich den Ball und verwertete dieses Geschenk eiskalt zum 1:1.

Nach gut einer halben Stunde traf den BVB das Verletzungspech hart. Außenverteidiger Lukasz Piszczek zog sich bei einem Foul von Paul Pogba eine Knöchelverletzung zu und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Matthias Ginter, den Klopp in die Innenverteidigung beorderte. Sokratis rückte auf die rechte Abwehrseite. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass ein Stellungsfehler im Dortmunder Defensivzentrum zum erneuten Rückstand führte. Nach einem Pass von Pogba stand Alvarez völlig frei vor Weidenfeller und durfte unbedrängt zum 2:1 (42.) einschieben.

Zur Pause musste beim Bundesligisten auch Sokratis angeschlagen in der Kabine bleiben. Für ihn kam Oliver Kirch. Der BVB spielte auch im zweiten Durchgang weiter mutig nach vorn und zeigte, dass die ansonsten so gelobte Abwehr von Juventus durchaus verwundbar ist, wenn man sie unter Druck setzt. Allerdings fehlte den Dortmundern in Strafraumnähe die letzte Entschlossenheit, weshalb klare Chancen Mangelware blieben. Die hatten die Turiner durch Tevez, der einmal nur knapp vorbei schoss und später an Weidenfeller scheiterte sowie durch Pereyra. - von Peter Schwennecker

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