BVB mit Kopf schon wieder beim Hamburger SV

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BVB-Trainer Jürgen Klopp stimmt am Donnerstag Team auf Hamburger SV ein.

DORTMUND - Nach dem 3:0-Champions-League-Erfolg beim RSC Anderlecht am Mittwochabend erwartet BVB-Trainer Jürgen Klopp am Samstag gegen den Hamburger SV "eine ganz heiße Kiste". 

Die Erleichterung war greifbar, aber kurz. Bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff des erfolgreichen Champions-League-Auftritts von Borussia Dortmund war der Hamburger SV präsent. "In der Kabine haben wir uns schon einen Kopf über die Bundesliga gemacht", berichtete Routinier Sebastian Kehl nach dem 3:0 (1:0) beim RSC Anderlecht.

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) müsse man unbedingt nachlegen, denn es würden zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die der Liga derzeit hinterherlaufen, so der 34-Jährige, dessen Einsatz jedoch im Duell gegen das Tabellenschlusslicht wegen einer Fußverletzung gefährdet ist. Der Fuß sei dick angeschwollen, eine Entscheidung über seinen Einsatz falle am Freitag, so BVB-Trainer Jürgen Klopp bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Im Gegensatz zur Königsklasse, in der die Westfalen nach zwei Siegen in zwei Gruppenspielen bereits mit fünf Punkten vor dem Dritten führen und scheinbar ungefährdet dem Achtelfinale entgegensteuern, besteht in der Liga angesichts von nur sieben Punkten und 9:11-Toren erheblich Nachholbedarf. Zudem blieb die Abwehr nur in der Champions League bisher ohne Gegentreffer (5: 0-Tore). Klopp lässt keine Frage an einer eventuell unterschiedlichen Einstellung zu. "Die Bundesliga ist für uns der absolut wichtigere Wettbewerb. Und "wer die Einstellung dieser Mannschaft infrage stellt, hat Alzheimer. Denn sie hat in der Vergangenheit tausendfach ihren Charakter bewiesen", stellte der 47-Jährige in der Pressekonferenz unmittelbar nach der Rückkehr aus Belgien klar.

In Anderlecht habe man auch keine Wende vollzogen. "Eine Wende vollzieht man über mehrere Spiele", legte Klopp nach. Gegen den HSV gelte es nunmehr die Derby-Scharte auszumerzen. Zumindest an "einen Schritt in die Richtige Richtung", glaubt indes Weltmeister Mats Hummels, der in Anderlecht erst in der Schlussphase eingewechselt wurde: "Wenn man in der Champions League gewinnt ist das gut, wenn man 3:0 gewinnt, ist das sehr gut." "Das zu null war das Krönchen auf den Sieg. Wir haben leidenschaftlich verteidigt, aber auch in einige Momenten das Glück gebraucht", resümierte Klopp und beschwor trotz aller Verletzungsprobleme das Ende der Liga-Krise am Samstag im bereits ausverkauften Signal Iduna Park.

Nicht immer will und kann sich der deutsche Vizemeister auf das glücklich Händchen seines Trainers verlassen, der Adrian Ramos in der 65. Minute einwechselte. Der Ex-Berliner erzielt mit seinem zweiten Ballkontakt das vorentscheidende 2:0 (69.). Anschließend machte der Kolumbianer sein Doppelpack mit dem 3:0 (79.) perfekt. "Davon habe ich immer geträumt", verriet er später. Der 9,5 Millionen Euro teure Stürmer präsentiert sich derzeit in glänzender Verfassung und wesentlich effektiver als Torjäger Ciro Immobile. Der Italiener begann stark, erzielte den Führungstreffer (3.), baute jedoch zusehends ab und wurde folgerichtig ausgewechselt. Mit Kehl, der nach einer Pause im Derby gegen Schalke wieder in der Startformation stand, und auch Shinji Kagawa, gewann das Spiel der Dortmunder wesentlich an Struktur. Zudem bestätigte auch WM-Held Kevin Großkreutz seine gute Form und bereitete einige Chancen vor. Das alles ändert jedoch nichts dran, dass es auch in Anderlecht "80 Minuten lang harte Arbeit war", so Klopp.

Der BVB-Coach steht angesichts der langen Verletztenliste erneut vor der schweren Aufgabe, die Balance zwischen Belastung und Notwendigkeit zu finden, "sonst machen wir die Jungs, die derzeit spielen, kaputt." Bessere Zeiten winken allenfalls nach der Länderspielpause, nach der einige angeschlagene Spieler wie Marco Reus oder Henrich Mchitarjan, eventuell sogar Ilkay Gündogan, wieder zurückkommen könnten. Doch zuvor geht es gegen den HSV. "Und das wird eine ganz heiße Kiste", prophezeite Kehl. - sid

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