Klopps bittere Erkenntnis

"Das fühlt sich im Moment nicht besonders gut an"

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Rundum glücklich sieht anders aus: Jürgen Klopp mit Robert Lewandowski.

DORTMUND - Es war eine ungewöhnliche Mischung zwischen Stolz und Frust, die Jürgen Klopp nach dem 0:0 im 144. Revierderby gegen den FC Schalke beim Blick auf die Statistik ergriff. Die lautete 18:8 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz und 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe zu Gunsten der Schwarz-Gelben.

Von Peter Schwennecker

„Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, liegen bei allen Spieldaten vorn, außer bei den Fouls“, betonte der BVB-Trainer. „Doch am Ende steht dieses 0:0, das fühlt sich im Moment nicht besonders gut an.“

Auf Grund der Dominanz und der Vielzahl an erstklassigen Torchancen hätten die Dortmunder nach dem 3:1-Hinspielerfolg auch das zweite Derby der Saison gewinnen müssen. Deshalb wollte Klopp mit Blick auf die anstehenden Aufgaben am Samstag beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr) und dem folgenden Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) im Viertelfinale der Champions League bei Real Madrid in erster Linie die positiven Dinge mit in die entscheidende Phase der Saison nehmen.

Wobei ihn auch Hans-Joachim Watzke unterstützte. „Natürlich sind wir ein bisschen frustriert, weil wir dieses Spiel eigentlich gewinnen müssen“, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Das Positive ist aber, dass wir wirklich ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht haben. Wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet, auch körperlich ist die Mannschaft in einer überragenden Verfassung.“

Mittelfeldakteur Nuri Sahin sprach sogar vom besten Heimspiel der Rückrunde, was angesichts der mageren Punktausbeute aus den bisherigen Auftritten keine große Überraschung war. „Wir haben Schalke an die Wand gespielt, leider sind keine drei Punkte dabei herausgekommen.“

Das einzige Manko, was sich die Dortmunder an diesem Dienstagabend ankreiden mussten, war die fehlende Präzision im Abschluss, die am Ende die Schalker über einen schmeichelhaften Punkt jubeln ließ.

„Die Schalker haben einfach Glück gehabt“, meinte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. „Es ist schon ein bisschen Frust da. Wir hätten uns besser gefühlt, wenn wir ein Tor erzielt hätten.“ Doch sowohl Robert Lewandowski, als auch Marco Reus und Henrikh Mkhitaryan versagten in den entscheidenden Momenten vor dem Tor der Königsblauen, oder scheiterten am überragenden Keeper Ralf Fährmann.

Das 144. Revierderby in Bilder

Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04

„Wir müssen mit dem Ergebnis leben“, meinte Michael Zorc und dachte dabei schon an die nun anstehenden Wochen der Wahrheit. „Darauf können wir aufbauen“, sagte der Sportdirektor. Denn für die Borussia geht es jetzt innerhalb von 21 Tagen in sieben Pflichtspielen gleich in drei Wettbewerben darum, die Saisonziele zu verwirklichen.

In der Bundesliga stehen die Aufgaben in Stuttgart, gegen Wolfsburg, beim alten und neuen Meister München und gegen Mainz an, dazwischen liegen die beiden Spiele in der Königsklasse gegen Real Madrid und das Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg.

Ein Programm, bei dem die Borussen wieder wie im Derby durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt werden können. So eine Art Mischung zwischen Stolz und Frust, auf die Jürgen Klopp sicherlich gerne verzichten würde.

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