Hat Münchner Hauskrach Folgen fürs Finale?

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Wer hat die besseren Karten: Mario Götze und die Bayern oder Marco Reus und der BVB?

BERLIN - Der Schatten seines Vorgängers beschäftigt Pep Guardiola auch vor dem Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund mehr als ihm lieb ist. Ständig wird er mit der Frage konfrontiert, ob die Saison für den FC Bayern nur dann eine gute wäre, wenn die Münchner auch heute das Pokalfinale in Berlin gewinnen.

Von Peter Schwennecker

Der Spanier wird weiter an Jupp Heynckes gemessen, der mit dem Rekordmeister im Vorjahr das Triple schaffte. „Nach so einer Saison hat es jeder Trainer und jede Mannschaft schwer“, stöhnt Guardiola bei der Pressekonferenz im Olympiastadion. „Nach all dem, was der Jupp geschafft hat, ist alles andere sowieso eine Katastrophe“, sagt der Coach.

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„Wenn du die Meisterschaft gewinnst, in der Bundesliga, in der Premier League, in der Primera Divison, dann ist es eine gute Saison nach meiner Meinung. Wir haben mal gut gespielt und mal schlecht gespielt, aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Vor allem in der Bundesliga ist es so schwer, sich jede Woche zu fokussieren, immer zu gewinnen. Das ist das Schwierigste."

Für Münchner Ansprüche aber offenbar nicht genug. Und auch das Pokalfinale wird für die Bayern kein Selbstläufer. „Es gibt keinen Favoriten. Mit Bayern und Dortmund treffen die beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen Jahre aufeinander“, erklärt Kapitän Philipp Lahm. „Ich denke, dass es eine schöne Ausgangssituation ist. Ich glaube, da kann sich jeder drauf freuen."

Was aber nicht für alle Spieler des FC Bayern gilt. Bastian Schweinsteiger blieb wegen seiner Knieverletzung (Reizung der Patellasehne) in München, soll heute zum Spiel anreisen und der Mannschaft auf der Tribüne die Daumen drücken. „Er hat die ganze Woche nicht trainiert, deswegen wird er auch nicht spielen können“, bestätigt Guardiola.

Ob eventuell sogar die WM-Teilnahme des Nationalspielers gefährdet sei, will der Trainer nicht kommentieren. „Das kann ich nicht sagen. Ich hoffe, dass er mit nach Brasilien kann“, erklärt der Spanier. Ein Fragezeichen steht weiter hinter dem Einsatz von Franck Ribery, der Rückenprobleme hat.

Freiwillig verzichtet Guardiola auf seinen Torjäger Mario Mandzukic. „Das war meine Entscheidung“, begründet der Coach kurz und knapp seine ungewöhnliche Maßnahme, den Kroaten aus dem 18er Kader zu streichen. „Er hat Montag und Dienstag nicht trainiert, doch er hätte spielen können. Aber wir haben 18 andere starke Spieler“, erklärt Guardiola.

WA-Video-Interview mit Norbert Dickel

Offenbar ist das Tischtuch zwischen Trainer und Mandzukic endgültig zerschnitten. Der Spieler soll zuletzt öfter geschmollt haben, nachdem ihn Guardiola beim Spiel in Hamburg 90 Minuten auf der Bank gelassen hatte, obwohl er noch Bundesliga-Torschützenkönig werden konnte. Deswegen soll Mandzukic im Training nicht den nötigen Einsatz gezeigt haben.

Zudem halten sich Gerüchte, dass die Münchner ein Tauschgeschäft mit dem FC Chelsea planen. Mandzukic soll nach London wechseln, dafür würden die Bayern den brasilianischen Defensivmann David Luiz bekommen, der offenbar ganz oben auf Guardiolas Wunschliste steht.

Alles Nebengeräusche, die die Vorbereitung der Münchner nur stören. Ob sie auch Auswirkungen haben, wird das Finale in Berlin zeigen.

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