Thema Bodenhaftung

Trotz Stimmungswandel und Applaus: Watzkes Appell an Reus und Co.

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Die Mannschaft des BVB um Marco Reus wurde mit großen Beifall bei der Mitgliederversammlung empfangen.

Die Stimmung auf der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund ist nicht vergleich mit der im Vorjahr. Trotz aller Euphorie und lobenden Worte mahnt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

Dortmund - So schnell kann es gehen. Noch vor einem Jahr gab es bei der Mitgliederversammlung ein lautes Pfeifkonzert für die Mannschaft von Borussia Dortmund. Es lief eben nicht. Und tags zuvor „verlor“ sie auch noch das Derby mit 4:4. Doch als die Truppe um Kapitän Marco Reus und den neuen Cheftrainer Lucien Favre dieses Mal die Westfalenhalle 3 betreten hatte, gab es tosenden Applaus. Stehende Ovationen. Hier und da sogar Sprechchöre.

„Im vergangenen Jahr hatten wir nicht so eine Stimmung. Das tut allen Beteiligten sehr gut“, erklärte Reus: „Das ist der Lohn für die vergangenen Ergebnisse.“ Schon zur Eröffnung der Versammlung stellte BVB-Präsident fest, in den Reihen der 1119 anwesenden Mitgliedern „nur strahlende Gesichter“ zu sehen. „Und ich kann mir auch gut vorstellen, warum.“

Der Grund liegt auf der Hand: Die Dortmunder sind erstmals in ihrer Vereinsgeschichte nach zwölf Spieltagen ungeschlagen. Sind in der Champions League auf Kurs. Thronen in der Bundesliga mit 30 Punkten an der Tabellenspitze – neun Zähler vor dem Rekord-Champion FC Bayern. Es gab wahrlich schlechtere Zeiten bei den Schwarz-Gelben. Erst recht mit Blick auf die vergangene Saison, als weder Spielweise noch Resultate den eigenen Ansprüchen entsprachen.

Großes Lob an Favre

Und jetzt? „Das Team hat sich wieder in die Herzen aller Borussen gespielt“, erklärte Rauball. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lobte: „Wir haben eine Mannschaft, bei der du spürst, dass da wieder ein besonderer Geist ist.“

Watzke nannte als wichtigen Faktor dafür einmal mehr die Erweiterung der sportlichen Führung ergänzend zu Watzke und Sportdirektor Michael Zorc mit Sebastian Kehl (Leiter der Lizenzspielerabteilung) und Matthias Sammer als externen Berater. „Es war der richtige Zeitpunkt, um uns ein wenig zu öffnen und neuen Input reinzuholen“, erklärte der 59-Jährige.

Mitgliederversammlung des BVB feiert Favre und Co.

Einen großen Anteil daran hat aber auch Favre. Watzke wies darauf hin, dass der BVB den Schweizer gern schon vor einem Jahr nach Dortmund gelotst hätte. „Aber du hast in Nizza einfach zu gut gearbeitet“, sagte der BVB-Boss und meinte in Richtung des Trainers: „Wir haben großes Vertrauen. Es tut richtig gut, mit dir zu arbeiten.“

Bodenhaftung steht im Vordergrund

Zumal es der neue Chefcoach in so kurzer Zeit schaffte, die Borussia wieder auf Kurs zu bringen. Watzke hätte, so sagte er einen Tag nach dem 2:1-Sieg in Mainz, jeden einzelnen Spieler loben können.

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„Aber meine Helden waren diejenigen, die gestern vom Aufwärmen zur Bank sind und nicht spielen durften", erklärte er. "Diese Spieler machen uns aktuell so stark, weil sie das Niveau dramatisch heben. Das ist ein Niveau auf der Bank, das wir in der Vergangenheit nicht hatten und in der Bundesliga keine Konkurrenz scheut.“

Doch so sehr die Dortmunder bereits von der Meisterschaft träumen, so stark treten die Verantwortlichen auf die Euphoriebremse und warnen. Auch Watzke, dessen Vortrag diesmal „unter dem Thema Bodenhaftung“ stand: „In dieser Phase darfst du nicht nachlassen. Da seid ihr gefordert. Jeder Einzelne muss mit Disziplin und mit sozialem Empfinden dafür sorgen, dass wir auf Scharf geschaltet bleiben.“

Kleiner Seitenhieb nach München

Watzke sprach daher nur von einer „schönen Momentaufnahme“. Regte an, künftig nicht mal einen Prozentpunkt weniger zu geben. Bei all der Harmonie verzichtete Watzke – trotz der komfortablen Situation – auf gezielte Giftpfeile an die Konkurrenz.

Seitenhiebe konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen. „Dass wir in der vergangenen Saison doch noch die Champions League erreicht haben, würden sich einige aktuell auch wünschen“, sagte er mit Blick auf die hinterher hechelnden Münchner. Den Revier-Rivalen Schalke ließ er diesmal sogar gänzlich außen vor. „Wir genügen uns selbst.“

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