Nach dem Saisonfinale in Sinsheim

Mission erfüllt und beendet - Stöger ist raus und erleichtert 

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War nach dem Saisonfinale erleichtert: Dortmunds Trainer Peter Stöger.

Nach dem Schlussakt und dem Einzug in die Königsklasse verkündete BVB-Trainer Peter Stöger sein Aus zum Saisonende und ließ die letzten Monate Revue passieren. 

Sinsheim - Inmitten der Pressekonferenz schlich sich ein Haufen nach Gerstensaft müffelnder Profis in den Medienraum. Mit kindlichem Übermut näherten sie sich feixend dem Podest, wo gerade Julian Nagelsmann, Trainer der TSG 1899 Hoffenheim, den 3:1 (1:0)-Heimsieg gegen Borussia Dortmund analysierte. Wie auf Samtpfoten erklommen sie die Bühne. Dann brachen alle Dämme, Europapokal-Rufe und Bierduschen übernahmen das Kommando. 

Wer hinter den heimtückischen Störenfrieden allerdings Dortmunder Profis vermutete, lag daneben. Dabei wäre das, nüchtern betrachtet, denkbar gewesen. Denn trotz der Pleite hat der BVB den Einzug in die Champions League erreicht. Doch zum Feiern war keinem in schwarzgelb zu Mute. Zu deprimierend war der Saisonabschluss geraten. Auf der letzten Rille taumelte die Borussia in die Königsklasse. 

Stöger ist erleichtert

Damit ist die Mission von Stöger erfüllt und beendet. Als sich die Lage wieder beruhigte, verkündete der sichtbar erleichterte Österreicher, dass sein ohnehin im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. „Es war das letzte Pflichtspiel für den BVB. Wir haben uns vor einiger Zeit darauf verständigt, dass es in diese Richtung gehen wird“, sagte Stöger. 

„Wir haben festgestellt, dass ein neuer Reiz dem Verein gut tut. Ein Reiz ist am einfachsten zu setzen mit einem neuen Trainer.“ Stöger gab zu, dass ihn die andauernde Diskussion beschäftigte: „Es war immer eine Debatte. Julian sollte meinen Job schon übernehmen, nachdem ich drei Tage da war. Es war ein permanentes Thema.“ 

Die Mannschaft wusste erst spät Bescheid

Die Nachricht hatte Stöger erst kurz zuvor seinem Team mitgeteilt. Kapitän Marcel Schmelzer und der Rest trotteten mit gesenkten Köpfen aus dem Stadion. Einer der wenigen mit Mut zum offenen Wort war Julian Weigl. „Er hat die Mannschaft nach dem Spiel zusammengeholt und ein paar Worte an uns gerichtet. Er hat uns alles Gute gewünscht, wir ihm genauso“, gab er einen Einblick. 

Zum Spiel fügte er an: „Es ist ein Sinnbild der Saison gewesen. Wir sind knapp von der Schüppe gesprungen. Wir hätten uns gerne mit einem Erfolgserlebnis und Platz drei verabschiedet.“ 

Guter erster Durchgang des BVB

Die Leistung der Gäste in der ersten Halbzeit in der mit 30 150 Zuschauern ausverkauften Arena in Sinsheim war durchaus ansehnlich. Dortmund bot den formstarken Hoffenheimern Paroli, setze einige spielerische Akzente und hatte durch Raphael Guerreiro und Nuri Sahin (15./18.), die überraschend in die Startelf gerückt waren, gute Chancen. 

Eiskalt hingegen war 1899-Angreifer Andrej Kramaric (26.), der einen katastrophalen Fehlpass von BVB-Schlussmann Roman Bürki nutzte. Dortmunds Angreifer André Schürrle (34.) hätte nach feinem Pass den Ausgleich erzielen müssen, doch im Duell mit Oliver Baumann versagten die Nerven. 

BVB schafft es trotz finaler Pleite in Hoffenheim in die Königsklasse

Im zweiten Durchgang war der BVB durch ein etwas glückliches Stolpertor von Reus (58.) zunächst klar auf Champions-League-Kurs, doch nach dem sehenswert herausgespielten Führungstreffer durch Adam Szalai (63.) ging nichts mehr. Das sah auch Sahin so: „Nach dem 1:2 war es vorbei.“ 

Als Pavel Kaderabek (73.) aus kurzer Distanz und nach einem erneuten Fehlergriff von Bürki auf 1:3 stellte, begann endgültig das große Zittern, denn Leverkusen führte zu diesem Zeitpunkt mit 3:0 und hätte nur noch zwei Treffer gebraucht, um die Dortmunder zu überholen. „Ich war der erste, der zur Bank geguckt und nach dem Ergebnis gefragt hat“, gestand Sahin. 

Immer auf dem Laufenden

Auch Weigl ließ sich über den Zwischenstand aus Leverkusen informieren: „Wir mussten immer Rücksprache halten, wie wir uns zu verhalten haben.“ Am Ende mit Erfolg, was der Mittelfeldspieler treffend zusammenfasste: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“

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