Nicht mehr Dolmetscher für Aubameyang, Mkhitaryan, Sokratis und Immobile

Mendener Massimo Mariotti wechselt in die BVB-Scoutingabteilung

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Zweikampf im Trainingslager: Ciro Immobile und Massimo Mariotti am 12. Januar 2015 in La Manga.

Dortmund/Menden - Nach zwei Bundesliga-Spielzeiten unter der Regie von Trainer Jürgen Klopp ist für Massimo Mariotti bei Borussia Dortmund Schluss mit der Dolmetscher-Tätigkeit für Ciro Immobile, Pierre-Emerick Aubameyang, Henrikh Mkhitaryan oder Sokratis: Der 53-Jährige, der in Menden lebt, ist ins Scouting gewechselt, wie der BVB bestätigte.

Vor der Serie 2013/14 war der vielsprachige Ex-Zweitliga-Kicker Mariotti (italienisch, spanisch, französisch und englisch), der damals schon rund zehn Jahre lang als Jugendtrainer für die Schwarz-Gelben gearbeitet hatte, von BVB-Sportdirektor Michael Zorc angesprochen worden.

Tenor: Der Nachwuchscoach und ehemalige Profi (345 Einsätze für den MSV Duisburg) sollte als Dolmetscher und Betreuer für die neuen ausländischen Profis fungieren, die die deutsche Sprache erst noch lernen mussten. Mariotti war begeistert und sagte zu.

Massimo Mariotti übersetzt Aubameyangs Statements

Jetzt war es offenbar auch wieder Zorc und nicht etwa Klopp-Nachfolger Thomas Tuchel, der Mariottis Wechsel in die Scoutingabteilung forcierte. Nicht aus Unzufriedenheit, sondern offensichtlich deshalb, weil die Neuzugänge schnell deutsch lernen und sich so besser integrieren sollen.

"Massimo Mariotti ist ein wahnsinnig wertvoller Mitarbeiter. Ein Fußballtrainer und Fußballfachmann, der sich bereit erklärt hat, eine Zeit lang für uns als Dolmetscher zu arbeiten. Wir möchten, dass unsere ausländischen Profis nach und nach mehr Deutsch sprechen, deshalb ist ein zusätzlicher Dolmetscher im Moment nicht mehr notwendig", erläuterte BVB-Pressesprecher Sascha Fligge auf Anfrage unserer Redaktion aus Singapur.

Und er ergänzte: "Seit einigen Wochen schon arbeitet Massimo Mariotti in der von Michael Zorc verantworteten Scouting-Abteilung und kann dort seine Fußballfachmann-Qualitäten voll einbringen."

Mariotti, der immer hautnah bei der Mannschaft dabei war und mit auf der Bank saß, begleitete den BVB-Tross schon nicht mehr auf die laufende Asien-Reise.

Zusammen mit Pierre-Emerick Aubameyang war Massimo Mariotti am 14. Dezember 2013 zu Gast im ZDF-Sportstudio. Zu einem Treffer an der Torwand reichte es allerdings nicht.

Unvergessen: Am Samstag, 14. Dezember 2013, begleitete Mariotti "seinen" Schützling Pierre-Emerick Aubameyang ins ZDF-Sportstudio nach Mainz. Moderator Jochen Breyer holte neben dem BVB-Profi zum Torwandschießen auch den gebürtigen Schweizer auf die Bühne: drei Mal rechts unten, drei Mal links oben - aber null Treffer. Es sei Mariottis großer Traum gewesen, live auf die Torwand schießen zu dürfen. Durfte der Vollblut-Fußballer, der sich nun also wieder der Talentsuche im Auftrag der Borussia widmen wird.

Im Januar während des Trainingslagers im spanischen La Manga machten Fotos die Runde durch die Medien, die Mariotti im Zweikampf mit Ciro Immobile zeigten. Der Mendener durfte also auch aktiv am Training teilnehmen - und wurde vom italienischen Stürmer in höchsten Tönen gelobt: "Es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Er ist nicht nur ein Dolmetscher, sondern auch ein ehemaliger Spieler. Er hat richtig Ahnung von Fußball", sagte Immobile der "Bild"-Zeitung.

Genau diesen Sachverstand setzt der 53-Jährige jetzt ein, indem er die Augen und Ohren offen hält, um Neuzugänge nach Dortmund zu lotsen, die sich hier weiterentwickeln sollen.

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