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Klostermann statt Hummels: Leistungsprinzip zählt beim DFB nicht immer

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Von: Sven Schneider

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Borussia Dortmunds formstarker Verteidiger Mats Hummels wird von Bundestrainer Hansi Flick nicht für die WM 2022 berücksichtigt. Das ist ein Fehler. Ein Kommentar.

Hamm - Am 20. November beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Das Turnier, das seit der Vergabe an den umstrittenen Austragungsort immer wieder abseits des Platzes für Schlagzeilen und Gesprächsstoff sorgte, wird nun auch aus sportlicher Sicht ein Thema. Mats Hummels wird die WM maximal vor dem heimischen TV-Gerät verfolgen. Ein Fehler!

Mats Hummels spricht zurecht von „größeren Enttäuschungen meiner Karriere“

„Wenig überraschend ist das eine der größeren Enttäuschungen meiner Karriere“, schrieb Mats Hummels am Donnerstagmittag bei Instagram. Kurz zuvor hatte Bundestrainer Hansi Flick Deutschland WM-Kader für das Turnier 2022 in Katar der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Armel Bella-Kotchap, Matthias Ginter, Christian Günter, Thilo Kehrer, Lukas Klostermann, David Raum, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle stehen im Aufgebot für die Defensive des DFB-Teams.

Der Name von Mats Hummels jedoch fehlte. Seine Zeit in der DFB-Elf scheint endgültig vorbei. Mats Hummels, der im Juni 2021 sein letztes Länderspiel bestritt, werde nun „die Zeit nutzen, um wie jedes Mal mit harter Arbeit auf eine solche Erfahrung zu reagieren“, schrieb er abschließend auf Instagram.

Mats Hummels überzeugte gegen die vielleicht beste Mannschaft der Welt

Mit eben jener harten Arbeit hatte sich Mats Hummels in der laufenden Saison wieder in den Vordergrund gespielt. Allein die Auftritte in der Champions League gegen Manchester City hätten eine Nominierung für die WM 2022 gerechtfertigt. Hummels überzeugte gleich doppelt gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Der derzeit vielleicht beste Stürmer der Welt, der seinerzeit fiebernde Ex-Kollege Erling Haaland, war bei seiner Rückkehr nach Dortmund unsichtbar und chancenlos gegen Hummels.

Die Erklärung Hansi Flicks ob der Nicht-Berücksichtigung für die WM war wenig schlüssig. „Er hat eine hervorragende Form, ist topfit, hat Dortmund viel gegeben.“ Letztlich habe sich das Trainerteam aber für eine jüngere Generation entschieden.

Lukas Klostermann erhält Vorzug vor Mats Hummels im deutschen WM-Kader

Ist damit etwa Lukas Klostermann gemeint, der für RB Leipzig in der laufenden Saison lediglich zwei Pflichtspiele absolvierte? Der 26-Jährige fiel seit August aufgrund eines Syndesmosebandanrisses aus. Optimisten würden von einer mutigen Entscheidung vom Bundestrainer sprechen. Bezüglich der Nicht-Berücksichtigung von Inter Mailands Robin Gosens argumentierte Flick noch wie folgt: „Robin Gosens hat im letzten Jahr ganz wenig Einsätze gehabt. Wir brauchen Spieler, die permanent auf Achse sind.“

Permanent auf Achse ist Mats Hummels mit 18 Pflichtspielen sicherlich. Und trotzdem erhält Lukas Klostermann den Vorzug. Hier zählt das Argument augenscheinlich nicht. Oder hat es außersportliche Gründe? Mats Hummels sorgte in den vergangenen Monaten des Öfteren mit seiner öffentlichen Kritik beim BVB für Ärger.

So oder so zeigt das Beispiel von Mats Hummels: Das Leistungsprinzip zählt nicht immer und sorgt auch in diesem Jahr für reichlich Diskussionsstoff. Einen der derzeit formstärksten Verteidiger zuhause zu lassen, könnte ordentlich nach hinten losgehen. Zwar würde Hummels neben Antonio Rüdiger und seinen Teamkollegen Nico Schlotterbeck und Niklas Süle keine Stammplatzgarantie im DFB-Team erhalten. Doch warum komplett auf die Qualitäten des Routiniers, auch von der Reservebank aus, verzichten?

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln

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