BVB-Innenverteidiger

Hummels: "Das ist der fieseste Moment"

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Mats Hummels (r.) mit Dortmunds Athletik-Chefcoach Dr. Andreas Schlumberger

LA MANGA - Mats Hummels ist derzeit hin- und hergerissen, wenn er etwas abseits von der Mannschaft des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund im Trainingslager im südspanischen La Manga sein spezielles Programm mit Dortmunds Athletik-Chefcoach Dr. Andreas Schlumberger absolviert.

Aus La Manga berichtet Peter Schwennecker

"Das ist jetzt der fieseste Moment, wenn man eigentlich nah dran ist, sich aber doch noch gedulden muss", betont der Innenverteidiger.

Am 20. November hatte sich Hummels einen knöchernen Bänderausriss im Fuß zugezogen. Die Diagnose traf ihn hart, zumal er sich selbst als sehr ungeduldigen Menschen bezeichnet. "Doch wenn man die Nachricht erhält, dass man neun bis zehn Wochen pausieren muss, dann findet man sich auch schnell damit ab", erklärt der 25-Jährige, der beim BVB einen Vertrag bis Juni 2017 besitzt.

Für ihn begann beim BVB eine sehr harte Zeit, weil er tatenlos mit ansehen musste, wie seine Mannschaft in der Bundesliga mehr und mehr an Boden verlor. "Doch zum Glück sind wir Erster in der Champions-League-Gruppe geworden und im Pokal weiter gekommen", sagt der Abwehrspieler. "Das sind einfach für uns ganz wichtige Ziele gewesen, dass wir in allen drei Wettbewerben überwintern."

Besonders leiden musste Hummels daheim vor dem Fernseher beim letzten Vorrundenspiel in der Königsklasse in Marseille. "Weil wir so viele Chancen vergeben haben, bin ich ziemlich verrückt geworden", erzählt der Profi. „Der Jubel beim 2:1 von Kevin Großkreutz war zu 98 Prozent pure Erleichterung. Die anderen zwei Prozent habe ich dann noch der Freude gelassen.“

Was seine eigene Verfassung angeht, befindet sich der Rekonvaleszent auf einem sehr guten Weg. Er hat, was er in den vergangenen Jahren im Alltag nicht geschafft hat, sogar zu seinem Idealgewicht zurück gefunden. Durch die Verletzungspause verlor er an Muskelumfang. Doch diese Defizite hat Hummels inzwischen fast ausgeglichen: "Die Fortschritte sind im Moment gut. Ich habe keine Probleme, mit dem was ich mache. Ich habe jetzt endlich mal wieder nach langer Zeit einen Ball am Fuß gehabt."

An volle Belastung ist derzeit aber nicht zu denken. Konditionell muss er einiges aufholen. Und bevor er wieder spielen wird, will er erst einmal fünf bis sechs Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolvieren. Als realistischen Termin für das Teamtraining sieht er die Woche nach dem Rückrundenstart gegen Augsburg an. Am 31. Januar will er dann bei Eintracht Braunschweig selbst auf dem Platz stehen.

Und dann hat er mit dem BVB in der Rückrunde einiges vor. Hummels glaubt fest daran, dass die Dortmunder die Qualität haben, die Rückkehr auf den zweiten Platz zu schaffen, wenn es ihnen gelingt, das Potenzial auch abzurufen. "Es sei denn, Leverkusen spielt auch eine überragende zweite Serie", betont der Ex-Münchner. "Aber Platz drei und die direkte Qualifikation für die Champions League sollten wir in jedem Fall schaffen."

Probleme, dass sich das Team nach den vielen Verletzungen erst einmal finden muss, sieht er übrigens nicht." Mit Ausnahme von Ilkay Gündogan spielen wir alle doch schon fünf Jahre zusammen." Und gerade Gündogans Rückkehr hält Hummels für besonders wichtig, "weil wir mit Ilkay variabler wären".

Eine gute Runde wäre für Hummels auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Brasilien sehr wichtig. Doch mit diesem Thema beschäftigt er sich im Moment nicht. "Ich will beim BVB einfach gute Spiele machen und Erfolg haben, und dann kann ich mich ab Mitte Mai auf die Nationalmannschaft konzentrieren", betont der BVB-Verteidiger.

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