Neue Variante

Götze und der BVB: Die Wiederentdeckung des Achters

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Mario Götze (rechts) sorgte als Achter beim BVB für reichlich Druck nach vorne.

Mario Götze ist der Allrounder beim BVB. Am Dienstag gegen Tottenham in der Champions League kam er als Achter zum Einsatz – eine Variante mit Zukunft.

Dortmund – Mario Götze ist kein klassischer Neuner, für die Außenbahn ist er nicht spritzig genug, und auf der Zehn kommt er an Marco Reus nicht vorbei. Dann also als Sechser? Passt irgendwie auch nicht. Etwas dazwischen muss es sein. Blöd nur, dass Borussia Dortmund keinen Achter im System hat. Vielmehr: hatte.

Bei der 0:1-Niederlage der Schwarz-Gelben in der Champions League gegen Tottenham Hotspur am Dienstag (bei uns im Ticker zum Nachlesen) gab sich BVB-Coach Lucien Favre experimentierfreudig – und es wirkte.

Die Startaufstellung überraschte etwas. Axel Witsel auf der Sechs, dafür aber auch Mario Götze, Marco Reus und Paco Alcácer auf dem Platz. Julian Weigl war auch dabei, schnell war aber klar: Der rückt in die Innenverteidigung neben Manuel Akanji.

Wohin also mit den Spielern? Richtig: Marschrichtung nach vorn, Vollgas-Fußball an der Strobelalle. „Wir müssen ein 0:3 aufholen vor dem Spiel, da musst du so offensiv starten“, sagte Thomas Delaney. Er war ein Opfer der Umstellung, musste seinen angestammten Platz neben Axel Witsel auf der Doppelsechs räumen.

Mehr Power in Richtung Sturm

Für den Dänen startete Götze, der mehr Power in Richtung Sturm bringen sollte. „Das sah gut aus. Das war so, wie wir gerne spielen wollten: Mit viel Intensität und viel Gegenpressing“, sagte Delaney auf Nachfrage dieser Redaktion. „Wir müssen zurück zu dieser Mentalität, in der wir hoch pressen und immer den Ball gewinnen wollen“, forderte er. Und: „Das machen wir gut, wenn wir in diesem Modus sind.“

Aus der Not heraus, gegen die Spurs ein 0:3 aus dem Hinspiel aufzuholen am Dienstagabend im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League, hat Coach Favre eine weitere Variante für den Bundesliga-Betrieb gefunden. „Ich glaube, es hat sich ausgezahlt“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung. Zwar unterlag Schwarzgelb mit 0:1 und schied aus der Königsklasse aus. Die Gier war aber vorhanden.

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„Diese Intensität brauchen wir“, sagte Kehl. Delaney, der in der 74. Minute für Kapitän Reus in die Partie gekommen war, stimmte zu. „Wir brauchen diese Mentalität, die wir gerade in der ersten Halbzeit hatten, in den nächsten Wochen und Monaten“, sagte er. Das schien auch den Fans zu gefallen, die nach Abpfiff ihre Mannschaft feierten – zumindest auf der Südtribüne.

Götze selbst gefiel sich selbst auch auf der neuen Position. „Es ist einfach wichtig zu sehen, dass wir das auch können“, sagte er. „Das gibt dem Trainer Möglichkeiten und kann auf jeden Fall ein wichtiges Mittel werden“, so der 26-Jährige. Gerade gegen tiefstehende Mannschaften könnte der BVB so früher attackieren, um Fehler im Aufbau verstärkt zu provozieren und den Gegner in einem ungeordneten Moment zu überrumpeln.

„Der Trainer wird sich Gedanken machen, welche Formation uns drei Punkte bringt“, fasste es Kehl zusammen. So hatte die Niederlage gegen Tottenham also doch ihr Gutes: Der BVB ist um eine Variante reicher.

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